Lot 35
Fritz Winter (Altenbögge 1905 – 1976 Herrsching/Ammersee)
„TRIEBKRÄFTE DER ERDE“. 1944
Öl und Monotypie auf dünnem, halbtransparentem Papier. 29,5 x 20,9 cm ( 11 ⅝ x 8 ¼ in.). Unten links monogrammiert und datiert: FW 44.
Lohberg 784.–
[3159]
Provenienz: Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen
Ausstellung: Westkunst. Zeitgenössische Kunst seit 1939. Köln, Messehallen, 1981, Kat.-Nr. 93, Abb. S. 349 / Fritz Winter. Triebkräfte der Erde. Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, und Villingen-Schwenningen, Städtische Galerie im Beethovenhaus, 1981/82, Kat.-Nr. 60, Farbabb. / Neue Formen. Fritz Winter. Arbeiten auf Papier 1925-1975. Stuttgart, Kunstmuseum, 2006, Kat.-Nr. 146, Farbabb. S. 112
Literatur und Abbildung: Werner Haftmann: Fritz Winter – Triebkräfte der Erde. München, Verlag R. Piper & Co., 1957, Farbabb. o.S
„Im sinnenden Vollziehen eines bildnerischen Äußerungswillens schrieb sich diese Reihe [Triebkräfte der Erde] hin, – ein Bilder- und Tagebuch aus einzelnen, für sich bestehenden Seiten, die doch beim Abschluß einen zyklischen Zusammenhang ergaben, weil sie aus einem einheitlichen Erlebnisgrund hervortraten. Alle haben das gleiche Format, sie sind auf dünne, mit einer ölhaltigen Emulsion getränkte Schreibmaschinenblätter gemalt, die dem Maler bei Beginn der Arbeit zur Hand lagen. Alle sind Hochformate und schon in dieser Wahl nicht auf erzählende Breite als auf verdichtetes Wachstum der Form gerichtet. Schließlich entstanden sie in einem einzigen ununterbrochenen Arbeitsgang, der sich kaum über vier Wochen hinzog. Sie wurden im Januar/Februar des Jahres 1944 gemalt in der Stille eines oberbayerischen Landhauses in Diessen am Ammersee, das ein großer Garten umgibt. Jeder Arbeitstag erbrachte mindestens ein Blatt, oft arbeitete der Maler an mehreren zugleich. [...]
Im pochenden Drängen dieses Vorfrühlings entdeckte der Maler überall die Zeichen der unterirdisch andrängenden mächtigen Wachstumskraft. Eine aufgehobene Erdscholle gab den Blick frei auf keimende Entfaltungen; unter den modernden Blättern am Baumstamm drängten sich feine Gebilde nach oben; ans Flechtwerk der Wurzeln hatten sich feine Kristalle angesetzt. Schüchtern hob sich die lebendige Farbe – das Rot, das Blau, das Grün – aus dem toten Braun und Grau des Erdreichs. [...]
All diese Bilder zeigen ein eigentümliches mikroskopisches Heranrücken an die natürlichen Erscheinungen. Diese Sehweise ist das Zeichen dafür, daß die Sensibilität des Malers nicht mehr so sehr auf die Sensationen der weiten, freien Natur antwortet [...] sondern auf die Wirklichen unterliegenden Wirkkräfte und Prozesse. Es ist eine sehr moderne Weise des Sehens.“ (Werner Haftmann in der Einführung zu dem 1957 erschienen Bändchen: Triebkräfte der Erde. München, Piper Verlag, S. 37, 41 u. 44)
Fritz Winter (Altenbögge 1905 – 1976 Herrsching, Ammersee)
„TRIEBKRÄFTE DER ERDE“. 1944
Oil and monotype on thin, semi-transparent paper. 29,5 x 20,9 cm ( 11 ⅝ x 8 ¼ in.). Monogrammed and dated lower left: FW 44.
Lohberg 784.–
[3159]
Provenienz: Private collection, North Rhine-Westphalia
Ausstellung: Westkunst. Zeitgenössische Kunst seit 1939. Cologne, Messehallen, 1981, cat. no. 93, ill. p. 349 / Fritz Winter. Triebkräfte der Erde. Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, and Villingen-Schwenningen, Städtische Galerie im Beethovenhaus, 1981/82, cat. no. 60, colour ill. / Neue Formen. Fritz Winter. Arbeiten auf Papier 1925-1975. Stuttgart, Kunstmuseum, 2006, cat. no. 146, colour ill. p. 112
Literatur und Abbildung: Werner Haftmann: Fritz Winter – Triebkräfte der Erde. Munich, Verlag R. Piper & Co., 1957, colour ill., no page numbers
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