Lot 30
Arnold Topp (Soest 1887 – 1945 verschollen) „Roter Beter“. 1918 Öl auf Karton. Auf Leinwand aufgezogen. 74,5 × 99 cm ( 29 ⅜ × 39 in.). Unten rechts signiert und datiert: A. Topp 18. Greifeld/Enders 18.Oe.4.– [3001] Provenienz: Galerie Der Sturm, Berlin / Eric und Salome Estorick, London / Privatsammlung, USA / Privatsammlung, Russland Ausstellung: 63. Ausstellung. Nell Walden, Arnold Topp, Hans Sittig. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Glasbilder. Berlin, Galerie Der Sturm, 1918, Kat.-Nr. 86 / 100. Ausstellung. Zehn Jahre Sturm. Gesamtschau. Berlin, Galerie Der Sturm, 1921, Kat.-Nr. 101 / stattbekannt. 150 Jahre Brandenburg in Bildern. Brandenburg, Museum im Frey-Haus, 2015 Literatur und Abbildung: Auktionskat. Sotheby´s London, 4.12.1968, Nr. 206 / Auktionskat. 7. Auktion, München Galerie Wolfgang Ketterer, 5.-7-6-1972, Nr. 1561, Farbabb. zwischen S. 280/81 Arnold Topp gehörte in den 1910er und 1920er Jahren zur Avantgarde der Berliner Kunstszene. Vermutlich während seiner Ausbildung an der Königlichen Kunstschule in Düsseldorf knüpfte der Maler erste Kontakte zu Herwarth Walden und dessen Berliner Galerie „Der Sturm“, an deren Ausstellungen er sich von 1915 bis 1926 regelmäßig beteiligte. Walden selbst nannte Arnold Topp einen der „entscheidenden und führenden Vertreter des Expressionismus“ und stellte ihn in eine Reihe mit Wassily Kandinsky, Marc Chagall und Franz Marc. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges galt Arnold Topp als verschollen und sein Name geriet nahezu in Vergessenheit. Bis heute ist er einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Rainer Enders, der Verfasser des Werkverzeichnisses, schreibt hierzu: „Das Maß an Nichtwissen über sein Leben und Werk ist vermutlich bei keinem seiner zeitgenössischen Malerkollegen größer. [...] Den schwersten Schlag gegen sein Werk bedeutete neben seiner Nichtwiederkehr aus dem Krieg der Totalverlust seines Hauses und Ateliers in Meseritz (heute Miedzyrzecz in Polen) nach dem Einmarsch der Roten Armee 1945.“ (Rainer Enders: Arnold Topp. Ein Lebensbild. Weimar 2007, S. 163) Im Gemälde „Roter Beter“ zeigt uns Arnold Topp eine Welt in Aufruhr, in der die Häuser und prachtvollen Kirchengebäude der Menschen einer blutroten Sonne entgegenstürzen, während Kometen den Nachthimmel erleuchten und eine zweite Sonne fahl hinter Gräbern versinkt. Im Zentrum agiert mit weit ausholender Geste eine rote Gestalt im Priestergewand, die dem aus den Fugen geratenen Kosmos das Kreuz entgegenhält. Kantig ineinandergreifende Formen und vielfältig nuancierte Farbflächen steigern sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Die Dynamik der Komposition verbindet sich mit einer tief glühenden Farbigkeit zu einer starken Intensität des Ausdrucks und einer Spiritualität, die bereits in den zeitgenössischen Kritiken als Besonderheit der Kunst Arnold Topps angesehen wurde. Zweifellos spiegeln sich in dem 1918 entstandenen Gemälde die existenziellen Erfahrungen der Zeit wider. Gleichzeitig werden wir Zeuge eines kosmischen Geschehens, das Raum und Zeit in einem inneren Leuchten zusammenführt – ein Schöpfungsakt, symbolisiert durch die Figur des roten Beters in einem der kraftvollsten Bilder, die von Arnold Topp erhalten geblieben sind. sch Arnold Topp (Soest 1887 – 1945 missing presumed dead) „Roter Beter“. 1918 Oil on cardboard. Laid down on canvas. 74,5 × 99 cm ( 29 ⅜ × 39 in.). Signed and dated lower right: A. Topp 18. Greifeld/Enders 18.Oe.4.– [3001] Provenienz: Galerie Der Sturm, Berlin/Eric and Salome Estorick, London/Private collection, USA/Private collection, Russia Ausstellung: 63. Ausstellung. Nell Walden, Arnold Topp, Hans Sittig. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Glasbilder. Berlin, Galerie Der Sturm, 1918, cat. no. 86/100. Ausstellung. Zehn Jahre Sturm. Gesamtschau. Berlin, Galerie Der Sturm, 1921, cat. no. 101/stattbekannt. 150 Jahre Brandenburg in Bildern. Brandenburg, Museum im Frey-Haus, 2015 Literatur und Abbildung: Auction cat. Sotheby´s London, 4 Dec. 1968, no. 206/Auction cat. 7. Auktion, Munich Galerie Wolfgang Ketterer, 5-7 June 1972, no. 1561, colour ill. between pp. 280/81
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
02/06/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0