Lot 21
Alexej von Jawlensky (Torschok 1864 – 1941 Wiesbaden) „Variation: Herbstglanz“. 1915 Öl auf leinenstrukturiertem Papier, vom Künstler auf Karton aufgezogen. 35,8 × 27,3 cm ( 14 ⅛ × 10 ¾ in.). Unten links monogrammiert: A.J. Rückseitig mit Feder in Braun signiert, datiert und betitelt: A. Jawlensky 1915 „Herbstglanz“. Darunter mit einer Widmung in kyrillischer Schrift an Grunja und Dassik Sakom. Jawlensky 682.– [3020] Provenienz: Grunja und Dassik Sakom, Paris (1932) / Galerie Gunzenhauser, München / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Jawlensky, Münter, Kandinsky und der Blaue Reiter. München, Galerie Gunzenhauser, 1988, Kat.-Nr. 3, mit Farbabbildung Natur als Farbentanz – so hielt Alexej von Jawlensky im Jahr 1915 den Ausblick fest, der sich ihm alltäglich vom Fenster seiner einfachen Dreizimmerwohnung in St. Prex auf den See bot. Diese bewohnte er gemeinsam mit Helene Nesnakomoff, ihrem gemeinsamen Sohn Andreas und der Malerin Marianne von Werefkin. Da sie russische Staatsbürger waren, hatten sie Deutschland bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs verlassen müssen und waren von München aus in die Schweiz emigriert. Die Biografie des Malers, aber auch sein künstlerisches Werk erfuhren eine deutliche Zäsur: Variationen und Bilderserien bestimmten von nun an Jawlenskys Œuvre. In bescheidenen, fast ärmlichen Verhältnissen malte er abstrahierte Baumlandschaften, die vor allem durch ihren Reichtum an expressiver Farbigkeit bestechen. Mit scheinbar müheloser Konsequenz, aus einem meditativen Impuls heraus, schuf Jawlensky zahlreiche Kompositionen in bewusst begrenzten Formaten, mit denen er eine emotionale Unmittelbarkeit zwischen Bild und Betrachter herstellte. In ihrem Neben- und Miteinander, in Form und Temperatur wirken die intensiv leuchtenden Farbflächen unserer „Variation: Herbstglanz“ anregend und beruhigend zugleich. Wie ein frischer Wind durchwehen luftige Töne aus Blau, Türkis, Grün und Violett die abstrakte Herbstwelt. Gelbe, orangefarbene und rote Farbflächen deuten die typische Verfärbung des Laubes zu dieser Jahreszeit an. Ihre Position und ihr Zusammenspiel suggerieren das räumliche Gefüge eines Gartens. Ohne Anspruch auf botanische Genauigkeiten hat Jawlensky durch breite, aufstrebende Pinselstriche Bäume und Sträucher entstehen lassen. Nur vereinzelt zeichnete er in dunklem Blau oder Schwarz einen Stamm nach oder verdichtete die Pinselstriche zum Nadelkleid einer Tanne. Sich in die schwarze gemalte Rahmung des Hochformats einschmiegend, strebt alles nach oben, will ein letztes Mal wachsen und erblühen, bevor der Winter die Pflanzenwelt mit Schnee zudeckt und in Schlaf versetzt. KH Alexej von Jawlensky (Torzhok 1864 – 1941 Wiesbaden) „Variation: Herbstglanz“. 1915 Oil on linen-finish paper, laid down on cardboard by the artist. 35,8 × 27,3 cm ( 14 ⅛ × 10 ¾ in.). Monogrammed lower left: A.J. On the reverse signed, dated and titled in pen and brown ink: A. Jawlensky 1915 „Herbstglanz“. Below this with a dedication in Cyrillic text at Grunja and Dassik Sakom. Jawlensky 682.– [3020] Provenienz: Grunja and Dassik Sakom, Paris (1932) / Galerie Gunzenhauser, Munich / Private collection, Northern Germany Ausstellung: Jawlensky, Münter, Kandinsky und der Blaue Reiter. Munich, Galerie Gunzenhauser, 1988, cat. no. 3, with colour illustration
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0