Lot 1103
Ernst, Max Brühl, 1891 - Paris, 1976 48 x 23,5 cm,R. Ohne Titel (Doux Souvenir), 1958. Mischtechnik: Collage, Farbkreide, Bleistift und Farbstift auf Karton. In Tusche unten rechts signiert und datiert. Herr Dr. Jürgen Pech, Max Ernst Museum Brühl, hat die Echtheit der Collage bestätigt. Das Werk wird in den Nachtrag des Werkverzeichnisses der Gemälde aufgenommen. Wir danken Herrn Dr. Jürgen Pech für die Unterstützung.Die Collage (franz. Coller = Kleben) auch Klebebild genannt, entsteht durch übereinander kleben von Materialien, wobei ein neues Ganzes geschaffen wird. Dabei können verschiedenste Materialien wie farbiges Papier, Karten, Bänder, Fundstücke, Fotografien und ähnliches verwendet werden, die neu kombiniert auf eine Leinwand oder einen festen Untergrund angeordnet werden. Besonders geschätzt wurde die Collage-Technik von den Dadaisten und den Surrealisten, wegen ihrer möglichen Überraschungseffekte und absurden Kombinationen, der Möglichkeit des freien Spiels des Zufalls. 1962 schreibt Max Ernst in seinen biographischen Notizen "Wahrheitsgewebe und Lügengewebe": "Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlichen dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt".Max Ernst studierte Kunstgeschichte an der Universität in Bonn. Bereits 1919 gründete er gemeinsam mit Hans Arp die Kölner Dada-Gruppe und gehörte 1924 zu den ersten Mitgliedern der Surrealistengruppe in Paris, wo er seit 1922 lebte. Als Künstler Autodidakt, wendet sich Ernst bereits frühzeitig der Technik der Collage zu. 1920, als er zufällig einen Katalog einer Kölner Lehrmittelanstalt betrachtet, kommt ihm die Idee der Klebetechnik. Es entstehen die ersten Dada-Collagen. Dabei ist diese Technik für ihn nicht nur ein bloßes Stilmittel sondern gab ihm die Möglichkeit neue Bildwirklichkeiten zu entwerfen oder zu simulieren. Die hier angebotene Collage "Doux Souvenir" gibt die künstlerischen Intentionen von Max Ernst wieder. Eine frankierte Souvenirkarte aus dem Jahr 1906 wurde vom Künstler über einen Holzstich und ein Tapetenfragment gelegt. Das Fragment dient wiederum, ergänzt durch zwei Füße und einem Vogelkopf, als Torso einer Figur. Hinterfangen wird die Kompositionen durch einen tiefliegenden Horizont und einer weißen Fläche. Dies lässt die Vogelgestalt groß und mächtig erscheinen. Die hier wie zufällig angeordneten Elemente, ergänzt durch von mit exakten Bleistiftlinie umfassten Farbflächen, lassen eine neue Wirklichkeit entstehen, in der die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Traumwelt und Phantasie verschmelzen.
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
30/03/2017
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