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Lot 1586 - JEAN LÉON GÉRÔME - 1824 Vesoul - 1904 Paris - - 'Les misères de la guerre' [...]

Estimation : 100 000 €

JEAN LÉON GÉRÔME
1824 Vesoul - 1904 Paris

'Les misères de la guerre'

Öl auf Leinwand. 36 x 31 cm. Signiert unten links 'J. L. Gerome'. Verso:-Leinwandstempel des Malmaterialienhändlers LECHERTIER. BARBE SC. 6O REGENT STREET LONDON.' sowie Wachsreste, mit denen das Etikett samt Titelangaben und Beschreibung gehalten wurde 'Au fond à droite, un village en feu d'où s'enfuient les habitants. Sur le devant, au pied d'un rocher, s'est affaissé une vieille femme, à la contenance morne et désespérée. Sa douleur peignante est rendue avec une grande vérité. H. 35 cent. L. 28 cent. Toile. Ce tableau a été donné par l'artiste pour être vendu au bénéfice des [pay]sans français ruinés par la guerre.' (Hinten rechts ein Dorf in Flammen aus dem die Bewohner flüchten. Im Vordergrund, am Fuße eines Felsens, ist eine alte Frau zusammengesunken, trübselig und verzweifelt. Ihr ergreifender Schmerz wir mit großem Realismus wiedergegeben. Leinwand. Dieses Gemälde wurde vom Künstler gestiftet, um es zu Gunsten der französischen Bauern, die durch den Krieg ruiniert wurden, zu verkaufen'). -auf dem Keilrahmen findet sich ein handschriftlicher Vermerk des Künstlers in blauer Tinte zur Stiftung des Gemäldes 'Tableau qui peut être vendu au profit des paysans français J L Gérome 1870' (Gemälde, dessen Erlös zur Unterstützung des französischen Bauern verkauft werden kann J L Gérôme 1870) ebenso wie zwei handschriftliche Abkürzungen ' G. C. IHbb' et 'GH' und ein altes Wachssiegel auf Leinwand und Keilrahmen. -auf dem Rahmen klebt ein altes Etikett des Rahmen- und Malmaterialienhändlers 'Hugh Paton; Carber, Gilder and Printseller; To her majesty Queen Victoria, Head of Horse Wynd, West Corner of College Edinburgh' sowie ein weiteres, leider abgerissenes Etikett 'With ca.; Deliver(?) L; Lessr.' Rahmen.

Jean Léon Gérôme gehört zu den bedeutendsten französischen Malern und Bildhauern des 19. Jahrhunderts. Als Verfechter der akademischen Malerei brach er mit den klassischen Traditionen und schuf einen völlig neuen Stil, indem er die Gattung mit der Historienmalerei vermischte. Gérôme setzte bei seinen neuartigen Kompositionen auf eine naturgetreue Wiedergabe der Wirklichkeit und kreierte somit eine einzigartige Mischung aus "Illusion und Wirklichkeit", die viele Betrachter faszinierte aber auch viele Kritiker auf den Plan rief. Maßgeblich beeinflusst wurde Gérôme in seiner Stilfindung von Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780-1867), einem der bedeutendsten Vertreter des Klassizismus, als auch von seinem Lehrer Paul Delaroche (1797-1856), Historienmaler des akademischen Realismus. Neben historischen und mythischen Themen wurde Gérôme vor allem für seine orientalischen Gemälde berühmt, die heute in den wichtigsten Museen der Welt zu finden sind. Bei dem vorliegenden Werk, handelt es sich wohl um die als verloren aufgeführte Nummer 278 des Werkverzeichnisses. Der dort genannte Titel stimmt mit jenem des alten Etiketts auf der Rückseite des Gemäldes überein ('Les misères de la guerre'). Die dort vermutete Entstehung vor 1880 passt zu der alten handschriftlichen Datierung von '1870' auf dem Keilrahmen. Bedauerlicherweise sind weder Thema noch Komposition überliefert. Zur Historie ist bekannt, dass das Gemälde von Goupil (Léon Goupil, 1834-1890, französischer Maler?) bei E. Weill erworben und dann bei Secretan im Jahr 1880 für 6500 francs verkauft wurde. Am 12. Juni 1900 wurde das Gemälde bei der Vente X in Paris für 500 francs veräußert. Nach dem zweiten Weltkrieg gelangte das Gemälde im Zuge eines privaten Gemäldetausches in den heutigen Privatbesitz. Dargestellt ist ein junges Mädchen, dass vor den Unruhen im Deutsch-Französischen Krieg geflüchtet ist. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass eine Stadt in Flammen steht und sich ihre Bewohner vor der drohenden Gefahr in Sicherheit bringen. Gérôme fertigte das Bild an, um die vom Krieg betroffenen französischen Bauern, mit dem Erlös finanziell in ihrer Not zu unterstützen. Dies vermerkte er handschriftlich mit Signatur und Datierung auf dem Keilrahmen. Gérôme engagierte sich durchaus für wohltätige Zwecke. So kümmerte er sich auch um die Sammlung von Spendengeldern, die den Opfern des großen Brandes von Chicago (08.-10. Oktober 1871) zu Gute kommen sollten.

Literatur: Ackermann, Gerald M.: Jean-Léon Gérôme. Monographie révisée, catalogue raisonné mis à jour, Paris 2000, S. 296.

Provenienz: Im Privatbesitz seit Mitte der 1940er Jahre.

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Thème : Peintures et dessins Ajouter ce thème à mes alertes