Lot 3036
David Teniers d.J. (Antwerpen 1610 – 1690 Brüssel) STALLBILD MIT SCHAFEN. Um 1650/52 und um 1675 Öl auf Eichenholz. 44,7 x 67 cm ( 17 ⅝ x 26 ⅜ in.). Links unten signiert: D . TENIERS . F / Rückseitig in rotem Fettstift: 15. Parkettiert. [3001] Provenienz: 1928 Kunsthandlung Dr. Curt Benedict, Berlin / 1928 Kunsthandlung Lambertus de Vries & Cie, Berlin / 1928 Kunsthändler Konrad Strauß, Berlin / 1928 Sammlung Kurt Rohde, Berlin / 1938–43 als Depositum an Elisabeth Berbig, Dresden / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin Quelle Sammlung Rohde-Hinze: Quittung Nr. 461, Kunsthandlung Lambertus de Vries & Cie, Berlin, 7. November 1928, 5.000 RM / Bilderbestandsliste (1950) Nr. 84 (1928), Vorbesitzer „Strauss“, 7.000 RM / Lagerbuch Nr. 292, 7.000 RM David Teniers der Jüngere ist einer der bedeutendsten Genre- und Landschaftsmaler der 17. Jahrhunderts. Nach der künstlerischen Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters, ein in dieser Zeit geschätzter Antwerpener Historienmaler, wird er im Amtsjahr 1632/33 als Meister in der Sanct Lucasgilde aufgenommen. 1637 heiratet er Anna, die Tochter Jan Brueghels d.Ä., deren Vormund seit dem Tod des Vaters Peter Paul Rubens ist. 1645/46 übernimmt Teniers das ehrenvolle Amt des Dekans der Sanct Lucasgilde in Antwerpen. Auf einem Höhepunkt seines Schaffens tritt der Maler in die Dienste von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, der seit 1647 das Amt des spanischen Statthalters der Südlichen Niederlande inne hatte. Zu seinem Hofmaler ernannt, lebt und arbeitet Teniers spätestens seit 1651 unweit des Hofes in der Residenzstadt Brüssel, wo er bis zu seinem Tode tätig bleibt. In jenen Jahren im Dienste des Statthalters, des Wechsels aus der Scheldestadt nach Brüssel entstand das Stallbild mit seiner pastoralen Thematik, eines bei der Herde stehenden, nachdenklich schauenden, jugendlichen Hirten mit der Schalmei in den Händen, bereit sie an die Lippen zu setzen. Der Stallraum mit den Figurengruppen im Vordergrund wird vom milden Licht eines offen stehenden Fensters durchdrungen, während ein zurückliegender Raumteil mit bäuerlichem Hausrat und nur halbgeöffneter Tür stärker im Schatten liegt. Innerhalb der Komposition bildet die Gestalt des Hirten die Bildmitte, dies wird noch durch eine leuchtend rote Kappe mit schwingender Hahnenfeder betont. Seine leichte Drehung leitet den Blick zu einem zweiten wichtigen Bildmotiv, einer neben einem Hund knienden Bäuerin, die Schürze voller Äpfel, von denen sie einen mit ausgestrecktem Arm in die Richtung des Hirten reicht. Direkt neben ihr, wie ein Stilleben aufgebaut, eine große Messingkanne, eine mit Äpfeln gefüllte, irdene Schüssel, ferner eine derbe Holzbank mit im Lichte reflektierendem Messinggefäß. Dieses nicht aus dem Themenkreis der Hirtenidylle stammende Motiv gehörte auch nicht zur ursprünglichen Konzeption von Teniers’ Bildkomposition, sondern wurde der malerischen Ausführung nach zu urteilen – soweit dies möglich ist – circa 20 Jahre später in harmonischer Weise von einem anderen Maler hinzugefügt. Noch in Antwerpen, um 1648, malte Teniers für Erzherzog Leopold Wilhelm eine „Scheune mit Ziegen und Flöte spielenden Jungen“ (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr.759). In der Wiedergabe der Hirtenthematik, nicht wie von Teniers meist bevorzugt als Erlebnis in der Natur auf Wiesen und Hügeln, sondern in einem Innenraum einer Scheune oder eines Stalls, zeigen diese beiden Gemälde viele Vergleichsmomente, die in der zeitlichen Nähe der Entstehung begründet scheinen. Auffälligerweise ist der zurückliegende Raumteil mit der häuslichen Ausstattung bei beiden Werken nahezu gleich. Margret Klinge, Düsseldorf Vergleichsliteratur: Margret Klinge und Dietmar Lüdke: David Teniers der Jüngere 1610–1690. Alltag und Vergnügen in Flandern, Ausst.-Kat., Karlsruhe 2005 Wir danken Margret Klinge, Düsseldorf, für die Bestätigung der Authentizität anhand des Originals. David Teniers d.J. (Antwerp 1610 – 1690 Brussels) STABLE SCENE WITH SHEEP. Circa 1650/52 and circa 1675 Oil on oak. 44,7 x 67 cm ( 17 ⅝ x 26 ⅜ in.). Lower left signed: D . TENIERS . F / on the reverse in red grease pencil: 15. Inlaid. [3001] Provenienz: 1928 art dealership Dr. Curt Benedict, Berlin / 1928 art dealership Lambertus de Vries & Cie, Berlin / 1928 art dealer Konrad Strauß, Berlin / 1928 collection Kurt Rohde, Berlin / 1938–43 deposited with Elisabeth Berbig, Dresden / collection Elisabeth Rohde, Berlin. Source, collection Rohde-Hinze: Receipt no. 461, art dealership Lambertus de Vries & Cie, Berlin, 7 November 1928, 5.000 RM / inventory list of pictures (1950) no. 84 (1928), previous owner "Strauss“, 7.000 RM / book inventory no. 292, 7.000 RM Related literature: Margret Klinge and Dietmar Lüdke: David Teniers der Jüngere 1610–1690. Alltag und Vergnügen in Flanders, exh. cat., Karlsruhe 2005. We would like to thank Margret Klinge, Düsseldorf, for confirming the authenticity from the original.
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Dessins, aquarelles et pastels
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Catalogue
03/07/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0