Lot 468
Alexej von Jawlensky (Torschok 1864 – 1941 Wiesbaden)
„Meditation“. 1935
Öl auf leinenstrukturiertem Papier auf Karton. 17,9 × 13,7 cm (32,7 × 25,1 cm) ( 7 × 5 ⅜ in. (12 ⅞ × 9 ⅞ in.)). Unten links monogrammiert: A. J. Unten rechts datiert: 35. Rückseitig von Lisa Kümmel mit Feder in Braun beschriftet: A. Jawlensky I. 1935 N. 48.
Jawlensky 1593A.–
[3199]
Provenienz: Emil Noelle, Witten (am 31.12.1940 vom Künstler er-halten) / Privatsammlung, Witten / Privatsammlung, Hessen / Privatsammlung, Thüringen
Alexej von Jawlensky hat sich selten zu seiner Kunst geäußert und ihr kein Theoriegebäude wie beispielsweise Kandinsky zur Seite gestellt. Dies führte dazu, dass die Nachwelt gerade den späten Bildfolgen einen mystischen Nimbus verlieh, der sich aus der russischen Heimat des Künstlers herleitet. Zweifellos war Jawlensky ein tiefreligiöser Mensch, und die Kopfform der späten Arbeiten erinnert an den Christuskopf, doch greift eine solche Interpretation der Versenkung ins Innere und Geistige zu kurz. Der Maler erforschte die Möglichkeiten der Malerei auf empirische Weise in seinen Serien der „Variationen“, der „Abstrakten Köpfe“ und der „Meditationen“. Der menschliche Kopf war das beherrschende Motiv im Werk Jawlenskys, von den Anfängen bis zu den letzten Arbeiten. Die starkfarbigen Porträts begründeten seine ersten Erfolge, in den „Abstrakten Köpfen“ tilgte der Maler die Individualität und vereinfachte die Darstellung zugunsten einer seriellen Systematisierung immer mehr. Gleichzeitig erzeugt die große Varianz der Palette eine Vielzahl von Stimmungen. In seiner letzten Serie, den „Meditationen“, vereinheitlicht Jawlensky Form und Farbklang noch stärker. Ein in jedem Werk wiederkehrendes Bildgerüst wird in dunkler Farbigkeit, ernst und herb, getönt. In dieser Serie verwirklicht Jawlensky seine Vorstellung von der Macht der Farbe, die sich nun fast gänzlich vom Gegenstand, dem menschlichen Gesicht, löst. Mit formelhafter Geste wird das Antlitz auf vertikale und mehrere horizontale Striche reduziert. Dazwischen erscheinen Farbflächen in Ocker, Türkis, Rot und mehreren aus diesen Farben gewonnenen Zwischentönen. Jede der „Meditationen“ ist einzigartig, und es ist fast verstörend, in welche Tiefen des Ausdrucks Jawlensky mit jedem einzelnen dieser Bilder vorzudringen vermochte. OH
Alexej von Jawlensky (Torzhok 1864 – 1941 Wiesbaden)
"Meditation". 1935
Oil on linen-finish paper on cardboard. 17,9 × 13,7 cm (32,7 × 25,1 cm) ( 7 × 5 ⅜ in. (12 ⅞ × 9 ⅞ in.)). Monogrammed lower left: A. J. Dated lower right: 35. Inscribed by Lisa Kümmel in pen and brown ink on the reverse: A. Jawlensky I 1935 N. 48.
Jawlensky 1593A.–
[3199]
Provenienz: Emil Noelle, Witten (acquired from the artist on 31.12.1940) / Private Collection, Witten / Private Collection, Hesse / Private Collection, Thuringia
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