Lot 162
Carl Rottmann (Handschuhsheim b. Heidelberg 1797 – 1850 München) „ÄGINA – APOLLOTEMPEL“. Um 1840 Öl auf Papier auf Karton, auf Leinwand aufgezogen. 29,5 x 42,8 cm ( 11 ? x 16 ? in.). Bierhaus-Rödiger 616.– Studie für das gleichnamige, großformatige Gemälde, das heute verschollen ist (Bierhaus-Rödiger 617). Geschlossener Randeinriß, Retuschen. [3094] Ausstellung: Landschaft als Geschichte. Carl Rottmann 1797–1850. Hofmaler König Ludwigs I. Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, und München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 1997/98, Kat.-Nr. 146, mit ganzs. Farbabb Literatur und Abbildung: Erika Rödiger-Diruf: Landschaft als Abbild der Geschichte. Carl Rottmanns Landschaftskunst 1820–1850. Mit einem Nachtrag zum Werkkatalog von 1978. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst (Dritte Folge), Bd. XL., 1989, S. 190 1834/35 bereiste der Münchner Landschaftsmaler Carl Rottmann im Auftrag von König Ludwig I. von Bayern Griechenland. Ziel dieses Unternehmens war eine Serie griechischer Wandbilder, die im Anschluß an den bereits fertiggestellten Zyklus mit Ansichten Italiens unter den Münchner Hofgartenarkaden folgen sollte. Einer der von Ludwig I. ausgewählten Orte war die Insel Ägina, von der Rottmann zwei antike Motive erfaßte: zum einen den noch relativ intakten Aphaiatempel (vgl. Erika Bierhaus-Rödiger, Carl Rottmann 1797 – 1850. Monographie und kritischer Werkkatalog. München 1978, u.a. WV 444, 578), zum anderen den Apollotempel, von dem lediglich noch eine Säule stand (u.a. WV 445 – 448, 616 [das vorliegende Bild], 618, 640, 672). Für den Wandgemäldezyklus, der nach Rottmanns Tod 1854 in der Neuen Pinakothek einen eigenen Saal erhielt, wurde Ägina mit dem Aphaiatempel (WV 578) ausgewählt. Dem vorliegenden Gemälde mit dem Apollotempel liegen diverse Vorarbeiten zugrunde. Entscheidend für die Datierung ist der Vermerk auf der in der Stuttgarter Staatsgalerie befindlichen Ölstudie (WV 445), daß der Künstler die Wolkenbildung erst im Nachhinein 1836 am Starnberger See beobachtet und gemalt habe. Seitenverkehrt kehrt sie auf allen nachfolgenden Fassungen des Ägina-Apollotempels wieder. Auf dem vorliegenden Gemälde hat Rottmann gegenüber der Studie die Komposition insofern verändert, daß er einen bewaldeten Vordergrundstreifen eingefügt und den Hügel mit den Resten des Apollotempels in den Mittelgrund und nach rechts verschoben hat. So ergibt sich ein panoramatischer Weitblick über die Meereslandschaft mit der dominanten Wolkenformation am Himmel sowie der Spiegelung der untergehenden Sonne im Wasser. Die Felsengruppe im Vordergrund, die wie ein archäologisches Relikt anmutet, hat Rottmann immer wieder (z.B. WV 549 von 1836) in seine Griechenlandansichten als Erinnerungsmale von einstiger Größe eingefügt. 1840 hat der Künstler das Ägina-Apollotempel-Motiv wieder auf-genommen (WV 618) und noch mehrfach wiederholt. In diesen Fassungen ist der Vordergrund noch um eine weitere Zone ergänzt. Hier verweisen ein Tümpel, ein abgerissener Ast sowie ein Baumstumpf im Rahmen der Natursymbolik auf die zerstörerischen Kräfte der Zeit. Erika Rödiger-Diruf, Karlsruhe Carl Rottmann (Handschuhsheim near Heidelberg 1797 – 1850 Munich) „ÄGINA – APOLLOTEMPEL“. Circa 1840 Oil on paper on cardboard, laid down on canvas. 29,5 x 42,8 cm ( 11 ? x 16 ? in.). Bierhaus-Rödiger 616.– Study for the large-format painting of the same name, today lost (Bierhaus-Rödiger 617). Closed tear at the sheet edge, retouchings. [3094] Ausstellung: Landschaft als Geschichte. Carl Rottmann 1797–1850. Hofmaler König Ludwigs I. Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, and Munich, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 1997/98, cat. no. 146, with full-page colour illustration Literatur und Abbildung: Erika Rödiger-Diruf: Landschaft als Abbild der Geschichte. Carl Rottmanns Landschaftskunst 1820–1850. Mit einem Nachtrag zum Werkkatalog von 1978. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst (third edition), vol. XL., 1989, p. 190
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Art du XIXème siècle
10719 Berlin - Allemagne
26/11/2014
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