Lot 3219
Bracht, Eugen (Morges 1842–1921 Darmstadt) "Die Sautrift". 1920. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert. Verso nummeriert 1819 und betitelt. 80x120 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Literatur: vgl. Grosskinsky, Manfred: Eugen Bracht 1842-1921, Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich, Ausst.-Kat., Darmstadt 1992, S. 53f., 408ff. Das Motiv der "Sautrift" geht zurück auf frühe Zeichenübungen Brachts in Darmstadt in den 1860er Jahren, die er nach 1902 in seinem Dresdener Atelier wieder aufgriff. Aus dem Jahr 1903 sind zwei Kreidezeichnungen zu dem Thema erhalten. Der Ausstellungskatalog der Mathildenhöhe in Darmstadt vermerkt, dass Bracht insgesamt vier Fassungen in Öl gemacht hat, eine erste Fassung im Jahre 1903, die heute jedoch verschollen ist, eine weitere im selben Jahr und danach zwei weitere in den Jahren 1914 und 1919. Das hier angebotene Gemälde ist mit 1920 datiert, sodass es sich entweder um diejenige Fassung, die 1919 begonnen wurde, oder aber um eine weitere handeln könnte. In den Lebenserinnerungen Brachts heisst es dazu: «Eine Ecke dieses Parkgeländes […] war damals nach dem Felde offen – da die Gemeinde Arheiligen dort Weiderecht für die Dorfschweine ausübte. Was da schwer zu ertragen war bei der Arbeit, das waren die Schnaken, deren es unmöglich war, sich zu erwehren. […] Da war der Arheiliger Schweinehirt, der sich meiner erbarmte, wenn er mich zeichnen sah; er trug morsches Holz aus einer hohlen Eiche herbei, entzündete ein schwälendes Feuerchen an der Windseite und so konnte ich ungestört im Rauch sitzen.» (cit. Theilmann, Rudolf (Hg.), Eugen Bracht, Lebenserinnerungen, Karlsruhe 1973, S. 41) Wir danken Herrn Dr. Holger Klein-Wiele, ehem. Mitarbeiter des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt für seine Hilfe bei der Katalogisierung dieses Gemäldes.Bracht, Eugen (Morges 1842–1921 Darmstadt) "Die Sautrift". 1920. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert. Verso nummeriert 1819 und betitelt. 80x120 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Literatur: vgl. Grosskinsky, Manfred: Eugen Bracht 1842-1921, Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich, Ausst.-Kat., Darmstadt 1992, S. 53f., 408ff. Das Motiv der "Sautrift" geht zurück auf frühe Zeichenübungen Brachts in Darmstadt in den 1860er Jahren, die er nach 1902 in seinem Dresdener Atelier wieder aufgriff. Aus dem Jahr 1903 sind zwei Kreidezeichnungen zu dem Thema erhalten. Der Ausstellungskatalog der Mathildenhöhe in Darmstadt vermerkt, dass Bracht insgesamt vier Fassungen in Öl gemacht hat, eine erste Fassung im Jahre 1903, die heute jedoch verschollen ist, eine weitere im selben Jahr und danach zwei weitere in den Jahren 1914 und 1919. Das hier angebotene Gemälde ist mit 1920 datiert, sodass es sich entweder um diejenige Fassung, die 1919 begonnen wurde, oder aber um eine weitere handeln könnte. In den Lebenserinnerungen Brachts heisst es dazu: «Eine Ecke dieses Parkgeländes […] war damals nach dem Felde offen – da die Gemeinde Arheiligen dort Weiderecht für die Dorfschweine ausübte. Was da schwer zu ertragen war bei der Arbeit, das waren die Schnaken, deren es unmöglich war, sich zu erwehren. […] Da war der Arheiliger Schweinehirt, der sich meiner erbarmte, wenn er mich zeichnen sah; er trug morsches Holz aus einer hohlen Eiche herbei, entzündete ein schwälendes Feuerchen an der Windseite und so konnte ich ungestört im Rauch sitzen.» (cit. Theilmann, Rudolf (Hg.), Eugen Bracht, Lebenserinnerungen, Karlsruhe 1973, S. 41) Wir danken Herrn Dr. Holger Klein-Wiele, ehem. Mitarbeiter des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt für seine Hilfe bei der Katalogisierung dieses Gemäldes.
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24/06/2020
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