Lot 232
EINSTEIN (Albert). Lettre autographe signée, en allemand, à son fils Eduard. Cromer [dans le Norfolk en Angleterre], [septembre ou octobre 1933]. 2 pp. in-4, au crayon ; fente à la pliure.
QUAND ALBERT EINSTEIN FUIT DEVANT LE DANGER NAZI. Menacé de mort en Allemagne, il décida d'accepter un poste à Princeton. Il gagna précipitamment l'Angleterre, en septembre 1933, en attendant de pouvoir faire la traversée vers les États-Unis, et, jusqu'en octobre 1933, fut accueilli par Oliver Locker-Lampson, officier de marine et membre du Parlement (qui avait aussi aide Sigmund Freud), dans un minuscule chalet lui appartenant à Roughton Heath près de Cromer dans le North Norfolk. Einstein profita de cette période pour aller faire une conférence à Londres destinée à attirer l'attention sur la situation politique en Allemagne et sur le sort dramatique que promettait aux juifs le régime nazi nouvellement installé.
« Lieber Tetel ! Seit meinem letzten Brief waren wieder einigermassen bewegte Zeiten. Man hat nämlich in den Zeitungen geschrieben, meine Ermordung sei geplant. Darauf hin hat man in Belgien meinen Polizei-Schutz so verstärkt, dass ich nicht mehr die Mühe machen wollte. So bin ich seit über drei Wochen hier in der Nähe der englischen Küste in einer beneidenswerten Einsamkeit. Mein Häuschen, in dem ich allein wohne, hat eine Fläche von etwa 9 q[uadrat]m[eter] und besteht nur aus einem Raum. Durch die Tür kommt man sofort zu Mutter Grün. Ich rechne die meiste Zeit und laufe draussen herum, wenn es mich friert. In etwa zwei Wochen geht das Schiff nach Amerika, leider. Dass so ein alter Kerl wie ich doch seine Ruhe nicht haben kann ! Gestorben hat man leider keinen Spass mehr daran.
Ich wäre noch so gern zu Ende gekommen. Aber daran konnte ich gar nicht denken bei den Zuständen ! ES IST EIGENTLICH NICHTS ANDERES ALS EINE REVOLUTION DER DUMMEN GEGEN DIE VERNÜNFTIGEN IN DEUTSCHLAND. MAN MERKT, DASS DIE DUMMEN EINE GEWALTIGE MAJORITÄT BILDEN.
Abgesehen vom Essen bin ich immer allein. Wenn man ein bisschen müde ist, kommt man sich dabei sehr blöd vor, weil keinerlei Ablenkung da ist. Man sollte was Mechanisches zu thun haben, z[um] B[eispiel] Kochen. Das wäre übrigens auch was Gutes für dich, wenn ich dir auch nicht zubraue, dass du es weit darin bringen zutraue. Es ist allgemein für das geistige Gleichgewicht gut, wenn man etwas Stunden währendes zu thun hat, von dem man sicher ist, dass es einem gelingt, also etwas, das mit blosser Routine getan werden kann. [Quelques mots sur un pli, rendus difficilement lisible]. Hoffentlich seid Ihr in gleichmässiger Stimmung und ohne erhebliche Plagen.
Wenn Ihr mir noch etwas hierher schreiben wollet, so ist die Adresse : Commander Locker, Lampson, Cromer, England (bis 3 X). Nachher : Universität Princeton (New Jersey)... »
Apostille autographe à son ancienne épouse, Mileva Marić, mère d'Eduard, concernant des questions financières : « Liebe Mileva ! Dieser Brief ist auch für dich. Wenn du geschäftliche Schwierigkeiten hast, so wende dich nur an Herrn Dukas. Er hat viel Erfahrung und hilft gern. »
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