Sale Hargesheimer & Günther
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Hargesheimer & Günther - Düsseldorf
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Lot 36 : KONSTANTIN UND HELENA: ERHÖHUNG DES WAHREN KREUZES
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KONSTANTIN UND HELENA: ERHÖHUNG DES WAHREN KREUZES
Aus zwei Teilen zusammengefügte Laubholztafel mit zwei aufgenagelten Rückseitensponki.
Tempera auf Kreidegrund, vergoldeter Himmelsgrund, Gewandung mit Golddispersion. Durch das Kreuz in der vertikalen Mittelachse in zwei Bildfelder unterteilte Komposition mit der Heiligen Helena (rechts) und dem das Zepter haltenden Heiligen Konstantin (links). Beide tragen eine Krone und die kaiserliche Hofzeremonialtracht, während sie symbolhaft mit ihrer rechten bzw. linken Hand das Kreuz Christi halten. Über der Szene erscheint in einem Wolkenband das ‚Allsehende Auge Gottes'. Über dem Kreuz mit griechischer Inschrift ‚Konstantin' und ‚Helena'. Rechts Holzplatte mit rest. vertikaler Bruchstelle, min. rest., 42 cm x 28 cm.
Griechenland, um 1800.
Aus der Symbolik des Kreuzes als Paradies- oder Lebensbaum, den Aussagen apokrypher Schriften, dem Adambuch der Doctrina Addaei und aus den legendären Berichten über Judas Cyriakus und die Gemahlin des Kaisers Claudius, Protonike, ging seit dem 4. Jahrhundert eine Fülle von Legendengeschichten um das Kreuz Christi hervor. Besonders woben sie sich um die Kreuzauffindung. Als erster berichtet Ambros um 395 von einer Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena. Bereichert wurden diese Legenden durch syrische Überlieferungen von Rufin, Paul Nola und griechischen Kunsthistorikern des 5. Jahrhunderts, u. a. bei Sokrates, Theodoret und Sozomenos. Die historischen Wurzeln liegen im Dunklen. Nach einigen Legenden wäre das Ereignis zwischen 335/347 anzusetzen, weil das Itinarium Burdigalense v. 333 und Euseb in seiner Lebensbeschreibung des Konstantin nichts davon berichten, während Cyrill Jer um 348 in seinen Katechesen von der Verehrung und Verbreitung der Kreuzpartikel spricht. Nach dem Chronicon paschale wurde das Kreuz Christi am 14.9.320 aufgefunden. Die Kreuzauffindung wurde in der griechischen Kirche zusammen mit dem Fest der Weihe der konstantinischen Doppelkirche am 13.-14. Sept. liturgisch gefeiert.
Die feierliche Aufstellung des Kreuzes am 14.9.335 nach der Kirchenweihe ist auf dieser Ikone dargestellt. Es ist der Anlass des ältesten Kreuz-Festes und der Ausgangspunkt der Kreuzlegenden. Die rechts vom Kreuz stehende Helena ist die Mutter des Kaisers Konstantin des Großen. Sie wurde um 255 in Drepanon in Bithynien geboren und war nach Ambrosius von niederem Stand. Allerdings wurde bereits im Mittelalter ihre Abstammung aus britischem Königsgeschlecht oder aus Trier angenommen. Sie war eine Förderin des Christentums und veranlasste den Bau zahlreicher Kirchen (Geburtskirche in Bethlehem, Kirche am Ölberg in Jerusalem). Ihr Grab war in Rom, später in Konstantinopel. Ab dem 9. Jahrhundert wurden ihre Reliquien in Hautvillers und seit der Französischen Revolution in Paris aufbewahrt, während ihr Haupt sich in Trier befindet. Sie gilt als Patronin des Bistums Trier, Bamberg, des Erzherzogtums Österreich, von Frankfurt, Ascoli und Pesaro. Ebenso wird sie von den Nagelschmieden, Färbern, Bergleuten und Schatzgräbern verehrt und zur Entdeckung von Diebstählen und Auffindung verlorener Sachen angerufen, dazu gegen Blitz und Feuer. Ihr Festtag ist der 21. Mai zusammen mit Konstantin, Kaiser seit dem Jahre 306. Er siegte am Pons Milvius 312 und hatte zuvor die berühmte Kreuzvision, in der er nachmittags über der Sonne ein flammendes Kreuz mit der Inschrift ‚In diesem Zeichen wirst Du siegen' sah. Er starb 337 in Nikomedeia nach Empfang der arianischen Taufe.





