Créez un compte Premium et accédez aux résultats des ventes de plus d'un mois, avec leurs descriptifs et leurs photos !

Voir les offres Premium

Lot 1

SELTENE IKONE DER MUTTERGOTTES VON KORSUN

Estimation : 4 000 €

Adjudication sur abonnement

> Voir les offres Premium

Ajouter ce lot à ma sélection

SELTENE IKONE DER MUTTERGOTTES VON KORSUN (KORSUNSKAJA) IN EINEM PRÄCHTIGEN SILBER-EMAILOKLAD
Aus mehreren Teilen zusammengefügte und übereinander verleimte Zypressen- und Laubholztafel mit zwei oben und unten eingelassenen Stirnseitensponki (einer verloren). Tempera auf Kreidegrund. Von floraler, detailreich gestalteter Flechtbandbordüre gerahmtes Silberoklad mit leicht vertieftem, glatten Spiegel. Applizierte Nimben mit durchbrochener Blattbordüre sowie gewundenen Blatt- und Blütenmotiven in polychromen, äusserst fein ausgearbeitetem Cloisonné-Email. Der charakteristische Zug der Ikone ist die enge Verbundenheit von Mutter und Kind: Die Gottesmutter, die bis zur Schulterpartie wiedergegeben wird, neigt den Kopf zärtlich ihrem Sohn zu, während das Kind seinerseits die Wange an die der Mutter schmiegt und mit seiner Linken ihren Hals umfasst. Auf der rechten Seite wird sein Händchen sichtbar. Der Blick der Mutter ist traurig und ernst und in die Ferne gerichtet, ein Hinweis auf das zukünftige Martyrium ihres Sohnes. Diese innige Verbundenheit von Mutter und Kind ist in wenigen Gottesmutter-Darstellungen überzeugender wiedergegeben. Das Oklad zweifach punziert mit der Marke der Bezirksbeschauadministration Moskau, den Initialen 'I.L' (in Kyrillisch) des Beschaumeisters 'Ivan Lebedkin' (tätig 1899 in Moskau), der Feingehaltsangabe '84' und dem Meisterzeichen 'I.A.A.' (in Kyrllisch) für 'Ivan Alexeyev' (tätig in Moskau von 1876-1912), auf der Rückseite der Ikone mit umfangreichem kyrillischem Text mit folgendem (übersetztem) Inhalt: 'Wahrhaftiges Abbild der heiligen Ikone der Gottesmutter von Korsun gefunden in Nizhnij Novgorod im Verkündigungskloster. Die Heilige (Ur-)Ikone wurde 993 nach der Geburt Christi gemalt von dem griechischen Priestermönch Simeon für die Desjatinen-Kirche in Kiev, mitgebracht nach Nizhnij Novgorod wurde das Heiligtum mit dem Segen des Mitropoliten Aleksej von Moskau (1355-1378, Mitropolit von Kiev und ganz Russland, er residierte in Moskau). Diese Arbeit (wurde gemacht) auf Bitten des gottesfürchtigen Grafen Aleksej Konovnicyn und den gottesfürchtigen Bewohnern der Stadt Prasnysha (?) für ihre Pfarrkirche zu meinem Segen. Gemalt (hervorgebracht) von der Nonne des Serafimo-Diveevo-Klosters Serafima und geschmückt mit einem Silber vergoldeten Oklad. Durch den Eifer (auf Kosten) des Kaufmanns von Nizhnij Novgorod Nikolaj Arsentev. Geweiht mit dem Segen Gottes während meines Gebetes in der Kirche des Hauses des Bischofs von Nizhnij Novgorod am 15. Januar 1902. (?) Nazarij Bischof von Nizhnij Novgorod und Arzamas.' 30 cm x 24 cm. Russland, Prasnysha (?), Serafimo-Diveevo-Kloster, Ikonenmalerin Serafima, im Autrage des Grafen Aleksej Konovnicyn, Januar 1902. Serafima war Nonne im Serafimo-Diveevo-Kloster. Eine Ikone des Heiligen Serafim von Sarov, die von ihr gemalt wurde, war bei der Heiligsprechung Serafims dabei. Am 20. Juli 1903 besuchte Zar Nikolaus das Serafimo-Diveevo-Kloster und verlieh der Leiterin der Ikonenmalwerkstatt des Klosters, der Nonne Serafima das Goldene Kreuz für die geistig und maltechnisch hochstehende Arbeit der Werkstatt. Der rückseitig aufgebrachte Text legt nahe, dass der Bischof ihn selbst geschrieben hat. Nazarij Kirillov war von 1901 bis 1909 Bischof, von 1909 bis1910 Erzbischof von Nizhnij Novgorod und Arzamas. Die Gottesmutter von Korsun (oder Dneprskaja) gehört zum Typus 'Eleusa' (griech. "e"sa, die Mitleidende, Erbarmerin). Nach der Legende soll der Großfürst Vladimir im Jahre 988 eine byzantinische Ikone dieses Typs von (Chersones) Korsun nach Kiev gebracht haben. Später kam sie nach Novgorod und schließlich nach Moskau in die Maria Himmelsfahrtskathedrale. Eine weitere Überlieferung besagt, dass die Urikone der Korsunskaja aus Ephesus stammen soll. Unter dem Kaiser Manuel I Komnenos (1143-80) und dem Patriachen Lukas Chrysoberchos soll sie Ende des 12. Jahrhunderts durch die Tochter des Polotzkischen Fürsten Georgios, Predislava nach Russland gekommen sein. Diese hätte sie dann ihrer Tochter, als sie den Großfürst Aleksander Nevskij heiratete, zur Aussteuer mitgegeben. Wir danken Herrn Kurt Eberhard für die Übersetzung, die umfangreichen wissenschaftlichen Analysen und Recherchen zu der obigen Arbeit.

Thème : Objets d'Art