Lot 203
Anita Rée
(Hamburg 1885 - Kampen 1933)
Tiroler Bäuerin
1921, Öl/Lw., 66,5 x 60,5 cm, r. o. sign. Rée, auf dem Keilrahmen Etikett der Galerie Flechtheim mit Nr. 825. - Der Betrachter trifft auf eine für den Kirchgang gekleidete Bäuerin, die, im engen Rahmen des Bildausschnittes und ihres Lebens, der Wahl zwischen Gut und Böse ausgesetzt ist. Der Gekreuzigte strahlt aus dem Herrgottswinkel auf sie herab, während die Versuchung in Gestalt einer Katze nicht ganz zufällig aus dem Schlafzimmer kommt. In diese Richtung geht auch der Blick der Bäuerin. Was wäre, wenn ihre Hände nicht durch den Rosenkranz gebunden wären? 'Hier präsentiert eine Großstädterin scharfsichtig ein ländliches Frauenleben, das ihrem künstlerischem Dasein so wenig gleicht' (Maike Bruns). - Literatur: WVZ: Bruhns G81. Das Gemälde ist außerdem mit Abb. publiziert in: Maike Bruhns: Anita Rée, Leben und Werk, 2001, S. 69, Abb. 66. - Provenienz: Von der Künstlerin erworben von Alfred und Carolina Hahn Cohen, Hamburg; Elisabeth Loew, Buenos Aires; Privatbesitz Großbritannien; Villa Grisebach Berlin, 30.11.2012, Kat.-Nr. 424; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. - R. ist eine der überragenden Persönlichkeiten der Hamburger Kunst. Sie war zunächst Schülerin von A. Siebelist, seit 1910 teilte sie sich ein Atelier mit F. Nölken u. F. Ahlers-Hestermann. 1912 nahm sie Unterricht bei F. Léger in Paris. Eine für ihr Oeuvre prägende Zeit verlebte sie 1922-25 in Positano in Süditalien. Zurück in Hamburg erwarb sie sich eine Stellung als bedeutende Portraitmalerin, schuf aber weiterhin Landschaften. In Hamburg gehörte sie zu den Mitbegründern der Sezession u. der 'Gedok'. Durch den Aufstieg der Nationalsozialisten fühlte sie sich menschlich isoliert; sie starb 1933 auf Sylt. Mus.: Hamburg (Kunsthalle, Altonaer Mus.), Bremen (Kunsthalle), Schleswig (SHLM), Wuppertal, Rendsburg (Jüdisches Mus.), Jerusalem u.a. Lit.: Thieme-Becker, Bénézit, Vollmer, Rump, Der Neue Rump, M. Bruhns: Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin, 2001 u. andere.
Rée, Anita
(Hamburg 1885 - Kampen 1933)
Tyrolian Farmer Woman
1921, oil/canvas, 66,5 x 60,5 cm, up. ri .sign. Rée, on the stretcher label of Galerie Flechtheim with no. 825. - Literature: Cat. rais.: Bruhns G81. The painting ist published with ill. in: Maike Bruhns: Anita Rée, Leben und Werk, 2001, S. 69, Abb. 66. - Provenance: Acquired from the artist by Alfred und Carolina Hahn Cohen, Hamburg; Elisabeth Loew, Buenos Aires; private collection Great Britain; Villa Grisebach Berlin, 30. November 2012, lot no. 424; private collection North Rhine-Westphalia. - R. is one of the most eminents artists of Hamburg. She began as pupil of A. Siebelist, one of the most important painting teachers in Hamburg at that time. Since 1910 she shared a studio with F. Nölken a. F. Ahlers-Hestermann. In 1912 she took lessons with F. Léger in Paris. R. was co-founder of the Hamburg secession a. the 'Gedok'. She was also a sought-after portrait painter. Being harrassed by the Nazis she died isolated on the island of Sylt in 1933. Mus.: Hamburg (Kunsthalle, Altonaer Mus.), Bremen (Kunsthalle), Schleswig (SHLM), Wuppertal, Rendsburg (Jüdisches Mus.), Jerusalem a. others. Lit.: Thieme-Becker, Bénézit, Vollmer, Rump, Der Neue Rump, M. Bruhns: Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin, 2001 a. others.
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