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Lot 496 - Horst Antes (Heppenheim 1936 – lebt in Karlsruhe und Castellina/Chianti) - [...]

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Horst Antes (Heppenheim 1936 – lebt in Karlsruhe und Castellina/Chianti)
„Grüne Figur II (Blumebild)“. 1969
Aquatec auf Leinwand. 120 × 100 cm ( 47 ¼ × 39 ⅜ in.). Rückseitig mit Pinsel in Grün betitelt, bezeichnet, datiert und signiert: Grüne Figur II (Blumebild) Aquatec 1969 Antes.
Volkens 1970-23.–
[3306]
Ausstellung: Horst Antes – Bilder, Graphik. Braunschweig, Galerie Schmücking, 1971 / Antes Bilder 1965-1971. Baden-Baden, Kunsthalle; Bern, Kunsthalle; Bremen, Kunsthalle; Frankfurt a.M., Kunstverein, 1971/72, Kat.-Nr. 100, Abb. S. 109 / Horst Antes. Frühe Arbeiten. Iserlohn, Villa Wessel, 2006

Horst Antes‘ Kopffüßler gehören zu den eigenständigsten Bildererfindungen der zeitgenössischen Kunst der letzten fünfzig Jahre. Sie haben den 1936 in Heppenheim geborenen Künstler international bekannt gemacht und ihm Gelegenheit gegeben, ein Thema über viele Jahrzehnte in unzähligen Variationen durchzudeklinieren. Den Kopf stets im Profil und auf mehr oder minder kurzen Beinen stehend, aber ohne erkennbare Hinweise auf einen Körper dazwischen, sind sie tatsächlich unverwechselbar. Betrachtet man Antes‘ Schaffen allerdings im Überblick, fällt auf, wie breit ihr Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten wirklich ist. Streng genommen sind sie nur die Hülle, die Antes bei jedem Bild und jeder Skulptur, die er schafft, neu mit Inhalt füllt. Dabei hat sich der Künstler schon früh als Meister psychologischen Einfühlungsvermögens erwiesen. Das Gemälde „Grüne Figur II“ entstand 1969, und damit zu einer Zeit, in der Horst Antes bereits viel öffentliche Anerkennung erfahren hatte. Im Jahr zuvor war er, wie schon 1964, zur Documenta nach Kassel eingeladen worden. In Venedig hatte er auf der 33. Biennale den Preis für Malerei erhalten. Antes war erst Anfang dreißig, aber auf dem besten Weg, eine Karriere zu starten, die ihn zu einem der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart machen sollte. In „Grüne Figur II“ meint man, diese Hochstimmung, die Antes damals empfunden haben muss, mit Händen greifen zu können. Seiner (im Übrigen ausgesprochen delikat kolorierten) grünen Figur hat er nicht ein, sondern wie bei einer Phasenverschiebung drei Profile gegeben. Wach der Blick, übermütig das Grinsen, fasst sich der Kopffüßler – eine Seltenheit im Œuvre von Antes – mit einem Arm, der ihm aus dem Haupt wächst, an die Hüfte, als würde er sich selbst im Überschwang auf den Hintern klopfen. Sogar ein schönes großes Geschlechtsteil hat der Künstler seiner Erfindung geschenkt, wie wenn er damit noch die letzten Zweifel vertreiben wollte, dass hier jemand gerade vor Kraft und Lebenslust zu bersten scheint. Bei alldem zeigt sich Antes einmal mehr auch als Humorist von hohen Graden. Grün sei die Farbe der Hoffnung, heißt es im Volksmund. Wenn es sich bei diesem Bild, was nicht so abwegig ist, wie es zunächst klingen mag, um ein Selbstporträt handelt, dann sagt der Künstler damit doch wohl dies: „Platz da, hier komme ich – hoffentlich“. Horst Antes hat in seiner inzwischen beinahe sechzig Jahre umspannenden Laufbahn sehr ernste Bilder und Skulpturen geschaffen. „Grüne Figur II“ zählt nicht dazu. UC




Horst Antes (Heppenheim 1936 – lives in Karlsruhe and Castellina, Chianti)
„Grüne Figur II (Blumebild)“. 1969
Aquatec auf Leinwand. 120 × 100 cm ( 47 ¼ × 39 ⅜ in.). Rückseitig mit Pinsel in Grün betitelt, bezeichnet, datiert und signiert: Grüne Figur II (Blumebild) Aquatec 1969 Antes.
Volkens 1970-23.–
[3306]
Ausstellung: Horst Antes – Bilder, Graphik. Braunschweig, Galerie Schmücking, 1971 / Antes Bilder 1965-1971. Baden-Baden, Kunsthalle; Bern, Kunsthalle; Bremen, Kunsthalle; Frankfurt a.M., Kunstverein, 1971/72, Kat.-Nr. 100, Abb. S. 109 / Horst Antes. Frühe Arbeiten. Iserlohn, Villa Wessel, 2006

Horst Antes‘ Kopffüßler gehören zu den eigenständigsten Bildererfindungen der zeitgenössischen Kunst der letzten fünfzig Jahre. Sie haben den 1936 in Heppenheim geborenen Künstler international bekannt gemacht und ihm Gelegenheit gegeben, ein Thema über viele Jahrzehnte in unzähligen Variationen durchzudeklinieren. Den Kopf stets im Profil und auf mehr oder minder kurzen Beinen stehend, aber ohne erkennbare Hinweise auf einen Körper dazwischen, sind sie tatsächlich unverwechselbar. Betrachtet man Antes‘ Schaffen allerdings im Überblick, fällt auf, wie breit ihr Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten wirklich ist. Streng genommen sind sie nur die Hülle, die Antes bei jedem Bild und jeder Skulptur, die er schafft, neu mit Inhalt füllt. Dabei hat sich der Künstler schon früh als Meister psychologischen Einfühlungsvermögens erwiesen. Das Gemälde „Grüne Figur II“ entstand 1969, und damit zu einer Zeit, in der Horst Antes bereits viel öffentliche Anerkennung erfahren hatte. Im Jahr zuvor war er, wie schon 1964, zur Documenta nach Kassel eingeladen worden. In Venedig hatte er auf der 33. Biennale den Preis für Malerei erhalten. Antes war erst Anfang dreißig, aber auf dem besten Weg, eine Karriere zu starten, die ihn zu einem der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart machen sollte. In „Grüne Figur II“ meint man, diese Hochstimmung, die Antes damals empfunden haben muss, mit Händen greifen zu können. Seiner (im Übrigen ausgesprochen delikat kolorierten) grünen Figur hat er nicht ein, sondern wie bei einer Phasenverschiebung drei Profile gegeben. Wach der Blick, übermütig das Grinsen, fasst sich der Kopffüßler – eine Seltenheit im Œuvre von Antes – mit einem Arm, der ihm aus dem Haupt wächst, an die Hüfte, als würde er sich selbst im Überschwang auf den Hintern klopfen. Sogar ein schönes großes Geschlechtsteil hat der Künstler seiner Erfindung geschenkt, wie wenn er damit noch die letzten Zweifel vertreiben wollte, dass hier jemand gerade vor Kraft und Lebenslust zu bersten scheint. Bei alldem zeigt sich Antes einmal mehr auch als Humorist von hohen Graden. Grün sei die Farbe der Hoffnung, heißt es im Volksmund. Wenn es sich bei diesem Bild, was nicht so abwegig ist, wie es zunächst klingen mag, um ein Selbstporträt handelt, dann sagt der Künstler damit doch wohl dies: „Platz da, hier komme ich – hoffentlich“. Horst Antes hat in seiner inzwischen beinahe sechzig Jahre umspannenden Laufbahn sehr ernste Bilder und Skulpturen geschaffen. „Grüne Figur II“ zählt nicht dazu. UC


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