Vente Hargesheimer & Günther
Vente aux enchères du Vendredi 10 septembre 2010
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Hargesheimer & Günther - Düsseldorf
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Lot 9 : MUTTERGOTTES VON TOLGA (TOLGSKAJA)
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MUTTERGOTTES VON TOLGA (TOLGSKAJA)
Laubholz-Einzelbrett mit zwei gegenständigen Rückseitensponki (verloren). Tempera auf Kreidegrund, schwache Konturritzung, Kovtscheg. Das in ein blaues Himation gekleidete Christuskind sitzt auf dem linken Arm seiner Mutter. Es ist fast aufrecht sitzend dargestellt. Christus hat die rechte Hand um den Hals seiner Mutter gelegt. Den Kopf drückt er leicht an ihre Wange. Maria weist mit der rechten Hand auf das Kind. Ihre Linke greift unterstützend nach dem Oberschenkel des Knaben. Die Gottesmutter trägt ein weinrotes Maphorion über einem blauen Untergewand. Die drei Jungfrauensterne auf Stirn und Schultern symbolisieren ihre Reinheit vor und nach der unbefleckten Empfängnis. Die ernsten Blicke des Knaben und seiner Mutter sind wehmütig in die Ferne gerichtet und verweisen auf den zukünftigen Leidensweg des Christuskindes. Rest., Tafel mit alter und rest. vertikaler Bruchstelle, am unteren Bildrand mit umfangreicher kyrillischer Inschrift, 64,5 cm x 51,5 cm. Russland, 18. Jh. Der Legende nach erschien die Ikone in der Nacht vom 8. August 1314 dem Bischof von Rostov Trifon am Ufer der Volga, an der Mündung der Tolga, als er von einer Reise zum Kirillo Belozerskij Kloster nach Jaroslavl zurückkehrte. Als der Bischof morgens erwachte, fand er dann die Ikone zusammen mit seinem Bischofstab am anderen Flussufer unter Bäumen vor. Umgehend begann man an der Stelle mit der Errichtung einer Kirche, die wenige Zeit später geweiht wurde. Nach einigen Krankenheilungen beschloss man an dieser Stelle das Tolgskij Kloster und die der 'Einführung Mariä in den Tempel' geweihte Kathedrale zu bauen, in der die Ikone ihren Platz fand. Daher wird heute noch in der russischen Kirche am 8. August das Fest der Erscheinung der Muttergottes von Tolga gefeiert. Der Bildtypus scheint in Italien in der Frührenaissance ausgebildet worden zu sein und ist wahrscheinlich ein Werk der toskanischen Malschule zu Pisa vom Ende des 13. Jahrhunderts. Die Verehrung der Gottesmutter ist ein wesenhaftes Element altchristlicher Frömmigkeit. Schon früh sind bildliche Darstellungen der Gottesmutter bekannt. Die älteste erhaltene Darstellung der Muttergottes befindet sich in der Priscilla-Katakombe zu Rom und stammt aus dem 3. Jahrhundert. Die Kalender- und Legendensammlungen der Russischen Orthodoxen Kirche nennen mehr als 200 wundertätige Marienikonen. Die Gottesmutter nimmt eine absolut einmalige Stellung im göttlichen Heilsplan ein, denn nur durch ihre Erwählung konnte die Menschwerdung Christi Wirklichkeit werden.





