Lot 56
Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „Roma“. 1963 Öl auf Leinwand. 95 × 75,3 cm ( 37 ⅜ × 29 ⅝ in.). Unten links signiert, betitelt und datiert: Schumacher Roma 63. Rückseitig zwei Etiketten der Mostra mercato Florenz, auf dem Keilrahmen ein Etikett zur Aus­stellung Karlsruhe 1972 (s.u.). Das Werk ist registriert im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Nummer 0/3.533.– [3291] Provenienz: Privatsammlung, Italien / Privatsammlung, Rheinland Ausstellung: Mostra mercato d‘arte contemporanea. Florenz, Palazzo Strozzi, 1964, Kat.-Nr. 47 (lt. rücks. Etikett) / Emil Schumacher. Arbeiten von 1960 bis 1971. Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1972 Zu Beginn der 1960er-Jahre hatte Emil Schumacher gefunden, wonach er seit seinem frühen Entschluss, Maler zu werden, so ernsthaft gesucht hatte. Mit großer Eindringlichkeit machte er sich nun an bildnerische Lösungen für das Durchdringen seiner beiden Hauptmotive: der malerischen Textur und der grafischen Geste. Ab etwa 1960 tauchen in seinem Schaffen Formen auf, die zwar abstrakt bleiben, dem Betrachter aber auch einen assoziativen Raum auf dem Weg zur Figuration eröffnen. Zu der Zeit war bei Schumacher bereits ein gewisser Widerwille gegen die völlige Auflösung der Form in der informellen Kunst gewachsen. Schon immer hatte er den prozessualen Charakter seiner Malerei betont. Deshalb bleiben die Gebilde in seinen Arbeiten offen und zerrissen und fügen sich letztendlich nicht zur Figur. Unser Gemälde aus dem Jahr 1963 ist ein besonders schönes Beispiel für Schumachers künstlerischen Ansatz. Auf einen luftig-leichten blauen Grund legt der Maler lasur­zart eine Schicht ockriges Gelb und entfaltet so vor dem Betrachter ein ungestümes Geschehen. Drei Formen in Braun lässt er das Bild beherrschen. Dick hat Schumacher hier an einigen Stellen die Farbe auf die Leinwand gespachtelt. Dieser Körperlichkeit steht ein Lineament gegenüber, dessen Ausdrucksgehalt ein ganzes Spektrum abdeckt und von der planvollen Anlage bis zu expressiver Heftigkeit reicht. Schumacher entwickelt in diesem Gemälde ein überreiches Beziehungsgeflecht zwischen den Formen und Linien. Man erkennt an ihnen ein Stützen und Umfangen, ein Schweben, auch den Gegensatz zwischen Ruhe und Dynamik. Der Betrachter kann in den ausgreifenden Bewegungen die Widerstände fast körperlich spüren, auf die Schumacher während des Malprozesses stieß. An einigen winzigen Partien der Leinwand liegt ein Blau auf der Malerei, eine ganz unerwartet zarte Geste von großer Schönheit. Die lichte Farbigkeit dieser Arbeit ist im Schaffen des Malers zu dieser Zeit eher ungewöhnlich. Vielleicht war es eine Verbeugung vor dem Ort, an dem unser Gemälde entstand. Schumacher weilte damals in Rom und war offensichtlich so begeistert von der Stadt, dass er „Roma“ neben seine Signatur setzte. Und wir spüren die Wärme und sehen das Licht Italiens in diesem Werk. OH Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „Roma“. 1963 Oil on canvas. 95 × 75,3 cm ( 37 ⅜ × 29 ⅝ in.). Signed, titled and dated lower left: Schumacher Roma 63. On the reverse two labels of the Mostra mercato Florence, on the stretcher a label from the exhibition in Karlsruhe 1972 (see below). The work is recorded in the archive of the Emil Schumacher Stiftung, Hagen, as number 0/3.533.– [3291] Provenienz: Private collection, Italy / private collection, Rhineland Ausstellung: Mostra mercato d‘arte contemporanea. Florenz, Palazzo Strozzi, 1964, cat. no. 47 (according to label on the reverse) / Emil Schumacher. Arbeiten von 1960 bis 1971. Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1972
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0