Lot 702
Arnulf Rainer (Baden b. Wien 1929 – lebt in Wien u. Vornbach/Inn) „III. Roma“. 1958–60 Öl auf Leinwand. 70 × 50 cm ( 27 ½ × 19 ⅝ in.). Rückseitig betitelt: III. Roma. Auf dem Überspann unten rechts mit Farbstift in Blau signiert und datiert: A Rainer 58/60. [3370] Provenienz: Galerie van de Loo, München/ Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen „Ich wollte spezifische Themen malen. Aber dabei ist mir nur Schwarz, Schwarz, Schwarz eingefallen. […] Mehr als einmal habe ich versucht auszubrechen, [aber] ich habe vielmehr gesehen, dass die Qualität und die Wahrheit des Bildes nur wachsen, wenn es sich mehr und mehr verdunkelt.“ (Arnulf Rainer) Hier ist noch etwas, etwas Buntes. Etwas, das noch nicht vom soghaften Schwarz der Übermalung eingenommen wurde. Die obere rechte Ecke von unserem frühen unbetitelten Werk aus dem Jahr 1958 ist weiß geblieben. Einzelne Linien lassen sich erkennen, und wir sehen blaue, rote, orange Farbtupfer, die eine darunterliegende Malerei vermuten lassen. Die „Übermalungen“ von Arnulf Rainer leben von diesem Rest, „von der Fast-Verdeckung, und vom ‚Noch-nicht-Prinzip‘“. Rainers Schaffen jener Jahre ist geprägt von „Entexpressionierung, permanenter Verhüllung und kontemplativer Ruhe“. Ob sich unter dem monochromen Schwarz ein Werk des Künstlers selbst oder ein Werk von Mirò, Sam Francis, Georges Mathieu, Victor Vasarely oder Emilio Vedova befindet, kann nur gemutmaßt werden. Gewiss ist aber, dass diese Künstler Rainer Leinwände für seine um 1953 beginnenden „Übermalungen“ zur Verfügung gestellt haben. „Ich male nicht, sondern ich bemale, übermale oder zermale, das heißt, ich brauche einen Auslösefaktor, etwas Existierendes, das ich bestalte. Bei den Übermalungen lösche ich etwas aus, mit dem ich mich zuerst identifizierte.“ Rainers Übermalungen sind also keine inhaltlichen Negationen, vielmehr ist die geschichtete Malerei über der Malerei eine Kommunikation beider Ebenen – eine Art Verlobung, ein Duett. Und obwohl sich die Übermalungen an die Werkgruppe der fast manischen Durchstreichungen anschließen, ist der Arbeitsprozess hier geduldiger, kontemplativer und intuitiver. „Es geschah, um sie zu verbessern, um sie zu vervollkommnen, um sie zu ,mortifizieren‘“. Rainer suchte „das ausgebreitete Dunkel, das fast verschlossene schwarze Bild und findet mit dieser „schrittweisen Umnachtung bzw. Ertränkung des Bildes“ seinen persönlichen „Endpunkt der Tafelmalerei“. CG Arnulf Rainer (Baden near Vienna 1929 – lives in Vienna and Vornbach/Inn) „III. Roma“. 1958–60 Oil on canvas. 70 × 50 cm ( 27 ½ × 19 ⅝ in.). Titled on the reverse: III. Roma. Signed and dated with coloured pencil in blue on the overlap lower right: A Rainer 58/60. [3370] Provenienz: Galerie van de Loo, Munich/ Private collection, North Rhine-Westphalia
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
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Art Contemporain
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2017
Proposé par Grisebach
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