Lot 28
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll)
Exotische Blumen.
Aquarell auf Japan. 24,3 × 33,5 cm ( 9 ⅝ × 13 ¼ in.). Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Eine Expertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, wird nach der Auktion eingeholt.
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Provenienz: Privatsammlung, Norddeutschland
Im Laufe seiner Künstlerkarriere hatte Emil Nolde immer darauf geachtet, sein florales Motivrepertoire kontinuierlich zu erweitern. Ausgangspunkt und erste Inspiration waren zwar die heimischen Blumen in seinem Garten auf der Ostseeinsel Alsen. Doch der Maler begab sich stets gern auf die Suche nach neuen technischen und thematischen Herausforderungen. So sollte die Reise nach Papua-Neuguinea 1913/14 sein Interesse an exotischen Pflanzen wecken. Nolde erinnert sich an die ersten Tage seines Aufenthalts in Namanula: „Direkt nebenzu war der Urwald. (…) Ich zeichnete mehrmals diese grüne Wand vom Busch neben unserem Haus: die Palmen, die Lianen, die Ranken, breiten Blätter, die unten am Boden wucherten. Auch ging ich hinein und malte große braune, gelbe Pflanzenblätter. Und goldig leuchtende Bananen standen da, wildgewachsene.“ (Emil Nolde: Welt und Heimat. Köln, Dumont-Buchverlag,2. Auflage 1965, S. 59f). Jedoch fehlte ihm die Zeit für eine vertiefte Beschäftigung mit der Pflanzenwelt der Südsee, denn „das Demographische", die Beobachtung der Eigenheiten und Bräuche der Bevölkerung, "war meine freie und besondere Aufgabe“ (ebenda, S. 15). Deshalb aquarellierte er auf der Reise vor allem Porträts und kaum Blumenbilder.
Ein Jahrzehnt später hielt die exotische Pflanzenwelt doch noch Einzug in Noldes Kunst: Im Zoo und im Botanischen Garten in Berlin fand der Künstler eine Fülle lohnender Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt ferner Länder, gerade in den Jahren 1923 und 1924. Mit Freude erinnerte sich der Maler an diese Zeit, als es mit seiner Frau Ada „zu den Fischen und Schildkröten im Aquarium ging oder zu den blühenden Orchideen im Botanischen Garten“ (Emil Nolde: Reisen – Ächtung – Befreiung. Köln, Dumont-Buchverlag, 4. Auflage 1988, S. 175).
Eine solche Orchideenranke zeigt auch unser Aquarell. Es ist sicher nicht in Berlin entstanden, sondern Jahre später im heimischen Seebüll, wo Nolde eine Topfpflanze als Vorlage diente. Das Hauptmotiv bilden in der linken Bildhälfte die blauvioletten Blüten der sich stolz in die Höhe reckenden Orchidee. Ihre Stempel sind durch zartes Orangegelb und feine rote Striche angedeutet. Eine weitere Ranke entspringt der gelb-roten Farbfläche am unteren Bildrand. An ihren zierlichen, mit spitzem Pinsel gemalten Stängeln befinden sich gefiederte Blüten in leuchtendem Rotorange, bei denen Nolde das Kolorit der Orchideenblüten aufgreift. Ihre Strahlkraft ist so stark, dass er das obere rechte Bildviertel nahezu unbehandelt lässt. Hier erzeugen lediglich hellgraue Schatten räumliche Tiefe und bilden eine neutrale Folie, welche die intensiven Farben der Blüten besonders prachtvoll zur Geltung bringt.
AF
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll)
Exotische Blumen.
Watercolour on Japan paper. 24,3 × 33,5 cm ( 9 ⅝ × 13 ¼ in.). Signed in pen and black ink lower right: Nolde. A certificate by Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, will be provided after the auction.
[3126]
Provenienz: Private collection, Northern Germany
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente