Lot 14
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll)
Mohn und Sonnenhut.
Aquarell auf Japan. 45 × 27 cm ( 17 ¾ × 10 ⅝ in.). Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Auf dem Passepartout unten rechts von Ada Nolde, der Ehefrau des Künstlers, mit Bleistift bezeichnet: Blumen.
[3215]
Provenienz: Sammlung Adalbert und Thilda Colsman, Langenberg (seitdem in Familienbesitz)
Es waren die Blumen in seinem Garten auf der Ostseeinsel Alsen, die Emil Nolde zu ersten farbintensiven Ölbildern inspirierten und damit zum Ausgangspunkt für sein expressionistisches Werk wurden. „Es war auf Alsen mitten im Sommer“, erinnert er sich im ersten Teil seiner Autobiografie, „die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. Es entstanden meine ersten kleinen Gartenbilder. Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie“. (Zit. nach: Emil Nolde: Jahre der Kämpfe. Köln, 5. Aufl. 1985, S. 100.) Die Blumenmalerei sollte Emil Nolde sein ganzes Künstler-leben begleiten. Allerdings stellte er die Produktion gelegentlich über Jahre ein, um den Erwartungen des Kunstpublikums bewusst entgegenzutreten, welches ihn bisweilen zum „Blumen-Nolde“ degradierte. Etwa zehn Jahre nach den ersten Ölgemälden tauchten Blumen auch in Noldes Aquarellen auf – und es scheint, als habe der Maler damit endlich das perfekte Medium für dieses Motiv gefunden. Nun konnte er Farben mit raschen Pinselstrichen aufs Papier bringen, sie in starke Kontraste setzen oder sanft ineinanderfließen lassen. Für Nolde war das Aquarellieren anfangs eine enorme Herausforderung. „Mit der Farbe, mit den Mitteln, dem Technischen war es ein schweres Ringen. Alles Übernommene, Gelernte war nichts, alles musste wie neu erfunden werden.“ (Ebenda, S. 107) Doch rasch erlangte er darin eine Meisterschaft, die bis heute ihresgleichen sucht.
Unser Aquarell „Mohn und Sonnenhut“ weist alle Merkmale eines typischen Blumenbildes des Malers auf: Die zarten, orangefarbenen Blütenblätter des Sonnenhuts sind mit leichter Hand souverän ausgeführt. Den Mohn hat Nolde aus unterschiedlich intensiven roten Farbflächen zusammengesetzt. Das Schwarz und das Dunkelblau für die Blütenstempel trug er dann auf das noch feuchte Papier auf, was zu äußerst delikaten Farbverläufen führt, die den Eindruck organischen Wachstums vermitteln. Das kühle Blattgrün am unteren Bildrand setzt schließlich den notwendigen Kontrapunkt zur Färbung der Blüten. Es sorgt auch, gemeinsam mit dem hellen Grau des Hintergrunds, für die räumliche Tiefe im Bild. Das Ergebnis ist ein leuchtendes, farbenfrohes Miteinander, das die ganze Finesse von Noldes Kunst offenbart. AF
Zur Sammlung Adalbert und Thilda Colsman siehe auch: www.grisebach.com/de/colsman
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll)
Mohn und Sonnenhut.
Watercolour on Japan paper. 45 × 27 cm ( 17 ¾ × 10 ⅝ in.). Signed in pen and black ink lower right: Nolde. On the mat lower right inscribed in pencil by Ada Nolde, the wife of the artist: Blumen.
[3215]
Provenienz: Collection Adalbert and Thilda Colsman, Langenberg (thence by descent to the present owner)
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente