Lot 471
Christian Rohlfs (Niendorf 1849 – 1938 Hagen)
„Weiden“ („Weiden II“, „Im Schanzengraben bei Weimar“). 1904
Öl auf Leinwand. 60,5 × 78 cm ( 23 ⅞ × 30 ¾ in.). Unten rechts monogrammiert und datiert: CR 4.
Werkverzeichnis: Köcke 335.–
[3230]
Provenienz: Museum für Kunst und Heimatgeschichte, Erfurt (Inv.-Nr. 7131, am 27. August 1937 beschlagnahmt) / Depot Schloß Schönhausen / Bernhard A. Böhmer, Güstrow (1938) (zitiert nach: Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“, Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin; EK-Inventar Nr. 1346) / ehemals Privatsammlung, Berlin
Ausstellung: Christian Rohlfs. Danzig, Stadtmuseum, 1929, Kat.-Nr. 11 mit Abbildung
Literatur und Abbildung: Edwin Redslob: Beiträge zur Weimarer Landschaftsmalerei. Die Weimarer Zeit von Christian Rohlfs. In: Zeitschrift für bildende Kunst, Jg. 55, 1920, Abb. S. 81 (datiert: 1911) / Carl Emil Uphoff: Christian Rohlfs. In: Junge Kunst, Bd. 34, Leipzig 1923, Abb. / Walter Passarge: Junge Kunst in Erfurt. In: Der Cicerone, Jg. 15, 1923, S. 1133, Abb. S. 1135 / Kat. des Städtischen Museums Erfurt, 1924, Kat.-Nr. 116 (datiert: 1911)
Sein spektakuläres Spätwerk hat Christian Rohlfs zu einem Hauptvertreter des Expressionismus gemacht. Dabei war er um mehr als eine Generation älter als etwa die Maler der Brücke, und auch von Emil Nolde, den er 1905 in Soest kennenlernte, trennten ihn immer noch fast achtzehn Jahre. Rohlfs, 1849 in Niendorf in Holstein geboren, hatte also künstlerisch gesehen eine Vorgeschichte. Ab 1870 studierte er an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar, damals ein Anlaufpunkt für junge, progressiv eingestellte Künstler. Was ihn jedoch zu Beginn seiner Laufbahn am stärksten prägte, war die Auseinandersetzung mit der neuesten französischen Kunst, der Schule von Barbizon und vor allem mit den Impressionisten. Corot und Courbet analysierte er akribisch, er bewunderte Cézanne und van Gogh, und Gauguin hielt er für den Größten.
Daß dies eine gute Schule war, zu der sein norddeutsches Temperament einen ganz eigenen Klang hinzufügte, lässt ein Gemälde wie „Weiden (im Schanzengraben bei Weimar)“ aus dem Jahr 1904 keinen Zweifel. Man meint, das Flirren der Natur mit Händen greifen zu können. Alles ist in Bewegung, die Blätter der Bäume im Wind, die schrundigen Oberflächen der Rinden, das hohe Gras und das Licht der Sonne, das an diesem klaren Tag am Boden lange Schatten wirft. Angesichts der emphatischen Dynamik, die Rohlfs der Landschaft hier verleiht, erscheint seine Hinwendung zum Expressionismus wie eine logische Konsequenz des Vorangegangenen. Ein ähnliches Bild, das drei Jahre später entstandene Gemälde „Birkenwald“, befindet sich im Sprengel-Museum in Hannover, wo es zu den Glanzpunkten der Sammlung zählt. UC
Christian Rohlfs (Niendorf 1849 – 1938 Hagen)
„Weiden“ („Weiden II“, „Im Schanzengraben bei Weimar“). 1904
Oil on canvas. 60,5 × 78 cm ( 23 ⅞ × 30 ¾ in.). Monogrammed and dated lower right: CR 4.
Catalogue raisonné: Köcke 335.–
[3230]
Provenienz: Museum für Kunst and Heimatgeschichte, Erfurt (inv. no. 7131, confiscated 7th August 1937 ) / Depot Schloss Schönhausen / Bernhard A. Böhmer, Güstrow (1938) (cited after: Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“, Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin; EK-Inventar Nr. 1346) / formerly Private collection, Berlin
Ausstellung: Christian Rohlfs. Danzig, Stadtmuseum, 1929, cat. no. 11, illustration
Literatur und Abbildung: Edwin Redslob: Beiträge zur Weimarer Landschaftsmalerei. Die Weimarer Zeit von Christian Rohlfs. In: Zeitschrift for bildende Kunst, vol. 55, 1920, ill. p. 81 (dated: 1911) / Carl Emil Uphoff: Christian Rohlfs. In: Junge Kunst, vol. 34, Leipzig 1923, ill. / Walter Passarge: Junge Kunst in Erfurt. In: Der Cicerone, vol. 15, 1923, p. 1133, ill. p. 1135 / Cat. of the Städtische Museum Erfurt, 1924, cat. no. 116 (dated: 1911)
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente