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Lot 64
Bruno Goller (1901 Gummersbach – 1998 Düsseldorf) Stilleben. 1955 Öl auf Leinwand. 95,5 × 70 cm ( 37 ⅝ × 27 ½ in.). Unten rechts signiert: Bruno Goller. [3108] Provenienz: Ehemals Johannes Wasmuth, Rolandseck Ausstellung: VIII. Biennale. São Paulo, Fundação Bienal de São Paulo, 1965 / Bruno Goller. Düsseldorf, Städtische Kunsthalle, 1969, Kat.-Nr. 19, ganzs. Farbabb. S. 12 / Bruno Goller. Bahnhof Rolandseck, 1991, ohne Nr., ganzs. Farbabb. S. 81 / Bruno Goller zum 95. Geburtstag. Bilder, Zeichnungen. Bahnhof Rolandseck und Solingen, Museum Baden, 1996/97, ohne Nr., ganzs. Farbabb. S. 55 / Bruno Goller. Retrospektive zum hundertsten Geburtstag. Krefeld, Haus Lange und Haus Esters und Winterthur, Kunstmuseum, 2001/02, Kat.-Nr. 22, ganzs. Farbabb. S. 42 Literatur und Abbildung: Anna Klapheck: Bruno Goller. Verlag Aurel Bongers, Recklinghausen 1958, ganzs. Farbabb. S. 21 / Ulrike Groos, Sebastian Preuss (Hg.): German Art in São Paulo. Deutsche Kunst auf der Biennale 1951-2012. Ostfildern, Hatje Cantz Verlag, 2013, S. 316, Farbabb. S. 152 / Michael Kumpfmüller: Vorhang auf für Bruno Goller. In: Grisebach. Das Journal, Heft 5, 2015, S. 38-41, Farbabb. S. 411 Bruno Gollers Bildwelten sind so eindeutig wie rätselhaft, sie sind plastisch durchgearbeitet und doch ganz flächig aufgebaut. Vor allem jedoch kommen sie aus einer Zeit, die 1955, als unser Bild entstand, schon eine längst vergangene war. Goller malte Erinnerungsbilder, eines nach dem anderen, ein Leben lang. Der zeitlebens scheue und zurückgezogen lebende Maler verlor früh den Vater, verbrachte als Heranwachsender die meiste Zeit im Putzmachergeschäft der Mutter, die starb, als Goller zweiundzwanzig Jahre alt war. Im Geschäft wie in der elterlichen Wohnung sammelte der Maler sein Repertoire an Motiven: Hüte, Krawatten, Schleier, Dekorationsartikel. Aus diesem inneren Bildfundus entwickelte Goller mehr als ein halbes Jahrhundert lang seine Gemälde. Wie durch ein Fenster schauen wir in die Auslage des mütterlichen Geschäfts: Auf einem weißen Podest stehen zwei ornamentierte Postamente, auf ihnen kunstvoll gefaltete Tücher. Das zarte Gewebe wirkt wie gemeißelt, als wären die Tücher antike Artefakte, voll hellenistischer Faltenwürfe. Doch die Gegenstände verharren nicht in der Vergangenheit, sie treten in unsere Zeit herüber. Beide Tücher überschneiden den gerundeten Ausschnitt und erhöhen hierdurch ihre Präsenz. Das Volumen der Tücher kontrastiert die plane, sandfarbene Umgebungsfläche. Rätsel geben die ornamentierten Ecken des Gemäldes auf. Michael Kumpfmüller deutet sie in Heft 5 des Grisebach-Journals als Teil eines Frauenkopfes; oben rahmen gewellte Haare das verdeckte Gesicht, unten sehen wir den Ansatz einer schwarz-weiß gemusterten Bluse. Möglicherweise ist das so. Manche Kindheitserinnerungen kommen nur bruchstückhaft über die Zeitläufte in die Gegenwart. Gollers Bilder haben etwas Feierliches. Der banale Alltagsgegenstand wird bildwürdig und verwandelt bloße Erinnerung in Halt und Gewißheit. Und ist es nicht wahrhaft paradox, daß die unzeitgemäßen Bilder des Künstlers für uns heutige Betrachter ganz zeitlos wirken? OH Bruno Goller (1901 Gummersbach – 1998 Düsseldorf) Stilleben. 1955 Oil on canvas. 95,5 × 70 cm ( 37 ⅝ × 27 ½ in.). Signed lower right: Bruno Goller. [3108] Provenienz: Formerly Johannes Wasmuth, Rolandseck Ausstellung: VIII. Biennale. São Paulo, Fundação Bienal de São Paulo, 1965 / Bruno Goller. Düsseldorf, Städtische Kunsthalle, 1969, cat. no. 19, full-page colour ill. p. 12 / Bruno Goller. Bahnhof Rolandseck, 1991, no number, full-page colour ill. p. 81 / Bruno Goller zum 95. Geburtstag. Bilder, Zeichnungen. Bahnhof Rolandseck and Solingen, Museum Baden, 1996/97, no number, full-page colour ill. p. 55 / Bruno Goller. Retrospektive zum hundertsten Geburtstag. Krefeld, Haus Lange and Haus Esters and Winterthur, Kunstmuseum, 2001/02, cat. no. 22, full-page colour ill. p. 42 Literatur und Abbildung: Anna Klapheck: Bruno Goller. Verlag Aurel Bongers, Recklinghausen 1958, full-page colour ill. p. 21 / Ulrike Groos, Sebastian Preuss (eds.): German Art in São Paulo. Deutsche Kunst auf der Biennale 1951-2012. Ostfildern, Hatje Cantz Verlag, 2013, p. 316, colour ill. p. 152 / Michael Kumpfmüller: Vorhang auf für Bruno Goller. In: Grisebach. Das Journal, issue 5, 2015, p. 38-41, colour ill. p. 411
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
26/11/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0

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