Lot 21
Alexej von Jawlensky (Torschok 1864 – 1941 Wiesbaden)
„GROSSE MEDITATION“. Um 1936/37
Öl auf leinenstrukturiertem Papier, auf Karton aufgezogen. 24,9 x 18,8 cm ( 9 ¾ x 7 ⅜ in.). Unten links monogrammiert: A. J. Unten rechts unleserlich datiert: 3[.].
Nicht bei Jawlensky. – Mit einer Fotoexpertise von Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky und Angelica Jawlensky Bianconi, Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Locarno, vom 9. Oktober 2001.–
Restaurierte Einrisse. [3545]
Provenienz: Arte Moderna e Contemporanea, Venedig/Pietrasanta / Privatsammlung, Polen (erworben 2002 in der o.g. Galerie)
Alexej von Jawlensky hat sich selten zu seiner Kunst geäußert und ihr kein Theoriegebäude wie beispielsweise Kandinsky zur Seite gestellt. Dies führte dazu, daß die Nachwelt gerade den späten Bildfolgen einen mystischen Nimbus verlieh, der sich aus der russischen Heimat des Künstlers herleitet. Zweifellos war Jawlensky ein tiefreligiöser Mensch, und die Kopfform der späten Arbeiten erinnert an den Christuskopf, doch greift eine solche Interpretation der Versenkung ins Innere und Geistige zu kurz. Der Maler erforschte die Möglichkeiten der Malerei auf empirische Weise in seinen Serien der „Variationen“, der „Abstrakten Köpfe“ und der „Meditationen“. Der menschliche Kopf war das beherrschende Motiv im Werk Jawlenskys, von den Anfängen bis zu den letzten Arbeiten. Die starkfarbigen Portraits begründeten seine ersten Erfolge, in den „Abstrakten Köpfen“ tilgte der Maler die Individualität und vereinfachte sie zugunsten einer seriellen Systematisierung immer mehr. Gleichzeitig erzeugt die große Varianz der Palette eine Vielzahl von Stimmungen.
In seiner letzten Serie, den „Meditationen“, vereinheitlicht Jawlensky Form und Farbklang noch stärker. Ein in jedem Bild wiederkehrendes Bildgerüst wird in dunkler Farbigkeit, ernst und herb, getönt. In dieser Serie verwirklicht Jawlensky seine Vorstellung von der Macht der Farbe, die sich nun fast gänzlich vom Gegenstand, dem menschlichen Gesicht, löst. Mit formelhafter Geste wird das Antlitz auf vertikale und mehrere horizontale Striche reduziert. Dazwischen erscheinen Farbflächen in Ocker, Türkis, Rot und mehreren, aus diesen Farben gewonnenen Zwischentönen. Jede der „Meditationen“ ist einzigartig, und es ist fast verstörend, in welche Tiefen des Ausdrucks Jawlensky mit jedem einzelnen dieser Bilder vorzudringen vermochte. (OH)
Alexej von Jawlensky (Torzhok 1864 – 1941 Wiesbaden)
„GROSSE MEDITATION“. Circa 1936/37
Oil on linen-finish paper, laid down on cardboard. 24,9 x 18,8 cm ( 9 ¾ x 7 ⅜ in.). Monogrammed lower left: A. J. Lower right dated illegibly: 3[.].
Not in the catalogue raisonné by Jawlensky. With a photo certificate by Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky and Angelica Jawlensky Bianconi, Alexej von Jawlensky-Archiv S.A., Locarno, dated 9 October 2001.–
Repaired tears. [3545]
Provenienz: Arte Moderna e Contemporanea, Venice/Pietrasanta / private collection, Poland (acquired 2002 in the above-mentioned gallery)
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Retrouvez des lots similaires en vente sur Interencheres
Voir plus de lots en vente sur Interencheres
Estimation :4 000 € - 6 000 €
Live
14/06/2026
Proposé par Osenat
Estimation :300 €
Live
19/06/2026
Proposé par OGER-BLANCHET
Estimation :80 000 €
120 000 €
Live
17/06/2026
Proposé par AGUTTES
Estimation :450 € - 600 €
Live
28/06/2026
Proposé par Militaria auctions
Estimation :50 € - 80 €
Live
28/06/2026
Proposé par Militaria auctions