Lot 1563
ASSELIJN, JAN
ca. 1610 Dieppe - 1652 Amsterdam
Title: Elegant Rider with his Horse at the Trough.
Technique: Oil on canvas.
Mounting: Relined.
Measurement: 75,5 x 95cm.
Frame/Pedestal: Framed.
Literature:
- C. Blanc: Le trésor de la curiosité tiré des catalogues de vente de tableaux, Paris 1858, vol. I, p. 223;
- C. Blanc: Histoires des Peintres, Paris 1863, vol. I, p. 4 with ill.;
- I. Ledermann: Beiträge zur Geschichte des romantischen Landschaftsbildes in Holland und seines Einflusses auf die nationale Schule um die Mitte des 17. Jahrhunderts, Dissertation, Berlin 1920, p. 38;
- A.C. Steland-Stief: Jan Asselijn, Amsterdam 1971, p. 91 and 138, cat. no. 94 (listed here with unknown location);
- H.-J. Raupp (ed.): Niederländische Malerei des. 17. Jahrhunderts der SØR Rusche-Sammlung, vol. 2, Genre, Münster/Hamburg/London 1996, pp. 24-27, cat. no. 3 with ill.;
- J.M. Kilian: The Paintings of Karel Du Jardin, Amsterdam und Philadelphia 2005, p. 287, cat. no. E6;
- W. Pijbes, M. Aarts und M. J. Bok et al: At Home in the Golden Age. Exhibition catalogue Zwolle 2008, p. 76, cat. no. 61 with ill.
Exhibitions:
- "Art Treasures of Great Britain". Exhibition Manchester, 05.05. - 17.10.1857;
- "At Home in the Golden Age". Exhibition Kunsthalle Rotterdam, 09.02. - 18.05.2008, no. 61.
Provenance:
- Collection Johan van der Marck (1707-72), Amsterdam;
- Estate auction Hendrik de Winter and Jan Yver, Amsterdam, 25.08.1773, lot 2 (as Asselijn), for 540 Francs;
- Collection Jan Danser Nyman;
- Auction Philippe van der Schley, Amsterdam, 16.08.1797, lot 1 (as Asselijn), for 112 Francs;
- Private collection, Great Britain (1857/58);
- Collection Grégoire Koucheleff-Besborodko (1832-70);
- Auction Durand-Ruel, Paris, 05.06.1869, lot 15 (as Karel du Jardin);
- Auction Christie's, New York, 03.06.1987, lot 120 (as Asselijn), acquired there.
"Bilder, die sich am realen Leben orientieren, müssen nicht zwangsläufig alltäglich sein. Dies zeigt in exzeptioneller Weise Jan Asselijns brillantes Genregemälde. Ein vornehmer Herr hat in einer Felsenkluft Rast eingelegt, um sich und seinem nicht weniger vornehmen Pferd ein wenig Erholung am Brunnen zu verschaffen. Nur partiell beleuchtet erschließt sich dem Betrachter der verschlungene, höhlenartige Schauplatz, in dem noch andere Figuren ihren unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen. Detailgenau und von nahezu illusionistischer Malweise wird die Szenerie dem Betrachter vor Augen gestellt. Die offensichtliche Darlegung beschränkt sich jedoch ausschließlich auf die malerische Form. Das Rätsel des wohlhabenden Herrn in prächtiger Reisegarderobe wird hinter den perfekt gemalten Stofflichkeiten verborgen. Was dieser mit seinem nicht minder edlen Reittier in der düsteren Gegend treibt, bleibt weiterhin sein Geheimnis, das nicht gelüftet wird.
Technisch ähnlich virtuos auf der Klaviatur der künstlerischen Verrätselung spielt auch der Ausnahmekünstler Nicola Samori in seinen Gemälden. Schemenhaft wird im vorliegenden Werk die Silhouette einer Frau mit glattem gescheiteltem Haar sichtbar, wobei sich das Aussehen der Dame weniger erkennen als erahnen lässt. Sachte wendet sie sich dem Betrachter zu. Vermutlich ist es nicht nur der Sehnsucht unseres Auges geschuldet, dass man ergründen möchte, wer denn diese in ihrer Dunkelheit so zauberhaft stille Schönheit nun ist. Lediglich durch den schmalen Farbstreif, der sanft ihr Antlitz berührt, scheint sie sich der Wirklichkeit zu nähern, um ihr sogleich wieder zu entschwinden. Als hätte er über sein eigenes Werk einen zarten dunklen Schleier gelegt, verbirgt Nicola Samori partiell dem Betrachter, was er ihm eigentlich offenbaren möchte.
Ähnlich dem niederländischen Maler spielt auch der italienische Künstler im 21. Jahrhundert mit dem nie aus der Mode kommenden Interesse des Publikums nach der Erkenntnisdimension, die sich hinter dem Sichtbaren verbirgt. Je mehr sich diese entzieht, desto neugieriger bleibt der Betrachter zurück."
Prof. Dr. Teresa Bischoff
The sale of the SØR Rusche Collection is a concept auction, creating a dialogue between paintings by Old Masters and works by contemporary artists. Presented in pairs, the artworks communicate with each other, though each single piece is on offer as a separate lot.
The present lot corresponds with lot no 1562..
<a href="https://www.van-ham.com/en/buy/how-to-buy-sell/explanations-to-the-catalogue-fine-art.html" target="_blank">Explanations to the Catalogue</a>
Jan Asselijn
The Netherlands
Dutch School
Bambocchant
17th C.
Old Masters
Horseman / Horsewoman
Painting
Horses
ASSELIJN, JAN
um 1610 Dieppe - 1652 Amsterdam
Titel: Vornehmer Reiter mit seinem Pferd an der Tränke.
Technik: Öl auf Leinwand.
Montierung: Doubliert.
Maße: 75,5 x 95cm.
Rahmen/Sockel: Rahmen.
Literatur:
- C. Blanc: Le trésor de la curiosité tiré des catalogues de vente de tableaux, Paris 1858, vol. I, S. 223;
- C. Blanc: Histoires des Peintres, Paris 1863, vol. I, S. 4 mit Abb.;
- I. Ledermann: Beiträge zur Geschichte des romantischen Landschaftsbildes in Holland und seines Einflusses auf die nationale Schule um die Mitte des 17. Jahrhunderts, Dissertation, Berlin 1920, S. 38;
- A.C. Steland-Stief: Jan Asselijn, Amsterdam 1971, S. 91 und 138, Kat.Nr. 94 (hier verzeichnet mit unbekanntem Standort);
- H.-J. Raupp (Hrsg.): Niederländische Malerei des. 17. Jahrhunderts der SØR Rusche-Sammlung, vol. 2, Genre, Münster/Hamburg/London 1996, S. 24-27, Kat.Nr. 3 mit Abb.;
- J.M. Kilian: The Paintings of Karel Du Jardin, Amsterdam und Philadelphia 2005, S. 287, Kat.Nr. E6;
- W. Pijbes, M. Aarts und M. J. Bok et al: At Home in the Golden Age. Ausst. Kat. Zwolle 2008, S. 76, Kat.Nr. 61 mit Abb.
Ausstellungen:
- "Art Treasures of Great Britain". Ausst. Manchester, 05.05. - 17.10.1857;
- "At Home in the Golden Age". Ausst. Kunsthalle Rotterdam, 09.02. - 18.05.2008, Nr. 61.
Provenienz:
- Sammlung Johan van der Marck (1707-72), Amsterdam;
- Nachlassauktion Hendrik de Winter und Jan Yver, Amsterdam, 25.08.1773, Lot 2 (als Asselijn), für 540 Francs;
- Sammlung Jan Danser Nyman;
- Auktion Philippe van der Schley, Amsterdam, 16.08.1797, Lot 1 (als Asselijn), für 112 Francs;
- Privatsammlung, Großbritannien (1857/58);
- Sammlung Grégoire Koucheleff-Besborodko (1832-70);
- Auktion Durand-Ruel, Paris, 05.06.1869, Lot 15 (als Karel du Jardin);
- Auktion Christie's, New York, 03.06.1987, Lot 120 (als Asselijn), dort erworben.
"Bilder, die sich am realen Leben orientieren, müssen nicht zwangsläufig alltäglich sein. Dies zeigt in exzeptioneller Weise Jan Asselijns brillantes Genregemälde. Ein vornehmer Herr hat in einer Felsenkluft Rast eingelegt, um sich und seinem nicht weniger vornehmen Pferd ein wenig Erholung am Brunnen zu verschaffen. Nur partiell beleuchtet erschließt sich dem Betrachter der verschlungene, höhlenartige Schauplatz, in dem noch andere Figuren ihren unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen. Detailgenau und von nahezu illusionistischer Malweise wird die Szenerie dem Betrachter vor Augen gestellt. Die offensichtliche Darlegung beschränkt sich jedoch ausschließlich auf die malerische Form. Das Rätsel des wohlhabenden Herrn in prächtiger Reisegarderobe wird hinter den perfekt gemalten Stofflichkeiten verborgen. Was dieser mit seinem nicht minder edlen Reittier in der düsteren Gegend treibt, bleibt weiter
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