Lot 320
Dadamaino (1930 – Mailand – 2004) „VOLUME“. 1958 Tempera auf Leinwand. 45 x 119 cm ( 17 ¾ x 46 ⅞ in.). Rückseitig signiert, datiert und betitelt: Dadamaino Volume 1958. Das Werk ist registriert im Archivio Dadamaino, Somma Lombardo.– [3334] Provenienz: Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart Ausstellung: Dadamaino. Stuttgart, Galerie Beatrix Wilhelm, 1987, ohne Nr., Abb. / Stiftung – ganz konkret 1988-1998. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 1998/99 / einfach weiß einfach schwarz. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2000 / en gros & en détail. Werke von A bis Z. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2001/02, ohne Nr., Abb. / arte concreta arte povera. Dadamaino, Gastini, Spagnulo, Zorio. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2012 / Umbruch 2013. Module im Wandel. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2013 When in ’58, I started cutting up canvases until only the frame was left to see, [...] canvas, paintbrush, and orgiastically applied paint with spatulas in informal painting were elements that had to be overcome, in order to start new.“ (Dadamaino, in: Fiorani, Eleonora: „Il Percorso del quotidiano: Dadamaino 1990-91“, in: Temporale Rivista d’Arte e di Cultura, Nr. 26, Edizioni Dabbeni, Lugano 1991) Eduarda Emilia Maino, die sich früh nach einem Schreibfehler in einem Ausstellungskatalog Dadamaino nannte, zählt zu den wenigen Frauen einer Generation von europäischen Künstlern, die in unterschiedlichen Gruppierungen – u.a. ZERO, Gruppe Nul, Nouvelle Tendence – einen kategorischen Neubeginn der Kunst einforderten. Ohne Zweifel waren Lucio Fontana und sein Manifesto Blanco (1946), aber auch Yves Klein maßgebliche Inspirationen für das frühe Schaffen von Dadamaino, die ab 1959 zusammen mit Piero Manzoni und Enrico Castellani den Kern der Gruppe Azimuth in Mailand bildete. Zwischen 1958 und 1960 schuf die damals erst 28-jährige Künstlerin ihre bedeutsame Werkgruppe der volumi, die sie selbst als eine „intuitive Tabula rasa“ bezeichnete (Dadamaino im Interview mit Jole de Sanna, in: Damsch-Wiehager, Renate (Hg.): ZERO ITALIEN. Azimut/Azimuth 1959/60 in Mailand. Ausst.-Kat., Ostfildern 1996, S. 96). Die mit weißer, schwarzer oder selten auch farbiger Tempera-Farbe bemalten volumi bilden den radikale Ausgangspunkt für ein Gesamtwerk, das sich durch eine außergewöhnliche Kohärenz, Präzision und Klarheit auszeichnet. Einer der frühen Leitgedanken Dadamainos war die Absage an alles Materielle und die Suche nach immateriellen Phänomenen und Ausdrucksmöglichkeiten. Die handgeschnittenen Leerstellen ihrer frühen volumi, die vielmehr leere Formen als Risse oder Schnitte sind, eröffnen dem Betrachter zwar den Blick auf die Wand hinter der Leinwand, doch durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, Innen- und Außenraum der Leinwand entsteht aus dem scheinbaren Nichts ein Raum – ein Volumen. „Volume“ aus dem Jahr 1958 zählt zu den ersten Arbeiten dieser Serie, die Dadamaino 1958 in ihrer ersten Einzelausstellung in der Galleria Bossi in Mailand präsentierte. Die weiße Tempera-Farbe ist auf der rohen Leinwand kaum zu erkennen, der Schnitt entlang der vorgezeichneten Linie ist bewusst ungenau, er wirkt spontan und emotional, der sich ergebende Ausschnitt eröffnet im unteren Bereich den Blick auf den Keilrahmen. „Volume“, tela forata, 1958 hat weder die Regelmäßigkeit noch die organisierten Proportionen späterer volumi, vielmehr scheint es in diesem frühen Werk um die Überwindung künstlerischer Konventionen und das bedingungslose Experimentieren auf der Suche nach einem Neubeginn zu gehen. Dadamaino (1930 – Milan – 2004) „VOLUME“. 1958 Tempera on canvas. 45 x 119 cm ( 17 ¾ x 46 ⅞ in.). Signed, dated and titled on the reverse: Dadamaino Volume 1958. The work is recorded in the Archivio Dadamaino, Somma Lombardo.– [3334] Provenienz: Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart Ausstellung: Dadamaino. Stuttgart, Galerie Beatrix Wilhelm, 1987, without no., ill. / Stiftung – ganz konkret 1988-1998. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 1998/99 / einfach weiß einfach schwarz. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2000 / en gros & en détail. Werke von A bis Z. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2001/02, without no., ill. / arte concreta arte povera. Dadamaino, Gastini, Spagnulo, Zorio. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2012 / Umbruch 2013. Module im Wandel. Reutlingen, Stiftung für konkrete Kunst, 2013
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Collection Manfred Wandel
10719 Berlin - Allemagne
04/06/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0