Lot 28
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) „Sonnenblume und Dahlienblüten“. Um 1930 Aquarell auf Japan. 36,3 × 45,5 cm ( 14 ¼ × 17 ⅞ in.). Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Auf der Rückpappe ein Etikett der Galerie Ferdinand Möller, Berlin. Mit einer Bestätigung von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, vom 15. Februar 2019. Das Aquarell ist in seinem Archiv unter „Nolde A – 114/2019“ registriert und dokumentiert.– Farben leicht geblichen. [3491] Provenienz: Privatsammlung, Berlin (erworben 1937 in der Galerie Ferdinand Möller, Berlin, seitdem in Familienbesitz) Ausstellung: Emil Nolde. Verzeichnis der Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle. Berlin, Galerie Ferdinand Möller, 1937, Kat.-Nr. 44 Welch eine Blütenpracht! Gleich sechs leuchtende Blumen aus seinem berühmten Bauerngarten im nordfriesischen Seebüll hat Emil Nolde in diesem Aquarell festgehalten. Eigentlich müsste man es sogar „porträtiert“ nennen, denn jede einzelne von ihnen ist anders gestaltet und präsentiert sich dem Betrachter in ganz eigener Ausprägung. In den Jahren um 1916/18 werden Blumen zum bevorzugten Motiv in Noldes Aquarellmalerei. Er hatte diese „Modelle“ nicht nur buchstäblich vor der Haustüre. Sie erlaubten ihm vor allem auch das unbefangene Experimentieren mit Farben, den mannigfachen Möglichkeiten ihrer Kombination, Mischung und Kon-trastierung, ohne den Blick auf den Gegenstand zu verlieren und in die Abstraktion abzugleiten, die der Künstler als „völlige Naturverneinung“ für sich ablehnte. Das wiederum erscheint fast ein wenig widersinnig, da Nolde die Angewohnheit hatte, jedes einzelne Blumenaquarell aus zunächst abstrakten Farbflächen zu entwickeln. In unserem Blatt hat er auf das reine Gelb von Dahlien und Sonnenblume noch in nassem Zustand ein Grün beziehungsweise Grau aufgetragen, welches den Blüten Struktur und Volumen verleiht. Reizvolle koloristische Akzente setzen die orangefarbenen Stempel (bei den Dahlien) sowie der braune Blütenstand (bei der Sonnenblume). Erst nach dem Trocknen dieser Farben setzte Nolde auf Letzteren feine hellgelbe Pinselstriche, um die Sonnenblume trotz ihrer geringen Größe als solche kenntlich zu machen. Auch die filigranen grünen Blattstängel und den einen Schatten andeutenden grauschwarzen Hintergrund malte der Künstler erst ganz zum Schluss. Sie wiederum geben dem Blatt räumliche Tiefe und sorgen für den Zusammenhalt der einzelnen Teile der Komposition. AF Wir danken Dr. Wolfgang Schöddert, Berlinische Galerie, Berlin, für den Hinweis auf die Ausstellung. Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) „Sonnenblume und Dahlienblüten“. Circa 1930 Watercolour on Japan paper. 36,3 × 45,5 cm ( 14 ¼ × 17 ⅞ in.). Signed in pen and black ink lower right: Nolde. On the cardboard backing a label of Galerie Ferdinand Möller, Berlin. Accompanied by a confirmation by Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, dated 15 February 2019. The watercolour is registered and documented in his archive under „Nolde A – 114/2019“.– Colours slightly faded. [3491] Provenienz: Private Collection, Berlin (acquired 1937 at Galerie Ferdinand Möller, Berlin, thence by descent to the present owner) Ausstellung: Emil Nolde. Verzeichnis der Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle. Berlin, Galerie Ferdinand Möller, 1937, cat. no. 44 We would like to thank Dr. Wolfgang Schöddert, Berlinische Galerie, Berlin, for the reference to the exhibition.
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Dessins, aquarelles et pastels
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Selected Works
10719 Berlin - Allemagne
30/05/2019
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0