Lot 10
August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) „Porträtstudie Elisabeth Gerhardt (aus dem Gedächtnis)“. 1907 Öl auf Karton, auf Hartfaser aufgezogen. 41,6 × 33 cm ( 16 ⅜ × 13 in.). Rückseitig ein Etikett der Ausstellung Bonn 1987 (s. u.). Heiderich 66.– Kleine Retuschen. Schnitt entlang der unteren Kante. [3603] Provenienz: Sofie Gerhardt, Bonn / Elisabeth Erdmann-Macke, Bonn / Constanze Eggert, Berlin (1957) / Privatsammlung, Berlin / Privatsammlung, Schweiz Ausstellung: August Macke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Bonn, Städtisches Kunstmuseum, und München, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1986/87, Kat.-Nr. 8, mit ganzseitiger Farbabbildung Literatur und Abbildung: Gustav Vriesen: August Macke. Stuttgart 1953. 2. erw. Aufl. Stuttgart 1957, Kat.-Nr. 26 a, Abb. S. 308/ Wolfgang Macke: August Mackes Bonner Zeit. In: Bonner Geschichtsblätter, Bd. 21, Bonn 1967, S. 164/ Irene Kleinschmidt-Alpeter: August Macke - Aspekte des Frühwerks. In Ausstellungskatalog: August Macke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Münster, West­fälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Bonn, Städtisches Kunstmuseum, und München, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1986/87, S. 11 / Rudolf von Bitter: August Macke. München 1993, m. Farbabb. 8, S. 15 / Karlheinz Beyerle: August Macke in Kandern. In Ausstellungskatalog: August Macke in Kandern. Bonn, August Macke Haus, 1996, m. ganzs. Farbtafel 4, S. 52/ Peter Dering: August Mackes >Tegernseer Phase<, Das malerische Werk 1909/10: Auf dem Weg zum Individualstil. In Ausstellungskatalog: August Macke in Tegernsee. Bonn, August Macke Haus, 1998, S. 12 / Wolfgang Prange: ... Sind die Japaner nicht wundervoll! Der Einfluß japanischer Holzschnitte auf August Macke. In: Weltkunst, H. 2, Februar 2000. München 2000, S. 250, Farbabb. 1, S. 249 Am 22. Dezember 1907 schrieb der junge August Macke an seine Braut Elisabeth: „Liesel, wie soll ich Dich eigentlich nennen, bin ich dein zweites Ich, so bist Du sicher mein zweites Ich. Ich fühle mich so verschmolzen mit Dir, so eine Seele mit Dir allein. Du mein köstliches Juwel auf dieser Erde. Was nützt es, Dir das zu sagen. Du kennst das Rätsel. Ich begreife es nie, will es nie begreifen, will froh sein, zu erstaunen vor den Wundern Deiner Seele, die so umfassend schön ist, wie ich nie eine sah.“ Die Liebe des jungen Genies Macke zur schönen Elisabeth Gerhardt (1888-1978) hat sich in zahlreichen Briefen niedergeschlagen, in denen anrührend Poesie und kunsthistorischer Diskurs auf das glücklichste einhergehen. Die Jugendliebe war für den Schüler Macke zuerst „Carmen“, seine „Zigeunerin“, Symbolfigur der künstlerischen Befreiung von engen Konventionen. Sie wurde dann auch und vor allem Dialogpartnerin in Mackes Ringen um ein groß gedachtes, ethisch und ästhetisch gleicher­maßen verantwortliches Leben. Macke und mit ihm (vertraut man den zahlreichen Fotografien) auch der Familien- und Freundeskreis war fasziniert von der bezaubernden Aura und vor allem von den magisch anziehenden großen, dunklen Augen des Mädchens. Macke hat Elisabeth in mehreren Bildern und Zeichnungen festgehalten, meistens (der schönen Augen wegen) von vorn gesehen (siehe unser Los 13). Das Gemälde von 1907 huldigt Elisabeth, indem sie in eine exotische Szenerie versetzt wird. Gehüllt in ein Tuch, dessen orientalisches oder asiatisches Muster wir erahnen, blickt sie versonnen auf Blütenbaum, Pfau und Schiffer im Nachen. Mackes traumwandlerische Lebensbahn, die einen der glücklichsten Momente der deutschen Kunst bezeichnet, wurde im September 1914 auf der Höhe der Gräuel des Ersten Weltkriegs im Schützengraben beendet. Elisabeth hat ihn um 64 Jahre überlebt. Kaum ein größerer Gegensatz ist denkbar als der zwischen dem Glücksrausch der „expressionistischen“ Generation und der Realität des Jahrhunderts, das folgte. Christoph Stölzl August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) „Porträtstudie Elisabeth Gerhardt (aus dem Gedächtnis)“. 1907 Oil on cardboard, laid down on masonite. 41,6 × 33 cm ( 16 ⅜ × 13 in.). On the reverse a label of the exhibition Bonn 1987 (see below). Heiderich 66.– Minor retouchings. Cut along the lower edge. [3603] Provenienz: Sofie Gerhardt, Bonn / Elisabeth Erdmann-Macke, Bonn/Constanze Eggert, Berlin (1957)/ Private collection, Berlin / Private collection, Switzerland Ausstellung: August Macke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Bonn, Städtisches Kunstmuseum, and Munich, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1986/87, cat. no. 8, with full-page colour illustration Literatur und Abbildung: Gustav Vriesen: August Macke. Stuttgart 1953. 2nd ed., Stuttgart 1957, cat. no. 26 a, ill. p. 308/ Wolfgang Macke: August Mackes Bonner Zeit. In: Bonner Geschichtsblätter, vol. 21, Bonn 1967, p. 164/ Irene Kleinschmidt-Alpeter: August Macke - Aspekte des Frühwerks. In the exhibition catalogue: August Macke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Münster, West­fälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Bonn, Städtisches Kunstmuseum, and München, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1986/87, p. 11 / Rudolf von Bitter: August Macke. Munich 1993, with colour ill. 8, p. 15 / Karlheinz Beyerle: August Macke in Kandern. In the exhibition catalogue: August Macke in Kandern. Bonn, August Macke Haus, 1996, with full-page colour ill. 4, p. 52/ Peter Dering: August Mackes >Tegernseer Phase<, Das malerische Werk 1909/10: Auf dem Weg zum Individualstil. in the exhibition catalogue: August Macke in Tegernsee. Bonn, August Macke Haus, 1998, p. 12 / Wolfgang Prange: ... Sind die Japaner nicht wundervoll! Der Einfluß japanischer Holzschnitte auf August Macke. In: Weltkunst, vol. 2, Feb 2000. Munich 2000, p. 250, colour ill. 1, p. 249
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Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
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