Lot 62
Andy Warhol (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) „Marilyn“. 1967 Farbserigraphie auf leichtem Karton. 91,4 × 91,4 cm ( 36 × 36 in.). Rückseitig signiert. Feldman/Schellmann/ Defendi II.31 / Wünsche 8.– Einer von 250 numerierten Abzügen aus einer Gesamtauflage von 276 Exemplaren. Blatt 10 (von 10) der Folge: Marilyn Monroe. Factory Additions, New York 1967. [3467] Provenienz: Privatsammlung, Rheinland Andy Warhols „Marilyn“ ist eines der ikonischen Bilder des 20. Jahrhunderts. Das Werk ist heute der Inbegriff dessen, was wir Pop-Art nennen. Die bekanntesten Portraits Warhols – die von Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor und Jacqueline Kennedy – zeigen Frauen, deren Leben durch Tragik gekennzeichnet war, sei es durch die Ermordung des Mannes, Ehedramen oder Selbstmord. Alle diese Ereignisse wurden von den Massenmedien gnadenlos vermarktet, um die voyeuristischen Bedürfnisse eines auf den Skandal und das Spektakel ausgerichteten Massenpublikums zu befriedigen. Warhol erweist sich nun als Chronist – und als Moralist. Er befriedigt die Stargelüste des Publikums und zeigt eine makellose Schönheit. Und zugleich erinnert er an die Dramen des Lebens unter der glänzenden Oberfläche. Das macht seine Arbeiten so aussagestark und kraftvoll. Das erste Bild aus der Werkgruppe der „Marilyns“ entstand kurz nach dem Tod der Schauspielerin am 5. August 1962. Ausgangspunkt war ein „publicity still“ aus dem Film „Niagara“ von 1953. Die Augen halb geschlossen, den Mund leicht geöffnet, zeigt es Marilyn Monroe in einer hinreißenden Pose. Es existierten schon vorher Darstellungen der Monroe in der zeitgenössischen Kunstszene. Warhol bekannte in einem Interview von 1969, dass ihm de Koonings „Marilyn Monroe“ von 1954 den Weg gewiesen habe. Doch erst bei ihm wird die Monroe zur Ikone. In stärksten Farben, hier in Pink und Gelb, erscheint sie einem gleichermaßen vertraut und fremd. Ihre Markenzeichen, die platinblonden Haare, die gesenkten Lider, der Schönheitsfleck, werden überdeutlich ausgestellt. Das Abbild ist im selben Moment unendlich banal und überdeutlich maskiert. In der seriellen Produktion der „Marilyns“ bedient Warhol die Wünsche einer bildorientierten Gesellschaft – und hält ihr im nächsten Augenblick den Spiegel vor. OH Andy Warhol (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) „Marilyn“. 1967 Colour silkscreen on light cardboard. 91,4 × 91,4 cm ( 36 × 36 in.). Signed on the reverse. Feldmann/Schellman/Defendi II.31/Wünsche 8.– One of 250 numbered prints from a total edition of 276 copies. Sheet 10 (of 10) from the set: Marilyn Monroe. Factory Additions, New York 1967. [3467] Provenienz: Private collection, Rhineland
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Tapis et tentures
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
02/06/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0