Lot 214
Andrea Sacchi,
1599 Nettuno – 1661 Rom, zug.
ALLEGORIE DES TRAUMES
Öl auf Leinwand.
122 x 155,5 cm.
In diesem seltenen, auf den ersten Blick nicht leicht zu deutenden allegorischen Bildthema hat sich der Maler bei der Darstellung auf nur zwei Gestalten beschränkt. Gezeigt ist ein nach rechts liegender kräftiger Mann mit schon ergrautem Bart, dessen Augen noch geschlossen sind. Träumerisch greift er nach einem weiblichen Wesen, das in schwebender Haltung nach links entweicht, während es ihm eine zarte Blütengirlande zurücklässt. Das Bild ist voller allegorischer weiterer Anspielungen. So ist das Schlaflager des Mannes steinig wiedergegeben, der Hintergrund zeigt das beginnende Morgenrot, das darauf hinweist, dass der Maler hier das Ende eines erotischen Traumes andeuten möchte, der mit dem Erwachen endet.
Stilistisch steht das Gemälde ganz in der Malweise des genannten Künstlers. Augenfällig ist hier die besondere Charakteristik im Werk des Andrea Sacchi, der sich – ganz entgegen dem Stil seiner Konkurrenten – in einem barock-klassizistischen Sinne zur Einfachheit der Darstellungen durch nur wenige Figuren entschieden hatte. Diese Stilauffassung wurde auch durch seinen Schüler Carlo Maratti weitergeführt und gewann schließlich die Oberhand der italienischen Malerschulen der nachfolgenden Zeit. A.R.
Literatur:
Antonio d'Avosssa, Antonio Sacchi, Ed. Kappa, Rom 1985.
Hans Posse, Der römische Maler Andrea Sacchi. Ein Beitrag zur Geschichte der klassizistischen Bewegung im Barock. Seemann, Leipzig 1925.
Roberta Rinaldi Hrsg., Antonio Sacchi, De Luca, Rom 1999. (1240241) (3) (11)
Andrea Sacchi,
1599 Nettuno – 1661 Rome, attributed
ALLEGORY OF DREAMS
Oil on canvas.
122 x 155.5 cm.
Literature:
A. d´Avosssa, Antonio Sacchi, Ed. Kappa, Rome 1985.
H. Posse, Der römische Maler Andrea Sacchi. Ein Beitrag zur Geschichte der klassizistischen Bewegung im Barock, Seemann, Leipzig 1925.
R. Rinaldi (ed.), Antonio Sacchi, De Luca, Rome 1999.
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