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Lot 621 - Heinz MackSilberfächerAluminiumgitter auf Aluminium auf Holz. In Künstlerrahmen. [...]

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Heinz Mack
Silberfächer

Aluminiumgitter auf Aluminium auf Holz. In Künstlerrahmen. 133 x 103 x 7 cm. Signiert und datiert 'Mack 67'. Rückseitig auf dem Holz signiert, datiert und betitelt 'mack 67 "Silberfächer"' und mit Richtungspfeil. - Mit leichten Altersspuren.

Provenienz
Privatsammlung, Berlin

Die energetische Wirkung von Licht und ihre Darstellbarkeit fasziniert Heinz Mack von Beginn seiner künstlerischen Laufbahn an. Licht und Reflexion, Licht und Bewegung als Ausdruck von Gestaltung begegnet man seit Mitte der 1950er Jahre in den Zeichnungen, in den kinetischen Skulpturen, in den spiegelnden Reliefs, in Form des zerlegten Lichts in der starkfarbigen Malerei. Das Vibrieren des Lichts und seine unterschiedlich zerteilte Erscheinung im künstlichen wie im natürlichen Raum beflügeln den Künstler zur Erforschung ihrer maximalen Wirkung, lassen ihn unberührte Regionen aufsuchen, wie das ewige Eis oder die endlos wirkende Weite einer Sandwüste. Mit einem die Utopie nährenden, bereits 1959 von Mack formulierten „Sahara-Projekt“, realisiert der Künstler 1968 in der tunesischen Wüste ungeahnte Lichtwirkung, die er filmisch und photographisch festhält. Nahezu surreal anmutende Photographien dokumentieren einen in silberfarbenem Raumanzug hantierenden Künstler beim Inszenieren von Objekten, die in der Weite der Sanddünen unter makellos blauem Himmel das ungefiltert starke Sonnenlicht blitzartig scharf reflektieren.
Mit Hilfe der intensiven Sonne wie auch mit Unterstützung des magisch wirkenden Lichts des Mondes erzeugt Mack eine überirdische Lichtwirkung und verwandelt die unberührte Landschaft auf überraschende Weise in einen artifiziellen und futuristisch licht-kinetischen Raum. Auch das vorliegende, bei näherer Betrachtung erkennbar, filigrane Geflecht aus Aluminium kommt in der Wüste von Marokko zum Einsatz. Es besteht aus einem sehr feinen, nahezu verwindungsfreiem Netz aus Sechsecken, das wegen seiner Steifheit und dabei gleichzeitig geringem Gewicht im Flugzeugbau breite Anwendung findet. Die inneren Flächen reflektieren wie Spiegel das einfallende Licht und erzeugen ein prachtvolles Spektralfarbenspiel. Von Hand auseinandergezogen und zu einem fächerartigen Gebilde geformt, steckt Mack das leicht gewellte und in seiner Struktur verzerrte Objekt direkt in den Sand der Wüste. Die sogenannten „Lichtflügel“ arrangiert der Künstler als groß dimensionierte Einzelform auf einer Aluplatte, montiert über einer festen Holzplatte und geschützt von einem transparenten Plexiglaskasten. Mit fächerartigen Kratzspuren umreißt Mack die Form des Reliefs zusätzlich auf der Trägerwand und überhöht die Wirkung der harten Materie mit einem weichen, gleichsam die Grenze des harten Materials entstofflichenden, leicht reflektierenden Schatten. Mack interessiert also nicht nur die relativ leichte Handhabung des Materials, sondern auch deren präziser, strenger Charakter mit den Vorzügen einer Lichtreflektion, die er mit einer weniger dichten oder mehr ausgebreiteten Verformung steuert und ungeahnte Farbreflexionen mit Hilfe einer künstlich befeuernden Lichtquelle entlockt. Die Erfahrung im experimentellen Agieren mit überdimensionierten Materialien in der Natur reduziert Heinz Mack im Atelier zu gläsernen, nahezu zerbrechlich wirkenden, zellenartigen Gewächsen. Dabei sind seine Arbeiten keineswegs auf eine nur optische Wirkung aus, vielmehr steht ein emotional prägendes Ereignis in der Begegnung mit dem Material im Zentrum seiner künstlerischen Ästhetik.

MvL

Heinz Mack
Silberfächer

Aluminium mesh on acrylic on wood. In artist's frame. 133 x 103 x 7 cm. Signed and dated 'mack 67'. Signed, dated, and titled 'mack 67 "Silberfächer"' verso on wood and with directional arrow. - Minor traces of age.

Provenance
Private collection, Berlin

The energetic effect of light and its representabilty fascinated Heinz Mack from the beginning of his artistic career. Light and reflection, light and movement as an expression of design are encountered from the mid-1950s in his drawings, kinetic structures, reflective reliefs, in the form of dismantled light in the strong-coloured painting. The vibration of light and its variously dissipated appearance in artificial and natural space spur the artist on to explore its maximum effect, to seek out untouched regions such as the eternal ice or the seemingly endless expanse of a sandy desert. Mack's utopian "Sahara Project", formulated in 1959 and executed by the artist in 1968 in the Tunisian desert, realised an unexpected lighting effect that he captured in film and photography. Photographs that seem almost surreal document an artist in a silver space suit busy staging objects, that like a flash in the expanse of sand dunes under an immaculate blue sky, sharply reflect the unfiltered, strong sunlight.
With the help of the intense sun and the magical light of the moon, Mack creates a supernatural light effect and surprisingly transforms the untouched landscape into an artificial and futuristic light-kinetic space. This filigree mesh of aluminium, recognisable on closer inspection, is also of use in the desert of Morocco. It is made of a very fine, almost torsion-free net of hexagons, also used widely in aircraft construction due to its stiffness and simultaneous low weight. The inner surfaces reflect the incoming light like a mirror and generate a splendid spectral play of colours. Pulled apart by hand and formed into a fan-like formation, Mack plunges the slightly wavy, structurally distorted object directly into the desert sand. The artist arranges the so-called "light wings" as a dimensionally-large single form on an aluminium sheet, mounted on a solid wooden board and protected by a transparent plexiglass box. With fan-like scratch marks, Mack further outlines the shape of the relief on the carrier wall and heightens the effect of the hard material with a soft, slightly reflecting shadow that, as it were, dematerialises the boundary of the hard material. Mack is interested not only in the relatively easy handling of the material, but also its precise, strong character with the advantages of a light reflection, which he controls with a somtimes less dense or more widespread distortion and elicits unimagined colour reflections with the help of an artificially-fired light source. Heinz Mack reduces the experience in experimental operation with oversized materials in nature, to transparent, almost fragile, cell-like plants in his studio. His works have by no means only an optical effect, but rather an emotionally-imprinted event in the encounter with the material at the centre of his artistic aesthetics.

MvL

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Thème : Sculptures Ajouter ce thème à mes alertes