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Lot 248 - Max LiebermannBlumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten Öl auf Leinwand. 71,5 x [...]

Estimation : 400 000 € / 450 000 €

Max Liebermann
Blumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten

Öl auf Leinwand. 71,5 x 94,5 cm. Gerahmt. Unten links schwarz signiert 'M Liebermann'.

Eberle 1926/15

Provenienz
Ehemals Privatbesitz USA; Sammlung S., Zürich (1959); Galerie Grosshennig, Düsseldorf (1960); Rheinische Privatsammlung

Ausstellungen
Köln 1959, 458. Lempertz'sche Kunstversteigerung, Kunst des XX. Jahrhunderts, 5.12. 1959, Nr. 161 mit Abb. Tafel 11; Düsseldorf 1960 (Galerie Grosshennig), Meisterwerke der Malerei und Plastik des 19. Jahrhunderts, o.S. mit Abb.; Bonn 2011 (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland), Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne, Kat. Nr. 134 mit Farbabb.

Literatur
Hans Rosenhagen, Max Liebermann, Bielefeld-Leipzig 1927 (2. neubearbeitete Auflage), mit Farbabb. 80; Weltkunst, Jg. XXX, 1960, Nr. 4 mit Abb. S. 31 (Galerieanzeige von Grosshennig); Holly Prentiss Richardson, Landscape in the work of Max Liebermann, Phil.Diss. Brown University, Ann Arbor 1991, Vol. II, S. 263, Nr. 754

Im Jahr 1909 erwirbt Max Liebermann ein Grundstück am Ufer des Großen Wannsees und beauftragt den Architekten Paul Baumgarten mit der Errichtung eines zweigeschossigen Landhauses inmitten des langgestreckten Grundstücks. Die Gestaltung des Gartens bespricht er mit seinem Freund Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle. Eine ausführliche Korrespondenz zwischen dem Künstler und dem Kunsthistoriker geben Zeugnis von einer intensiven Beschäftigung des Museumsmannes mit historischen Vorbildern der Gartengestaltung unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse des Malers und seiner Familie.
Vorne zur Straße wird ein Nutz- und Blumengarten angelegt, auf dem Grundstück hinter dem Haus zum Wasser hin wechseln Rasenflächen mit prospektartigen Heckengärten und frei gepflanzten Birken. Die nun entstehenden, zahlreichen Gemälde Liebermanns mit dem Garten als Motiv lassen dessen unterschiedliche Garten-Anlagen nachvollziehen und sind neben ihrer farblichen Pracht auch Dokument für einen Zustand, der heute nicht mehr erhalten, aber zum Teil rekonstruiert ist.
Über mehr als zwei Jahrzehnte malt Liebermann seinen Garten, und von Beginn an entsteht neben den bekannten Themen eine neue Facette in seinem umfangreichen Werk. Je mehr dem Künstler die Strukturen des Gartens, die Ordnung zwischen Wegen und Beeten vertraut werden und die Üppigkeit der Bepflanzung zunimmt, umso freier und leichter wird sein malerischer Blick auf den Ort der Ruhe fernab der Großstadt Berlin. Überwiegt in anfänglich entstehenden 'Porträts' der Gartenlandschaft noch der für Liebermann typische, am französischen Impressionismus angelehnte Malduktus, so befreit sich der Künstler Mitte der 1920er Jahre immer mehr von der strengen Ordnung der Gartenanlage und schwenkt seinen Blick buchstäblich zur Seite wie hier auf Staudenrabatten vor einer dichten grünen Waldfolie. Er wechselt damit nicht nur die Perspektive, sondern wechselt auch zu einer nahezu fauvistischen Farb- und Malpalette. Grün in Grün wechseln mehr oder weniger breite Pinselhiebe und wachsen zu einer undurchsichtigen Wand, vor der üppige Pflanzenstiele mit aufgesetzten dunkelroten und orange-farbigen Blüten stehen, gestaffelt über ein breites Beet am Rande eines gerade noch angeschnittenen, schräg nach rechts führenden Weges mit sauber gepflegter Kante, um dem ganzen Motiv eine gewisse Ausrichtung und gewissermaßen „Erdung“ zu verleihen. Klassische Landschaftsmalerei mit unberührter Natur wird von Liebermann virtuos auf die Spitze seines Könnens getrieben. Diese freie Naturentfaltung erscheint wie eine Befreiung von einer akademischen Ordnung, der nicht zuletzt auch Liebermann als strenger Juror über Jahre ein Gesicht gibt. Der Wannseegarten als Atelier ist für Liebermann eine willkommene Abwechslung zu seinem Wohnhaus und Atelier am Pariser Platz direkt neben dem Brandenburger Tor und schräg gegenüber der Akademie der bildenden Künste, wo Gäste der Gesellschaft empfangen und bisweilen porträtiert werden. Der Wannseegarten und die über hundert Bilder, die hier entstehen sind ein Zeugnis für den Weg des Künstlers, dem Wildwuchs der Natur näher zu kommen und ist mit diesem 'Porträt' der Blumenstauden quasi in ihn hineingetreten.

Max Liebermann
Blumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten

Oil on canvas. 71.5 x 94.5 cm. Framed. Signed 'M Liebermann' in black lower left.

Eberle 1926/15

Provenance
Formerly private possession, USA; Collection S., Zurich (1959); Galerie Grosshennig, Düsseldorf (1960); Rhenish private collection

Exhibitions
Cologne 1959, 458. Lempertz'sche Kunstversteigerung, Kunst des XX. Jahrhunderts, 5.12. 1959, no. 161 with illus. pl. 11; Düsseldorf 1960 (Galerie Grosshennig), Meisterwerke der Malerei und Plastik des 19. Jahrhunderts, n. pag. with illus.; Bonn 2011 (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland), Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne, cat. no. 134 with colour illus.

Literature
Hans Rosenhagen, Max Liebermann, Bielefeld-Leipzig 1927 (2. neubearbeitete Auflage), with colour illus. 80; Weltkunst, yr. XXX, 1960, no. 4 with illus. p. 31 (Galerieanzeige von Grosshennig); Holly Prentiss Richardson, Landscape in the work of Max Liebermann, Phil.Diss. Brown University, Ann Arbor 1991, vol. II, p. 263, no. 754

In 1909 Max Liebermann purchased a property on the shore of the Großer Wannsee and commissioned the architect Paul Baumgarten to build a two-storey country house in the middle of the elongated property. He discussed the design of the garden with his friend Alfred Lichtwark, the director of the Hamburger Kunsthalle. An extensive exchange of letters between the artist and the art historian documents the museologist's intense occupation with historical models of garden design, taking into account the needs of the painter and his family.
A flower and kitchen garden was set up in the front, towards the street; behind the house, on the piece of land leading to the water, sections of lawn alternate with hedge gardens suggestive of perspectival backdrops and freely placed birch trees. The numerous paintings that Liebermann then began to create with his garden as their motif allow us to grasp the different areas of the garden and, in addition to the splendour of their colours, they are also documents of a state that is no longer preserved today, but has been partially reconstructed.
Liebermann painted his garden for more than two decades and, from the very beginning, this created a new facet alongside the well-known subjects in his extensive oeuvre. As the structures of the garden, its arrangement between paths and beds, became more familiar to the artist and the plants grew more luxuriant, his painterly perspective on this place of tranquillity far from the metropolis of Berlin became all the more free and light. Whereas Liebermann's characteristic brushstroke based on French Impressionism still predominated in the 'portraits' of the garden landscape created at the beginning, the artist increasingly liberated himself from the strict order of the landscaped garden in the mid-1920s and literally cast his view to the side - in the image here, towards the border of perennial flowers in front of a dense, green, wooded background. He not only changed his perspective in this way, he also changed to an almost Fauvist palette of colours and brushstrokes. More or less broad strokes of the brush alternate green in green, and they grow into an opaque wall; in front of it stand luxuriantly upright stems topped with dark red and orange flowers, rising in tiers above a broad bed at the edge of a path almost entirely cut off by the painting's edges. With a cleanly manicured edge, it leads diagonally to the right, investing the entire motif with a certain directionality and 'earthing', so to speak. At the pea

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Thème : Peintures et dessins Ajouter ce thème à mes alertes