Lot 10
Erich Heckel (Döbeln 1883 – 1970 Radolfzell am Bodensee)
„ALSTERLANDSCHAFT“ (DIE ALSTER BEI DER MELLINGBURGER SCHLEUSE). 1913
Öl und Tempera auf Leinwand. 69,5 x 79 cm ( 27 ⅜ x 31 ⅛ in.). Unten rechts monogrammiert und datiert: EH 13. Rückseitig in Schwarz signiert: Erich Heckel.
Hüneke 1913-29 (in Vorbereitung) / Vogt 1913/45.–
Farben im Rahmenausschnitt leicht geblichen. [3253]
Provenienz: Ehemals Prof. Dr. Richard Hessberg, Essen (bis 2010 Depositum im Museum Folkwang, Essen)
Ausstellung: Erich Heckel 1883–1970. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik. Essen, Museum Folkwang, und München, Haus der Kunst,1983/1984, Kat.-Nr. 41, mit Farbabbildung / Hamburger Ansichten. Maler sehen die Stadt. Hamburg, Hubertus-Wald-Forum in der Hamburger Kunsthalle, 2009/2010, Kat.-Nr. 50, Farbabb. S. 175 („Die Alster bei der Mellingburger Schleuse“)
Heckel siedelte 1911 von Dresden nach Berlin über. Der als ruhig und maßvoll beschriebene Maler suchte in der Großstadt weniger nach neuen Bildmotiven, obgleich er aus Straßenschlucht und Hochbahnviadukten eine düster-statische Komposition (Straße in Berlin, 1911) schuf. In Berlin erhofften sich Heckel, Kirchner und die anderen Brücke-Künstler ein größeres Publikum, bessere Ausstellungsmöglichkeiten, geschäftlichen Erfolg und engere Kontakte zu Galeristen und Förderern. Inspiration fand der Maler weiterhin eher in der Natur: Die Sommermonate der folgenden Jahre verbrachten der Maler und seine Frau auf Hiddensee, Fehmarn, dem Darß und auf Sylt. Über die Reisen schrieb Heckel an den Freund Walter Kaesbach: „Ich sammle Vorräte, Material.“ (Zit. nach: Anton Henze: Erich Heckel. Leben und Werk. Stuttgart 1983, S. 46)
Im Sommer 1913 wandert Heckel mit seiner Frau, der Ausdrucks- tänzerin Sidi Riha, durch Schleswig-Holstein. In Osterholz an der Flensburger Förde mieten sie ein Häuschen, das zum ersehnten Rückzugsort wird. Von dort aus statten sie dem Förderer und Freund Gustav Schiefler auf dessen Landsitz in Mellingstedt im Alstertal einen Besuch ab. Das Glück und die Lebensfreude dieses Sommers sprechen aus der „Alsterlandschaft“. Die wilden Farbstürme der Dresdener Jahre weichen hier einer neuen Intensität. Heckel verdünnt nun die Ölfarben mit Benzin, sie werden immaterieller, doch leuchtender. Der Maler legt nur wenige Flächen an: ein Stück Wiese, einen Erdhang. Der Rest wird mit kurzem, in alle Richtungen ausgreifenden Pinselstrichen erfaßt. Immer wieder bleiben Teile der Leinwand frei. Werner Haftmann sagte über die Kunst Heckels, „daß er noch in der Erregung eine geheime Überlegenheit bewahrte“ (Zit. nach: Paul Vogt: Geschichte der deutschen Malerei im 20. Jahrhundert, Köln 1976, S. 39). Bei aller Frische und Spontaneität ist die malerische Umsetzung der Spiegelungen im Fluß höchst kunstvoll: Selbst die Leerstellen auf der Leinwand werden Teil der Wasseroberfläche. (OH)
Erich Heckel (Döbeln 1883 – 1970 Radolfzell am Lake Constance)
„ALSTERLANDSCHAFT“ (DIE ALSTER BEI DER MELLINGBURGER SCHLEUSE). 1913
Oil and tempera on canvas. 69,5 x 79 cm ( 27 ⅜ x 31 ⅛ in.). Monogrammed and dated lower right: EH 13. Signed on the reverse in black: Erich Heckel.
Hüneke 1913-29 (in preparation) / Vogt 1913/45.–
Colours within the frame slightly attenuated. [3253]
Provenienz: Formerly Prof. Dr. Richard Hessberg, Essen (until 2010 deposit in the Museum Folkwang, Essen)
Ausstellung: Erich Heckel 1883–1970. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik. Essen, Museum Folkwang, and Munich, Haus der Kunst,1983/1984, cat. no. 41, with colour ill. / Hamburger Ansichten. Maler sehen die Stadt. Hamburg, Hubertus-Wald-Forum in der Hamburger Kunsthalle, 2009/2010, cat. no. 50, colour ill. p. 175 („Die Alster bei der Mellingburger Schleuse“)
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