Lot 15
Christian Rohlfs (Niendorf 1849 – 1938 Hagen) „Die blauen Berge“. Um 1912 Öl auf Leinwand. 80 × 120 cm ( 31 ½ × 47 ¼ in.). Unten rechts monogrammiert: CR. Köcke 527 (dort als „unbezeichnet“).– [3215] Provenienz: Sammlung Adalbert und Thilda Colsman, Langenberg (seitdem in Familienbesitz) Ausstellung: Christian Rohlfs. Göttingen, Kunstsammlungen der Universität Göttingen, 1949, Kat.-Nr. 25 / Freunde des Museums sammeln. II: Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Essen, Museum Folkwang, 1972, Kat.-Nr. 54, Abb. S. 59 Christian Rohlfs` Gem.lde „Die blauen Berge“ sind ein gelungenes Beispiel für den reifen Stil des Künstlers, in dem er die Pleinair-Erfahrungen seiner frühen Weimarer Zeit mit den Errungenschaften des Expressionismus verbindet. Der Künstler gelangte in seinen Landschaften und Stillleben, in Öl-, Tempera-, Pastell und Aquarellmalerei zu außergewöhnlichen Resultaten. In den Jahren 1911/12 ermöglichte ihm ein Stipendium des Münchner Arztes und Mäzens Hans Commerell einen Aufenthalt in Oberbayern. Der Maler verbrachte mehrere Wochen in München und in Polling bei Weilheim, dann zog es ihn in die Berge. Er nahm Quartier in dem Dorf Ehrwald auf der österreichischen Seite des Wettersteingebirges, zu dem auch die Zugspitze gehört. Der Eindruck der hochalpinen Landschaft verfehlte seine Wirkung auf den norddeutschen Künstler nicht. Mächtig, ohne Spuren menschlicher Behausungen streben die blauen Berge in unserem Gemälde empor. Ihre Gipfel reichen bis an den oberen Rand der Leinwand, so dass nur ein schmaler Streifen für den Himmel bleibt. In tiefem Violettblau hat Rohlfs die Felsen übereinander geschichtet. Auch das hügelige Gelände im Vordergrund liegt weitgehend im Schatten, dort dominieren Braun und sparsam verwendete Grüntöne. Der ansteigende Vordergrund, die sich auftürmenden Felsen und der bleiche Himmel im sinkenden Licht sind deutlich voneinander geschieden. Dabei gelang es dem Maler durch feinste Farbabstufungen, in der für ihn charakte-ristischen strukturierten Malweise eine gro.e atmosphärische Dichte zu schaffen. In Rohlfs&apos Schaffen gibt es eine ganze Reihe von Gemälden, bei denen er seine Naturerfahrung in solch eigenwilligen Kompositionen verarbeitete. Die „Blauen Berge“ zählen dabei zu den faszinierendsten. Unser Gemälde kam schon früh in den Besitz von Adalbert und Thilda Colsman. Adalbert Colsman, der Schwager von Karl Ernst Osthaus, hatte zu Christian Rohlfs – wie auch zu Emil Nolde – eine besonders enge Beziehung. Im Haus der Colsmans in Langenberg hingen die „Blauen Berge“ in dem Salon, der sich an das Arbeitszimmer von Adalbert und Thilda anschloss. Das war zweifellos ein Ehrenplatz: Da es in der Sichtachse der Enfilade hing, war es schon von Weitem zu sehen. Die Fotos aus dem privaten Fotoalbum der Familie Colsman belegen deren große Verbundenheit mit dem Ehepaar Rohlfs, die sich auch in häufigen Besuchen in der Langenberger Villa Sonnenschein manifestierte. Etliche Fotos dokumentieren diese Aufenthalte. Und auch umgekehrt bezeugen einige Aufnahmen einen Gegenbesuch der Familie Colsman beim Ehepaar Rohlfs in deren jährlicher Sommerfrische Ascona. Die Vertrautheit zeigt sich hier etwa durch die Ungezwungenheit, mit der sich Rohlfs beim Malen fotografieren ließ. Mit dem schönen Profilbildnis, das Rohlfs vor den Bergen im Hintergrund zeigt, spannt sich ein Bogen zwischen Künstler und Sujet, auch wenn wir nicht genau wissen, ob es diese Berge sind, denen er ein bildnerisches Denkmal gesetzt hat. Ein ausdrucksvolles fotografisches Doppelportrait des Künstlers und seiner Frau Helene entstand am 6. Januar 1938, im Todesjahr von Christian Rohlfs. Die enge Verbindung der Familie Colsman blieb nach dem Tod des Künstlers mit Helene Rohlfs bestehen, die im Jahr 1954 eine Zeichnung ihres Mannes an Adalbert Colsman schickte und im dazugeh.rigen Brief vom 21. Dezember die Worte schrieb: „[...] sei schön bedankt für Dein Freundes-Interesse“. Zur Sammlung Adalbert und Thilda Colsman siehe auch: www.grisebach.com/de/colsman Christian Rohlfs (Niendorf 1849 – 1938 Hagen) „Die blauen Berge“. Circa 1912 Oil on canvas. 80 × 120 cm ( 31 ½ × 47 ¼ in.). Monogrammed lower right: CR. Köcke 527 (there as „not inscribed“).– [3215] Provenienz: Collection Adalbert and Thilda Colsman, Langenberg (thence by descent to the present owner) Ausstellung: Christian Rohlfs. Göttingen, Kunstsammlungen der Universität Göttingen, 1949, cat. no. 25 / Freunde des Museums sammeln. II: Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Essen, Museum Folkwang, 1972, cat. no. 54, ill. p. 59
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Dessins, aquarelles et pastels
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Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
02/06/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0