Lot 17
Alexej von Jawlensky (1864 Torschok – 1941 Wiesbaden)
„Landschaft mit Bäumen“. Um 1909
Öl auf Malkarton. 49,6 × 53,6 cm ( 19 ½ × 21 ⅛ in.).
Jawlensky 272.–
Die Vorderseite des Gemäldes mit unserem Motiv wurde nach 1944 von der Rückseite (wohl Jawlensky 247) getrennt und auf Pappe aufgezogen. Retuschen, Ecke unten links ergänzt. [3213]
Provenienz: Josef Eberz, München (1920 bei der Aufgabe von Jawlenskys Münchner Atelier erworben, bis 1942) / Gertrud Eberz-Alber, Witwe von Josef Eberz, München (1942–1944) / Paul Beck, Stuttgart (1944 von der Vorbesitzerin erworben, seitdem in Familienbesitz)
Ausstellung: 16. Kunstausstellung: Alexej von Jawlensky. Ölgemälde, Zeichnungen. Villingen-Schwenningen, Beethovenhaus, 1972, Kat.-Nr. 34 (54,5 x 50,5 cm, datiert „um 1912“)
1908, ein Jahr bevor Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky die „Neue Künstlervereinigung München“ gründeten, arbeiteten sie zusammen in Murnau in der freien Natur.
Jawlensky war zu dieser Zeit der Fortgeschrittenste der vier. Auf verschiedenen Reisen nach Frankeich hatte er erfahren, was es hieß, das zu malen, was er im Inneren fühlte. Er verzichtete zunehmend auf die dreidimensionale, möglichst realistische Darstellung von Mensch und Natur und schuf einfache Strukturen, die er mit intensiven
Farbtönen füllte. Durch den Holländer Jan Verkade, einen ehemaligen Schüler Paul Gauguins, erlernte er die Technik des Cloisonné, das Umfassen der Farbflächen durch deutliche, meist schwarze Konturen.
Auch in unserem Bild umrandet Jawlensky Wiese, Bäume und Gebirge mit dunklen Linien. Im Himmel leuchten die flammenden Farben des Sonnenuntergangs, Orange und Pink. Sie bilden einen komplementären Kontrast zum Grün des Vordergrunds und rufen so eine außerordentliche Lebendigkeit und Expressivität hervor. Im gesamten Bild setzt Jawlensky lockere Pinselstriche, die der Komposition einen eigenen Rhythmus und eine moderne Dynamik verleihen. Die weißen Punkte, die hier noch als Baumblüten interpretierbar sind, kehren in späteren Gemälden des Künstlers wieder: in der Folge der „Variationen“, die in den Jahren von 1914 bis 1921 seine erste vollkommen abstrakte Bildgruppe darstellt. NB
Alexej von Jawlensky (1864 Torzhok – 1941 Wiesbaden)
„Landschaft mit Bäumen“. Circa 1909
Oil on artist's board. 49,6 × 53,6 cm ( 19 ½ × 21 ⅛ in.).
Jawlensky 272.–
The front of the painting with our subject was separated from the reverse (presumably Jawlensky 247) some time after 1944, and was laid down on cardboard. Retouchings, lower left corner repaired. [3213]
Provenienz: Josef Eberz, Munich (acquired when Jawlensky gave up his studio in 1920, until 1942) / Gertrud Eberz-Alber, widow of Josef Eberz, Munich (1942–1944) / Paul Beck, Stuttgart (acquired 1944 from the previous owner, thence by descent to the present owner)
Ausstellung: 16. Kunstausstellung: Alexej von Jawlensky. Ölgemälde, Zeichnungen. Villingen-Schwenningen, Beethovenhaus, 1972, cat. no. 34 (54,5 x 50,5 cm, dated "circa 1912")
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