Lot 25
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) Blaues Paar (aus der Reihe der „Phantasien“). Um 1931/35 Aquarell, Tuschpinsel und -feder auf Japan. 45,4 × 60,7 cm ( 17 ⅞ × 23 ⅞ in.). Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. [3446] Provenienz: Privatsammlung, Norddeutschland Literatur und Abbildung: Christian Ring, Nolde Stiftung Seebüll (Hg.): Emil Noldes späte Liebe. Das Vermächtnis an seine Frau Jolanthe. Köln, DuMont, 2013 (anlässlich der Ausstellung der Dependance Berlin der Nolde-Stiftung Seebüll, 2013/14), hier 2. Aufl. 2014, S. 114, Kat.-Nr. 59 (m. Abb.) und Abb. S. 50 Wie nur wenige andere Maler seiner Zeit verstand es Emil Nolde, sich die spezifischen Eigenschaften der verschiedenen künstlerischen Medien auf jeweils ganz eigene Weise zunutze zu machen. In der Aquarellmalerei war es vor allem der experimentelle Umgang mit den Farben, der ihn dazu ermutigte, bei der Arbeit eher intuitiv als kontrolliert vorzugehen. Sein zauberhaftes „Blaues Paar“ legt davon beredt Zeugnis ab. Es scheint, als habe er hier die Wasserfarben in ihre Bestandteile zerlegen wollen: Auf dem Papiergrund versammeln sie sich als Tropfen, Schlieren, amorphe Strukturen. In der Summe bilden sie die Basis für das titelgebende blaue Paar. Der Einsatz des dominanten, intensiv leuchtenden Ultramarins lässt Frau und Mann zu einer Einheit verschmelzen. Das warme Gelb des Hintergrundes mutet an wie der Schein eines wärmenden Feuers, wobei die herzförmige Fläche zwischen beiden Köpfen am kraftvollsten erstrahlt. In einem letzten Arbeitsschritt hat der Maler schließlich die Figuren mit schwarzer Tuschfeder akzentuiert und Details eingefügt. Das Blatt stammt aus der Reihe von Noldes großformatigen „Phantasien“, die um 1931/35 entstand. Um äußerliche Schönheit oder Attraktivität geht es in keinem Aquarell dieser Folge. Vielmehr wollte der Künstler die Innerlichkeit der Dargestellten zum Ausdruck bringen und ihre Beziehungen zueinander mittels Farbe und kompositorischer Kunstgriffe betonen – was in unserem Blatt auf meisterhafte Weise gelungen ist. AF * Besonders farbintensives Aquarell in großem Format * Erstmalig auf dem Kunstmarkt * Ursprünglich aus dem von Emil Nolde selbst zusammengestellten Legat für seine zweite Frau Jolanthe Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) Blue couple (from the series “Phantasien“). Circa 1931/35 Watercolour, brush and pen and India ink on Japan paper. 45,4 × 60,7 cm ( 17 ⅞ × 23 ⅞ in.). Signed in pen and black ink lower right: Nolde. [3446] Provenienz: Private Collection, Northern Germany Literatur und Abbildung: Christian Ring, Nolde Stiftung Seebüll (ed.): Emil Noldes späte Liebe. Das Vermächtnis an seine Frau Jolanthe. Cologne, DuMont, 2013 (on the occasion of an exhibition at the Berlin branch of the Nolde-Stiftung Seebüll, 2013/14), here 2nd ed. 2014, p. 114, cat. no. 59 (ill.) and ill. p. 50 . - - - 30.00 % buyer's premium on the hammer price VAT margin scheme, VAT included, but not indicated and not reclaimable
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Dessins, aquarelles et pastels
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Selected Works
10719 Berlin - Allemagne
28/11/2019
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0