Lot 13
August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) „Porträt Elisabeth (Hilterfingen)“. 1913 Pastell auf Papier, auf Karton montiert. 32,8 × 24,1 cm ( 12 ⅞ × 9 ½ in.). Rückseitig die Kreidezeichnung einer Vase mit Blumenstrauß. Auf dem Unterkarton der Nachlassstempel mit der handschriftlich eingetragenen Nummer: 41 (Lugt 1775b). Heiderich 2038.– Wenige kleine Farbverluste. [3179] Provenienz: Privatsammlung, Berlin Ausstellung: Franz Marc. Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen. August Macke. Gemälde, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Plastik. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1977/78, Kat.-Nr. 90 / Mein zweites Ich. August und Elisabeth Macke. Bonn, August Macke Haus, 2009/10, ohne Nr., ganzs. Farbabb. S. 37 Literatur und Abbildung: Florian Illies: Elisabeth, mon amour. In: Grisebach. Das Journal. Heft 6, Berlin 2016, S. 50-54, m. Farbabbildung S. 54 Es wirkt, als wolle August Macke in diesem Bildnis seiner Frau Elisabeth zärtlich über die Wangen streicheln, so liebevoll und behutsam legt er die lila- und orangefarbene Pastellkreide auf das Blatt. Unser Bild ist in jenem magischen Herbst des Jahres 1913 entstanden, als Macke am Thuner See in wenigen Wochen die zentralen Werke seines Œuvres schuf – getragen von der ihn befriedigenden und beflügeln den Nähe seiner geliebten Ehefrau und seiner beiden Söhne. Und weit weg vom Kunstbetrieb im Rheinland und in Berlin, wo ihn die Organisation des „Ersten Deutschen Herbstsalons“ gerade erschöpft und frustiert hatte. Es ist deshalb symbolisch zu verstehen, dass Macke die Ortsbezeichnung „Hilterfingen“ mit in den Bildtitel aufgenommen hat – denn dieser kleine, idyllische Ort wurde für Macke zu einer Verkörperung des irdischen Paradieses. Wenig später, in der irdischen Hölle, in einer der zermürbenden Materialschlachten des Ersten Weltkrieges, verlor er sein Leben. Zum ersten Mal hatte Macke keine alten Bilder zu diesem Malaufenthalt in der Schweiz mitgenommen, er wollte neu anfangen. Und dies gelang ihm mit seinen Bildern von der Seepromenade, den Frauen mit Hut, und dem Erfassen des Lichts, das durch freundliche Alleen fällt. Und natürlich zeichnet und malt er immer wieder seine Frau und seine Kinder. Meist feiert er Elisabeths weibliche Schönheit. In unserem besonderen Blatt aber versteckt sich noch mehr. Es wirkt, als sei Elisabeth gerade durch die Tür gekommen – und er kann nicht anders, als schnell das Papier und die Pastellkreiden in die Hand zu nehmen, um ihr Antlitz zu zeichnen. Zuerst die herrlichen Halbbögen ihrer Brauen, die zu Ihrem Signet wurden, darüber das volle, schwarze Haar, die glühenden braunen Augen. Hundertfach hat er Elisabeth gezeichnet, und doch entdeckt er jedes Mal etwas Neues. Er sieht einen Schatten in ihren Augen, einen ernsten Zug, ein Zweifeln. Auch das malt er. Ob Elisabeth ahnt, dass dieses Paradies ein Ende haben wird, dass ihr geliebter Mann ein Jahr später im Krieg fallen wird? Macke erfasst diesen Hauch der Melancholie mit wenigen winzigen Strichen – und dann greift er zum Orange und zum Lila und setzt unten und im Gesicht so herrlich kühne farbliche Akzente, dass es eine Freude ist. Ein Bildnis der Liebe entsteht, voller Ruhe, voller Konzentration, voller Noblesse. Aber eben auch, aus unserer Perspektive, ein Bild voll weiblichen Wissens über das, was kommen wird. FI August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) „Porträt Elisabeth (Hilterfingen)“. 1913 Pastel on paper, mounted on cardboard. 32,8 × 24,1 cm ( 12 ⅞ × 9 ½ in.). On the reverse a chalk drawing of a vase with bouquet of flowers. On the support cardboard the estate stamp with the handwritten number: 41 (Lugt 1775b). Heiderich 2038.– A few minor paint losses. [3179] Provenienz: Private collection, Berlin Ausstellung: Franz Marc. Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen. August Macke. Gemälde, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Plastik. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1977/78, cat. no. 90 / Mein zweites Ich. August und Elisabeth Macke. Bonn, August Macke Haus, 2009/10, no number, full page colour ill. p. 37 Literatur und Abbildung: Florian Illies: Elisabeth, mon amour. In: Grisebach. Das Journal. Heft 6, Berlin 2016, S. 50-54, m. Farbabbildung S. 54
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0