Lot 715
Dadamaino (1930 – Mailand – 2004) „VOLUME“. 1959 Tempera auf Leinwand. 50,1 x 34,8 cm ( 19 ¾ x 13 ¾ in.). Auf dem Keilrahmen mit schwarzer Tinte signiert, betitelt und datiert: DADAMAINO – VOLUME 1959. Das Gemälde ist registriert im Archivio Dadamaino, Somma Lombardo, unter der Nr. 140/13.– [3542] Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland „I had always searched: materials, forms, situations, everything I could.“ Dadamaino Ende der 1950er Jahre begründete die eng mit Piero Manzoni befreundete italienische Künstlerin Dadamaino die immaterielle Neukonzeption der Malerei: „Ich habe immer die Materie verabscheut und ich habe immer das Immaterielle gesucht.“ (Dadamaino, in: Damsch-Wiehager, Renate (Hg.): ZERO ITALIEN. Azimut/Azimuth 1959/60 in Mailand. Ausst.-Kat., Ostfildern 1996, S. 96.) 1959 zeigte Fontana erstmals seine Tagli in Mailand, Piero Manzoni präsentierte die Achromes, parallel entstanden seine ersten Linien, und Enrico Castellani schaffte die ersten Superficie. In diesem Jahr gründeten Dadamaino, Manzoni und Castellani die Künstlergruppe Azimut, die sich mit Galerie und Zeitschrift (Azimuth) zum Sprachrohr der künstlerischen Avantgarde Mailands aufschwingen sollte. Azimut etablierte auch internationale Kontakte, unter anderen zur Düsseldorfer Zero-Gruppe um Heinz Mack, Yves Klein und Otto Piene, zur Amsterdamer Gruppe Nul mit Armando, Henk Peeters und Jan Schoonhoven sowie zur Pariser Szene der „nouveaux réalistes“ mit César, Martial Raysse und Arman. Unser Bild gehört zu der zwischen 1958 und 1960 entstandenen Werkgruppe der Volumi, die maßgeblich von Lucio Fontana und Yves Klein inspiriert, zwischen Malerei, Zeichnung und Wandobjekt oszilliert. Die Volumi sind der radikale und zugleich programmatische Ausgangspunkt für das kohärente, über 40-jährige Schaffen der italienischen Grande Dame der konkreten Kunst. Waren frühe Werke noch geprägt von der emotionalen Suche nach einer malerischen Tabula rasa, so hat Dadamaino ihren Volumi später eine innere rationale Struktur gegeben. In Werken wie „Volume“ verbinden sich diese polaren Spannungen: Zum einen haftet den Leinwandausschnitten etwas Gestisches und Instinktives an, eine avantgardistische Aufgeschlossenheit; andererseits sind sie experimentelle und methodische Untersuchungen von Leere. „Volume“ ist somit ein Zeugnis ihres lebenslangen Strebens, den Geist und die Materie zur Absolutheit des Bildes zusammenzuführen: “Behind the great holes I saw a wall full of light and shadows that vibrated and shifted. That was what I had to seek out and pursue. Until then art had been a static affair, apart from a few pioneers, we had to make it become dynamic again, using instruments derived from the latest technical-scientific developments, once it had been established that art can be made with any means.” (Dadamaino, in: Fiorani, Eleonora: „Il Percorso del quotidiano: Dadamaino 1990-91“, in: Temporale Rivista d’Arte e di Cultura, Nr. 26, Edizioni Dabbeni, Lugano 1991.) (CG) Dadamaino (1930 – Milan – 2004) „VOLUME“. 1959 Tempera on canvas. 50,1 x 34,8 cm ( 19 ¾ x 13 ¾ in.). Signed, titled and dated in black ink on the stretcher: DADAMAINO – VOLUME 1959. The painting is recorded in the Archivio Dadamaino, Somma Lombardo, as number 140/13.– [3542] Provenienz: Private collection, southern Germany
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art Contemporain
10719 Berlin - Allemagne
05/06/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0