Lot 31
François Pompon (Saulieu 1855 – 1933 Paris)
„Pélican“. 1924
Bronze mit schwarzer Patina. Höhe: 37 cm ( 14 ⅝ in.). Auf der Plinthe signiert: POMPON. Dort auch der Gießerstempel: C. VALSUANI CIRE PERDUE.
Chevillot / Colas / Pingeot 138.–
Guss zu Lebzeiten des Künstlers. [3027]
Provenienz: Wijermars Fine Art, De Wijk / Privatsammlung, Berlin
Wenn man abseits der französischen Autoroute du Sud durch Burgund fährt, trifft man auf dem Marktplatz von Saulieu auf die lebensgroße Tierplastik „Le Taureau“. Sie fasziniert durch ihre geschlossene Form, ihren Glanz und die imponierende Ruhe, die von ihr ausgeht. François Pompon, der Schöpfer dieses ungewöhnlichen Kunstwerks, wurde in Saulieu geboren und erlangte in Paris zu Zeiten des Art-déco größte Aufmerksamkeit. Sein „style moderne“ zeichnet sich durch Einfachheit, Reinheit und reduzierte Formensprache aus. Seine Kunstwerke erscheinen edel und zeitlos, sie wirken leise, ohne großen Aufwand und schlagen durch ihre Perfektion in Bann. Auch sein Frühwerk „L’Oie“, inspiriert von einem Ausflug aufs Land, ist bereits eine schlanke, elegante Figuration, von der die damaligen Kritiker mutmaßten, diese Gans könne wohl nicht wirklich ein Ei legen.
Nach Studien an der École des Beaux-Arts in Dijon ging Pompon 1875 nach Paris, wo er Beschäftigung im Atelier von Auguste Rodin fand. Was er dort sah, entsprach seinem eigenen künstlerischen Verständnis nicht. Viel zu viele Details, zu sehr ausschmückendes, erzählerisches Beiwerk, zu große Naturtreue. In der Stringenz und Sparsamkeit seiner Skulpturen ist Pompon den beiden Vertretern eines kubistischen Art-déco, Jan und Joël Martel, verwandt, aber auch Constantin Brâncusi, der ebenfalls in der Vereinfachung der Grundformen zu seiner Größe gelangte.
Das meiste Aufsehen erregte François Pompon mit einem Eisbären, den er auf dem Salon d’Automne 1921 zeigte und der einen Begeisterungssturm auslöste, jedoch nicht wegen seiner Niedlichkeit und Verspieltheit. Vielmehr faszinierte Pompons weißer Bär sein Publikum wie eine Eisprinzessin durch die entrückte Ferne seiner ätherischen Eleganz. Auch unser majestätischer „Pelikan“ bezaubert durch seine schimmernde Oberfläche und konzentrierte Spannung. Ein eigensinniges Geschöpf von vollkommener Schönheit, das sein Publikum auf Distanz hält.
EO
François Pompon (Saulieu 1855 – 1933 Paris)
„Pélican“. 1924
Bronze with black patina. Height: 37 cm ( 14 ⅝ in.). Signed on the plinth: POMPON. There too the foundry mark: C. VALSUANI CIRE PERDUE.
Chevillot / Colas / Pingeot 138.–
Cast during the artist's lifetime. [3027]
Provenienz: Wijermars Fine Art, De Wijk / Private collection, Berlin
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Divers
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