Lot 3137
Chinesisch, Ming-Dynastie (1368 – 1644) MEDITIERENDE GUANYIN. 1. Hälfte 17. Jahrhundert Bronze, feuervergoldet, Teile blau und rot gefaßt. 42 cm ( 16 ½ in.). [3002] Provenienz: Sammlung des Ingenieurs und Südseereisenden Erich Brauns / Dessen Witwe Ilse Brauns-Leutz (1896–1982) / 1946 Sammlung Frieda Hinze, Berlin / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin Quelle Sammlung Rohde-Hinze: Quittung, Ilse Brauns-Leitz, 1. Juni 1946, 3.000 RM Guanyin ist der chinesische Name des Bodhisattva Avalokiteśvara. Sein Name bedeutet: „Der Herr, der (voll Mitleid) herabblickt“. Der Buddha Amitābha erschuf den Bodhisattva zusammen mit dem Bodhisattva Mahāsthāmaprāpta. Sie sind seine geistigen Söhne und Helfer. Als Bodhisattvas stellen sie die „Mittelsmänner“ zwischen dem jenseitigen Buddha Amitābha und den Gläubigen dar und gewähren diesen mit den Mitteln, die dem Betenden angemessen sind, Beistand. Ausgehend von der buddhistisch-hellenistischen Kunst des im heutigen Indien gelegenen Gandhara stellte man den Bodhisattva als indischen Fürstentyp dar. Der äußeren Schönheit und Schmuckfülle lag das Bestreben der Künstler zu Grunde, dem Objekt einen übernatürlichen Glanz zu verleihen. Die Form des Ohr- und Brustschmucks weist auf den Einfluß der nepalesisch-buddhistischen Kunst hin, der sich in der mongolischen Yuan-Dynastie in China bemerkbar machte. In dieser Darstellungsweise reduzierte man die männlichen Attribute, um die Darstellung des Avalokiteśvara ins Geistige zu übertragen. Diese „Übergeschlechtlichkeit“ wird vor allem im Abendland als weiblich empfunden. Die vorliegende Figur sitzt im Dhyanasana, die Arme im Dhyana-Mudra („Meditation“) gefaltet. Sie ist Zeugnis höchster handwerklicher Qualität. Der Kopfschleier ist allansichtig graviert und die gegossene Borte, die den Schleier und das gesamte Gewand umrahmt, zeigt das Geschick des Gießers. Elegant fällt der Schleier vom Kopf über die Schultern der Figur. Die Borte ist mit floralen Ranken verziert, die aus Päonien, Lotusblüten und Lingzhi-Pilzen bestehen, Symbolen für Wohlstand, Reinheit und ein langes Leben. Der Faltenwurf des Gewandes ist detailreich und unregelmäßig, was der Figur eine gewisse Diesseitigkeit verleiht. Auf dem fein gebläuten Haar der Guanyin sitzt, beeindruckend tief unter dem bronzenen Schleiertuch, eine Tiara, mit dem Abbild des Ambitābha, die den hochgesteckten Haarknoten verdeckt. Die Erhebung zeigt sich auch unter dem Tuch am Hinterkopf, was von einem hohen räumlichen und anatomischen Verständnis zeugt. (JL) Chinese, Ming-Dynastie (1368 – 1644) MEDITATING GUANYIN. 1st half 17th century Gilt bronze, parts painted in blue and red. 42 cm ( 16 ½ in.). [3002] Provenienz: Collection of the engineer and South Sea traveller Erich Brauns / to his widow Ilse Brauns-Leutz (1896–1982) / 1946 collection Frieda Hinze, Berlin / collection Elisabeth Rohde, Berlin. Source, collection Rohde-Hinze: receipt, Ilse Brauns-Leitz, 1 June 1946, 3.000 RM
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Sculptures et bronzes
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Catalogue
04/07/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0