Lot 124
Franz Ludwig Catel (Berlin 1778 – 1856 Rom) Klosterruine am Meer. Um 1825/35 Öl auf Leinwand. 63,5 × 50,5 cm ( 25 × 19 ⅞ in.). Das Gemälde wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde Franz Ludwig Catels von Dr. Andreas Stolzenburg, Hamburg (in Vorbereitung).– Retuschen. Gefirnisst. [3175] Dieses Gemälde des 1811 nach Rom übergesiedelten Berliner Landschafts- und Genremalers Franz Ludwig Catel wiederholt mit veränderter Genrestaffage in kleinerem Format eine Komposition, die sich in Berliner Privatbesitz befindet (Abbildung links). Auf dem durch seine nächtliche Sturmatmosphäre überzeugenden Berliner Bild findet sich die gleiche, bislang noch nicht konkret identifizierte Ruinenarchitektur, bei der es sich aber um einen Blick aus den Substruktionen des Palazzo Donn’Anna bei Neapel handeln könnte. Für den Palazzo Donn’Anna spricht neben der verwandten rauen Architektur mit den großen Fensteröffnungen auch die auf beiden Bildern in der Ferne zu erkennende Uferlinie, die der der Halbinsel von Sorrent durchaus ähnlich sieht. Möglicherweise existiert (oder existierte) diese imposante Architekturruine aber auch an der Küste von Sorrent oder Amalfi selbst. Diese Komposition wird durch zwei unheimlich beleuchtete Mönchsfiguren im Vordergrund und einen weiteren, stehenden Mönch auf der Galerie mit den Rundbogenfenstern akzentuiert. Die vorliegende, kleinere Version zeigt dieselbe Architektur bei Tageslicht, wobei diese frontal und nicht wie bei der größeren Version leicht über Eck wiedergegeben ist. Das Meer ist jedoch auch hier wild aufgepeitscht und zwei Fischer haben sich mit ihrem kleinen Boot in die kleine, vor dem Gebäude liegende Grotte hineingerettet. Sie ruhen sich, am Boden sitzend, aus und warten auf besseres Wetter, um ihren Fang fortzusetzen oder sicher heimkehren zu können. Der höchst reizvolle Ausblick aus dem Gebäudeinnenraum erinnert mit den wild bewegten Wellen – gleich einem Bild im Bild – an Catels Studien der Jahre um 1820, die im für beide fruchtbaren künstlerischen Austausch mit dem 1820/21 in Neapel wirkenden Johan Christian Dahl entstanden. Doch wird das vorliegende Bild im Atelier in Neapel oder Rom etwas später, vermutlich zwischen 1825 und 1835, als Erinnerungsbild für einen Neapelreisenden entstanden sein. Ausgangspunkt beider Bilder ist zweifellos eine kleine (ehemals fälschlich François-Marius Granet zugeschriebene) Ölstudie des Künstlers, auf der er bei ruhigerem Wetter die reine Architektur ohne jede Staffage festhielt (Maße unbekannt, London, Hazlitt, Gooden& Fox). Carl Blechen, der während seines Italienaufenthaltes 1829/30 sicher auch von Catel angeregt wurde, schuf 1830 eine im weitesten Sinne vergleichbare Komposition mit einem von zwei Mönchen belebten Ausblick aus einer Grotte aufs Meer bei strahlendem Sonnenschein (Öl auf Eichenholz, 37,5 × 29 cm, Köln, Wallraf-Richartz-Museum – Fondation Corboud, Inv.-Nr. WRM 2603). Andreas Stolzenburg Franz Ludwig Catel (Berlin 1778 – 1856 Rome) Ruins of a Cloister, by the Sea. Circa 1825/35 Oil on canvas. 63,5 × 50,5 cm ( 25 × 19 ⅞ in.). The painting will be included in the catalogue raisonné of the paintings of Franz Ludwig Catel by Dr. Andreas Stolzenburg, Hamburg (in preparation).– Retouchings. Varnished. [3175]
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art du 19e siècle
10719 Berlin - Allemagne
01/06/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0