Arts Appliqués Européens chez Van Ham, 50968 Cologne (Allemagne)

Fin de la vente: le 20 Mai 2017 à 23:59


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Lot 1590 - MUSEALER ROKOKO PULTSEKRETÄR. - Neuwied. Um 1765-68. Abraham Roentgen. - - [...]

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MUSEALER ROKOKO PULTSEKRETÄR.
Neuwied. Um 1765-68. Abraham Roentgen.

Eiche, Nussbaum und Nadelholz. Nussbaum, gefärbter Ahorn, Königsholz, Amaranth eingelegt. Eisen, Messing, tlw. vergoldet. Feiner, grazil gebauter Korpus mit geschweiften Seiten, Front und Zargen, versehen mit einer geneigten, klappbaren Schreibplatte. Die geschwungenen Beine, endend in den für Roentgen typischen Huffüßen mit Fellpartie, gehen nahtlos in die ausladend geschweifte, gebauchte Zarge über. Der große Schubkasten mit gelipptem Rand. Die äußerst aufwendig gearbeitete Marketerie zeigt Rocaille-Motive sowie detailreiche florale Ornamente, die teilweise durch Blütenpollen aus eingeschlagenen, geschwärzten Holzdübeln vollendet werden. Marketerie mit Ausnahme der Rückseite allseitig. Innseitig flankieren drei geschweifte Schübe den zentralen, zart gebauchten Schub. Darunter ein offenes Fach. 94x98x62 cm. Rückseitiger Vermerk 'G4'. Zustand A/B.

Provenienz:
- Kunsthandel Fischer-Böhler, München (1970er Jahre).
- Privatsammlung München.

Literatur:
- Dietrich Fabian: Abraham und David Roentgen. Bad Neustadt/Saale 1996. Das Möbel ist aufgeführt und abgebildet auf S. 97 Nr. 207.
- Dietrich Fabian: Abraham und David Roentgen. Von der Schreinerwerkstatt zur Kunstmöbel-Manufaktur. Bad Neustadt/Saale 1992. Das vergleichbare Möbel der Sammlung Schönborn auf Schloss Pommersfelden ist abgebildet auf S. 18 Tafel 36 und 37. Ein anderer Typus auf S. 19 Tafel 39.
- Hans Huth: Roentgen. Abraham und David Roentgen und ihre Neuwieder Möbelwerkstatt. München 1974. Das vergleichbare Möbel von Schloss Wiesentheid ist abgebildet auf Tafel 17, ein anderer Typus auf Tafel 35.

Charakteristisches Merkmal einer Gruppe von Möbeln, die Abraham Roentgen in den 1750er und 1760er Jahren schuf, und in die sich der hier angebotene Pultsekretär einfügt, ist die organische Gestaltung, die durch weich schwingende Linien und Formen, die Verwendung von geschnitzten Tierbeinen als Träger des Möbelkörpers sowie die ungewöhnliche Verbindung der Beine mit diesem erreicht wird.
Die aus massivem Nussbaum modellierten Pferdebeine mit Hufen und fein geschnitzten Fellpartien laufen sichtbar in den Möbelkörper und werden dort seitlich von Furnieren überlappt. Dadurch entsteht der Eindruck, die Beine seien "aus dem Korpus gewachsen", - eine wohl durch Abraham Roentgen eingeführte Innovation, die das Organische dieser Möbelgruppen noch unterstreicht und für die sich weder an englischen noch an französischen Möbeln Vergleichsbeispiele finden.
Einige Möbel dieser Gruppe haben sich auf Schloss Weissenstein in Pommersfelden erhalten. Sie stammen aus verschiedenen Zweigen der Familie Schönborn. Ein sehr ähnlicher Pultsekretär befand sich 1928 auf Schloss Wiesentheid. Er dürfte etwas früher, um 1755-1760, entstanden sein. Gestalterisch entspricht das Eingerichte dem des hier angebotenen Pultsekretärs. Die Beine und die Zarge des Wiesentheider Modells sind mit Beschlägen geschmückt, worauf bei einem nussbaumfurnierten Möbel dieses Typs, ehemals im Schönbornschen Schloss Weiler befindlich, verzichtet wurde.
Gegen Ende der 1760er Jahre setzte sich zunehmend die Marketerie-Technik durch, bei der ganze Möbelflächen mit zuvor zusammengesetzten Bildmotiven furniert wurden. Auch wurde nun zunehmend "à la mosaique" gearbeitet, eine neue Arbeitsweise, bei der die Bildmotive "puzzleartig" aus in verschiedenen Farben durchgebeizten Furnieren zusammengesetzt und als Ganzes aufgeleimt wurden.
Die Einlegearbeiten des hier angebotenen Pultsekretärs lassen auf eine Entstehung zwischen 1765 und 1768 schließen. Die traditionelle Intarsien-Technik steht in höchster Blüte und zeigt noch keinerlei Einflüsse des aufkommenden Klassizismus. Auch die Form des von Abraham Roentgen entwickelten Möbeltyps entspricht noch ganz dem nach englischem Geschmack ausgebildeten gemäßigten Rokoko.
Der hier vorgestellte Pultsekretär stellt eine reife Ausführung eines von Abraham Roentgen in den 1750er Jahren entwickelten Möbeltyps dar. Gute Proportionen und perfekte Verarbeitung zeigen die reichliche Erfahrung der Werkstatt mit diesem Modell. Parallel zur Entwicklung der Form reift in diesen Jahren auch die bereits zuvor beschriebene Technik der Einlegekunst, sodass sich auch diese in höchster Blüte zeigt. Der Pultsekretär steht am Ende des Rokoko, der Hochzeit des Schaffens von Abraham Roentgen, und veranschaulicht in würdiger Weise, wofür er mit seiner Werkstatt berühmt wurde: gute Formen, perfekte Verarbeitung und unübertroffene Intarsien.

Erläuterungen zum Katalog


MUSEUM WALNUT AND MARQUETRY ROCOCO SECRETAIRE.
Neuwied. Ca. 1765-68. Abraham Roentgen.

Oak, walnut, and conifer wood. Walnut, stained maple, king wood, inlaid amaranth. Iron, brass, partly gilt. Fine, delicately built body with serpentine sides, front, and frieze, furnished with a prone, hinged writing desk. The curved legs ending in hoof feet with fur section, which are characteristic of Roentgen, seamlessly merge into the protruding curved, balbous apron. The large drawer with lipped rim. The exceptionally elaborate marquetry displays rocaille motifs as well as detailed floral ornaments, which are partly completed by pollen from tapped-in blackened pegs. Marquetry all round except for the back. On the inside, three curved drawers flank the central slightly balbous drawer. Below that an open compartment. 93.6x98.2x62.1 cm. 'G4' stamped verso. Condition A/B.

Provenance:
- Art Trade Fischer-Böhler.
- Private collection, Munich.

Literature:
- Fabian, D.: Abraham und David Roentgen. Bad Neustadt/Saale 1996, listed and depicted p. 97 no. 207.
- Dietrich Fabian: Abraham und David Roentgen. Von der Schreinerwerkstatt zur
Kunstmöbel-Manufaktur. Bad Neustadt/Saale 1992. A comparable piece of furniture from the collection Schönborn at Pommersfelden Castle is depicted on p. 18 plate 36 and 37. Another type on p. 19 plate 39.
- Hans Huth: Roentgen. Abraham und David Roentgen und ihre Neuwieder Möbelwerkstatt.
Munich 1974. The comparable piece of furniture from Wiesentheid Castle is depicted on plate 17, another type on plate 35.

The organic composition that is achieved through softly curved lines and forms, the use of carved animal legs as supports of the corpus, as well as the unusual connection between it and the legs, is a characteristic feature of a group of furniture that was made by Abraham Roentgen in the 1750s and 1760s, and which the here offered secretaire is part of.
The horse legs with hoofs modelled from massive walnut and the delicately carved parts of the fur flow visibly to the corpus and are laterally interleaved by veneer. This conveys the impression that the legs "grow from the corpus", - an innovation invented by Abraham Roentgen that is emphasising the organic elements of this furniture and which can neither be found on comparable English nor French furniture.
Several pieces from this group have been preserved on Weissenstein Castle in Pommersfelden. They originate from different branches of the Schönborn family. A very similar secretaire was located at Wiesentheid Castle in 1928. It was probably made a little earlier, ca. 1755-1760. In terms of composition the furniture corresponds to the secretaire offered here. The legs and frieze of the Wiesentheider model are decorated with fittings, which was refrained from with this walnut veneered piece of furniture of this type, formerly situated at Schönborn Castle Weiler.
In the late 1760s, a marquetry technique won through, in which the complete surface of the furniture was veneered with previously assembled images. Moreover, it was increasingly worked "à la mosaique", a new method where the images were assembled like a puzzle from stained veneers in various colours and glued on as a whole.
The inlay of the secretaire offered here suggests an origin between 1765 and 1768. The traditional inlay-work is in highest bloom and shows no influence of the emerging Classicism yet. The type of furniture developed by Abraham Roentgen still corresponds completely to the moderate Rococo developed according to English taste.
The secretaire presented here shows a mature execution of one of the types of furniture developed by Abraham Roentgen in the 1750s. Fine proportions and perfect processing show the rich experience the workshop had with this model. Parallel to the development of the form during those years, the abovementioned technique of inlay-work ripens as well, so it appears in full flower too. The secretaire stands at the end of the Rococo, the height of Abraham Roentgen's creative work, and exemplifies what his workshop was famous for in a worthy way: fine forms, perfect processing, and unrivalled inlay-work.

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