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Vente Hargesheimer & Günther

Vente aux enchères du Vendredi 10 septembre 2010

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Hargesheimer & Günther - Düsseldorf

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Lot 3 : SELTENES BAROCKES REISE-TRIPTYCHON MIT DEESIS


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SELTENES BAROCKES REISE-TRIPTYCHON MIT DEESIS
Messing, dreiteiliger, scharnierter, quaderförmiger Korpus, Tempera auf Kreidegrund. Aufteilung in drei Bildfelder, flächendeckend gravierte und reichhaltig ornamentierte Basmen mit spiralförmigem vegetabilen Dekor. Applizierte Nimben und Tituli. Frontal dem Betrachter zugewandt thront mittig Christus als Weltenrichter. Er hält die Weltenkugel in seiner linken Hand. Seine Rechte ist im Segensgestus erhoben. Zu seiner Linken erscheint die Gottesmutter im roten Maphorion und einer geöffneten Schriftrolle in ihrer linken Hand. Mit ihrer Rechten weist sie auf den Gottessohn. Zur Rechten Christi entrollt der geflügelte Johannes der Vorläufer (der Täufer) gleichfalls eine geöffnete Schriftrolle in seiner linken Hand. Die drei Heiligen sind als Halbfigurenbildnisse ausgeführt. An den oberen Bildrändern mit applizierten kirchenslawischen Namenstituli, auf der Rückseite des rechten Flügels mit umfangreicher kyrillischer Inschrift mit nachfolgendem (übersetztem) Inhalt: 'Ich gebe diese heilige Ikone der Kirche des wahrhaftigen und lebenspendenden Kreuzes in der Großen Skit. Ich hoffe, dass es auf ewig niemand wagen wird es (das Triptychon) vom Kloster wegzutragen. Dafür zu sorgen, bitte ich die Väter und Brüder, auch die, die nach uns kommen im Jahre Gottes 1767. Entsprecht meiner Bitte und betet für den sündigen Mönch Gedeon.' Altersbedingte Gebrauchsspuren, originaler, guter Erhaltungszustand. 10 cm x 2,5 cm x 26 cm (geöffnet), 9 cm x 8,5 cm x 4 cm (geschlossen). Russland, Ukraine, 18. Jh. Folgt man der rückseitigen Inschrift sollte das Triptychon wohl das Andenken an den Mönch Gedeon im Kloster für immer bewahren. Es liegt nahe, dass es seine persönliche Ikone war, die er seit langem an dem Kettchen um den Hals trug. Warum er nun seine Ikone 1767 der Klosterkirche übergab, bleibt unklar, möglicherweise fühlte er seinen Tod nahe. Die angegebene Jahreszahl sagt zur Entstehungszeit leider nur aus, dass die Ikone wahrscheinlich wesentlich früher entstanden ist. Die Aufschrift gibt uns aber den Hinweis darauf, wo der Mönch lebte.Er verwendet für 'Im Jahr' den Ausdruck 'Roku'. Dies ist nur im Süden und Westen des großen Russischen Reiches üblich. Er muss also etwa in der heutigen Ukraine gelebt haben und in dieser Gegend entstand auch die Ikone. Wir danken Herrn Kurt Eberhard für die Bearbeitung, Übersetzung und Deutung der obigen Arbeit. Die Darstellung der drei zentralen Personen der Deesis wird im Allgemeinen auch als Trimorphos oder Trimorphion (griech. drei Gestalten) bezeichnet. Im Russischen bedeutet ,Deisus' 'Fürbitte, Gebet, Anbetung' und bezeichnet in der Ikonographie der Ostkirche das Dreifigurenbild: Christus als Weltenrichter auf dem Thron mit dem Bibelbuch, flankiert zu seiner Rechten von der Gottesmutter und zur Linken von Johannes dem Vorläufer (dem Täufer). Diese Form des Andachtbildes bezeichnet man auch als 'kleine Deesis'. Das Andachtsbild der großen oder erweiterten Deesis fügt der bekannten Komposition weitere Fürbitter hinzu: die Erzengel Gabriel und Michael, die Apostel Petrus und Paulus sowie die in der Ostkirche bedeutenden Liturgen Basilius und Johannes Chrysostomus. Nicht selten werden auf örtlichen Bilderwänden oder Ikonostasen kanonisierte örtliche Heilige im Bischofsrang angeschlossen. Mit Ausnahme Christi sind alle Dargestellte in leicht geneigter Haltung eines Fürbitters, selten aufrecht stehend, wiedergegeben. Ihre konkaven Silhouetten verleihen dem Ganzen eine bestimmte Feierlichkeit. Das Deesis-Bild ist fester Bestandteil der Ikonostase. Es bringt ein Grundanliegen der Kirche Christi, die Fürbitten der Menschen, zum Ausdruck. Thematische Vorlagen der Deesis sind die orientalischen Marienlegenden. Darüber hinaus spielt die byzantinische Hymnendichtung des 5./6. Jahrhunderts eine Rolle. Die Gottesmutter symbolisiert die Kirche und das Neue Testament, während Johannes das Alte Testament und die Synagoge vertritt. Die ersten Beispiele stammen aus der Mitte des 1. Jahrhunderts. Nach dem Bilderstreit im Jahre 843 war das Thema voll ausgebildet. Es ist über den gesamten christlichen Osten verbreitet und sehr häufig.

HERGÉ
Les aventures de Tintin
Adjugé 233 700 €

05 mai 2012 - Artcurial - Briest-Poulain-F.Tajan

LES HEURES HACHETTE, HEURES À L'USAGE DE PARIS
Adjugé 1 680 000 €

27 avril 2012 - Millon et Associés Paris