Lot 658
Anton Sminck van Pitloo (Arnheim 1790-1837 Neapel) Neapel, Blick auf die Riviera di Chiaia von Mergellina gesehen, signiert, datiert Pitloo. 1827 Napoli, Öl auf Leinwand, 50 x 77 cm, gerahmt
Provenienz:
Privatsammlung Italien
Von dieser Komposition existieren mehrere Versionen in unterschiedlichen Größen, wobei die vorliegende Arbeit als Urfassung (1827) und als die wahrscheinlich beste Version gilt. Eine kleinere Version (1829) befindet sich in der Sammlung der Provinz Neapel und ist im Ausstellungskatalog „I capolavori della citta metropolitana di Napoli“, 2015-2016, abgebildet. Eine weitere Version (1833) aus einer Privatsammlung ist im Ausstellungsbuch „Pitloo - Luci e colori del paesaggio napoletano“, 2004-2005, abgebildet.
Der in Arnheim geborene Anton Smink Pitloo gewann 1808 den Prix de Rome, der es ihm ermöglichte, zwei Jahre in Paris und ein Jahr in Rom zu studieren. Von 1808-10 studierte er in Paris bei den Pleinairmalern Jean-Joseph-Xavier Bidauld (1758-1846) und Jean-Victor Bertin (1767-1842). Danach zog er nach Rom und ließ sich 1815 in Neapel nieder, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Dort spezialisierte er sich auf die Pleinair-Malerei. Er gründete 1820 eine private Akademie der Schönen Künste und wurde 1824 Professor für Landschaftsmalerei am Königlichen Institut der Schönen Künste von Bourbon. Zusammen mit Giacinto Gigante gründete er eine Schule für Landschaftsmalerei, die „Schule von Posillipo“, benannt nach der Gegend von Neapel, in der er lebte. Sein Werk konzentrierte sich auf die Darstellung des neapolitanischen Alltagslebens. Er malte alles naturgetreu, wie auch im vorliegenden Bild. Oft waren seine Figuren von Menschen inspiriert, die er direkt beobachtet hatte. Ihm kommt eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der neapolitanischen Landschaftsmalerei in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zu.
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