Lot 349
Berliner Bildhauer (Frühes 18. Jahrhundert) Königlich-preußischer Adler. Um 1701/10 Lindenholz, geschnitzt, vergoldet. 98 × 186 × 45 cm ( 38 ⅝ × 73 ¼ × 17 ¾ in.). [3225] Provenienz: Privatsammlung, Berlin (1990er-Jahre im Berliner Kunsthandel erworben) Der schützende Adler des aufstrebenden Königs. Seit der Antike war der Adler als „König der Lüfte“ Wappenzeichen der Herrscher. Die Kraft des Greifvogels beflügelte Alexander den Großen, der den Adler als Wappenzeichen nach Europa brachte. Lange stand das majestätische Tier hier wegen seines Weitblicks für die Herrschertugenden der Gerechtigkeit, des Scharfsinns und der Kontemplation, auch der Kraft – und für Erneuerung. Kein Wunder also, dass auch Preußens erster König, der ehrgeizige Friedrich I., mit Wonne den auffliegenden Adler mit Zepter und Reichsapfel in den Fängen als sein Wappentier wählte. Der sendungsbewusste König in Preußen versah sein gesamtes Staats- und Repräsentationswesen mit meist goldenen Adlern: Sie hielten Wappen an seinem Berliner Schloss, flogen mit Krone und Baldachin durch Festdekorationen und Deckengemälde, thronten auf Möbeln und Architektur der Staatsbauten, um von der neuen königlichen Würde Preußens ab 1701 zu künden. Zu welcher Macht repräsentierenden Dekoration unser halbvollplastischer Adler einst gehört hat, ist genauso vergessen wie seine königlichen Insignien verloren sind, auch den Staat Preußen gibt es längst nicht mehr. Allein die Schönheit und die ganz eigene Majestät des „Königs der Wappentiere“ bestehen fort. Der Überlieferung nach stammt der Adler aus Schloss Schlobitten in Ostpreußen. Dort ist ein identisch großer und gleich gestalteter, geschnitzter Adler auf dem Rahmen des Staatsporträts Friedrichs I. von Samuel Theodor Gericke von 1701 in der Blauen Stube dokumentiert (publiziert in: Carl Grommelt und Christine von Mertens: Das Dohnasche Schloß Schlobitten in Ostpreußen. Stuttgart, 1962, Abb. 72, S. 149). Vergleichsobjekte: Vollplastische Stuckadler in gleicher Form als Arkadenbekrönung der Kapelle im Schloss Charlottenburg, 1704 Berlin Sculptor (Early 18th Century) Prussian eagle. Circa 1701/10 Limewood, carved, gilt. 98 × 186 × 45 cm ( 38 ⅝ × 73 ¼ × 17 ¾ in.). [3225] Provenienz: Private Collection, Berlin (acquired in 1990s in the Berlin art dealership) The eagle is said to originate from Schloss Schlobitten in East Prussia. An identically large and similarly moulded, carved eagle can be seen on the frame of the official portrait of Frederick I by Samuel Theodor Gericke from 1701 in the blue room (published in: Carl Grommelt and Christine von Mertens: Das Dohnasche Schloß Schlobitten in Ostpreußen. Stuttgart, 1962, ill. 72, p. 149). Comparable objects: Three-dimensional stucco eagle of similar shape as arcade finial of the chapel in Schloss Charlottenburg, 1704 - - - 30.00 % buyer's premium on the hammer price VAT margin scheme, VAT included, but not indicated and not reclaimable
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Sculptures et bronzes
À propos de la vente
Live
ORANGERIE Big Animals. Big Shots
10719 Berlin - Allemagne
28/11/2019
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0