Lot 42
Gerhard Marcks (Berlin 1889 – 1981 Burgbrohl/Eifel) „Schwimmerin II“. 1938 / 52 Bronze mit grünschwarzer Patina. 167 × 41 × 41 cm ( 65 ¾ × 16 ⅛ × 16 ⅛ in.). Auf der Standfläche vor dem rechten Fuß mit dem Signet des Künstlers. An der Plinthe hinten rechts der Gießerstempel: H.NOACK BERLIN. Rudloff 354.– Einer von zwei Güssen der überarbeiteten Fassung von 1952. [3366] Provenienz: Firmensammlung, Deutschland (1962 in der Galerie Rudolf Hoffmann, Hamburg, erworben) Werk und Biografie von Gerhard Marcks sind in diesem Standbild untrennbar miteinander verwoben. Ab 1933 arbeitete Marcks, einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts, zunächst an einer Aktdarstellung seiner Tochter Brigitte. Die mit überkreuzten Beinen stehende „Schwimmerin I“ ist im Begriff, eine Badekappe über ihr Haar zu ziehen und zeigt selbstbewusst ein Lächeln und ihre klassisch-gerade Nase. An der Entstehung der Figur „Schwimmerin II“ lässt sich nun ablesen, wie intensiv sich der Bildhauer über viele Jahre mit einem Entwurf auseinandersetzte, um eine einmal gefundene Form mit bedachten Eingriffen immer wieder aufs Neue zu verlebendigen. Für den ersten Bronzeguss der „Schwimmerin II“ überarbeitete Marcks im Jahr 1938 die Figur von „Schwimmerin I“. Vierzehn Jahre darauf schuf er die Plastik ein drittes Mal, jetzt allerdings stand ihm seine jüngere Tochter Ute Modell. Neben Veränderungen an Badekappe und Haar machen Ausdruck und Physiognomie hier den wesentlichen Unterschied: Die Gesichtszüge sind jugendlicher geworden. Der Ausdruck wirkt scheu, in sich gekehrt und ganz auf die bevorstehende sportliche Herausforderung konzentriert. „Bei aller Würde, die die statuarische Formulierung erzeugt, sind die Statuen von Gerhard Marcks menschlich anrührend.“ So beschrieb Franz Joseph van der Grinten das plastische Œuvre des Künstlers und charakterisierte damit treffend die beseelte Anmutung von „Schwimmerin II“ (Gerhard Marcks. Statuen, Plastiken und Zeichnungen aus dem Gerhard Marcks-Haus Bremen. Ausst.-Kat. Museum Schloss Moyland 1999, S. 8). Die ruhige Gegenständlichkeit, die Marcks hier meisterhaft vorführt, zeugt von seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit der antiken Bildhauerei Italiens und Griechenlands. Mit viel Gefühl in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht, steht die junge Frau auf einer quadratischen Plinthe. Ihr Spielbein kreuzt das rechte Standbein, der linke Ellenbogen neigt sich in Entsprechung zur linken Hüfte leicht abwärts. Es ist nur eine verhaltene Regung, mit der das Mädchen seine Badekappe zurechtrückt, doch animiert sie auf subtile Weise die Skulptur. Passend zum Sujet diente dieser lebensgroße Guss lange als Brunnenfigur. KH Gerhard Marcks (Berlin 1889 – 1981 Burgbrohl/Eifel) „Schwimmerin II“. 1938 / 52 Bronze with green-black patina. 167 × 41 × 41 cm ( 65 ¾ × 16 ⅛ × 16 ⅛ in.). On the platform before the right foot with the artist's signet. On the plinth at the back right the foundry mark: H.NOACK BERLIN. Rudloff 354.– One of two casts of the reworked version of 1952. [3366] Provenienz: Corporate collection, Germany (acquired 1962 at Galerie Rudolf Hoffmann, Hamburg)
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
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Oeuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/06/2017
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0