Lot 451
Gerhard von Kügelgen (1772 Bacharach – 1820 Loschwitz b. Dresden) Dorothea Fürstin von Lieven, geb. von Benckendorff (1785–1857)?. Zwischen 1801–03 Öl auf Leinwand. 140,5 × 104 cm ( 55 ⅜ × 41 in.). Unten links signiert: Gerard Kugelgen / Rückseitig handschriftlich auf Klebeetikett auf dem Keilrahmen: Kugelgen (Frantz. Gerard von) Peintre d’histoire et de portraits né a Bacharach, mort à Dresden assasiné par uns soldat 1772-1820 école allemande, Etudia à Coblence puis á Rome en même temps que son frère jumeau Karl qui s’adonna au paysage: Travailla à Munich, Riga puis St. Petersbourg. Professeur à l’Academie de Dresden, fit les portraits de Goethe Schiller Wieland etc.... Oeuvres dans les musées de St Petersbourg Dresde, Leipzig. [3565] Provenienz: Privatsammlung, Frankreich Gerhard von Kügelgen ging im Dezember 1798 von Reval nach St. Petersburg, wo er Dank der guten Empfehlungen des estländischen Adels schnell Kontakt zum Hof bekam. Er gewann die Anerkennung des autokratischen Zaren Paul I., der ihm Aufträge für zahlreiche Portraits der Zarenfamilie und des Adels verschaffte. Die Gunst der kaiserlichen Familie blieb ihm auch unter dem Zaren Alexander I. erhalten. 1800-1801 malte Kügelgen im Schloß Pavlovsk das Familienbild des Zaren Pauls I., das den Maler berühmt machte. Die hier Dargestellte zeigt in ihrer Kopfhaltung und Aufmachung starke Übereinstimmungen mit dem Portrait der Großfürstin Maria Pawlowna in diesem Bild. Da es für die Privaträume der Zarin bestimmt war, kann man davon ausgehen, daß unser Portrait eine Dame zeigt, die der kaiserlichen Familie nahe stand. Der Dresdner Historiker Friedrich Christian August Hasse, der 1824 eine Monographie zum Leben und Werk Kügelgens veröffentlichte, benutzte für seine Arbeit das Werkverzeichnis des Malers aus seiner Petersburger Zeit. Neben den Bildern für die kaiserliche Familie und anderen Mitgliedern des Hofes erwähnt Hasse Portraits des Grafen Lieven und der Fräulein von Benckendorff am Grabe ihrer Mutter. Deshalb könnte es sich bei unserem Bild um ein Portrait der Dorothea von Lieven, geborene von Benckendorff, handeln. Sie heiratete 1800 in St. Petersburg Christoph Andrejewitsch Graf und Fürst von Lieven (1774–1839), russischer General und Diplomat. Die junge Frau steht im Freien und trägt ein ärmelloses, weißes Chemisenkleid mit einer „Tunique sans corsage“, die vom Taillenband gehalten wird. Ihr linkes Bein ist leicht angewinkelt, sodaß der goldbestickte Saum der Tunika zu sehen ist. Auch das ovale Dekolleté ihres Kleides ist mit feiner Goldstickerei eingefaßt. Über dem Kleid trägt sie ein rotes, dreieckiges Schultertuch, dessen Fülle über ihren Rücken fällt, auf ihrem rechten ausgestreckten Arm liegt und von ihrer linken Hand gehalten wird. Ihre hochgesteckten Locken werden hinter dem kurzen gelockten Vorderhaar von einem kunstvollen Diadem aus Perlen und Bändern gehalten, an dessen Mitte eine goldene Brosche mit Perlen und einem Saphir befestigt ist. Eine ähnliche Brosche trägt sie am Taillenband. Gleichzeitig mit Kügelgen arbeitete in St. Petersburg die Malerin Elisabeth Vigée-Lebrun (1755–1842). Wie schon während seines Aufenthalts in Rom ist die erfolgreiche Malerin auch hier in Rußland sein großes Vorbild. Er übernahm von ihr die klaren, leuchtenden Farben, das kräftige Inkarnat und die Betonung der Augen, die er auch für dieses Bild benutzte. Am stärksten ist ihr Einfluß an der Haltung der jungen Frau zu erkennen. Sie scheint mit der rechen Hand über die Brüstung zu zeigen und sich nur einen Moment mit einer Drehung des Kopfes dem Betrachter zuzuwenden, wodurch das Bildnis so lebendig wird. Dorothee von Hellermann, Maastricht – Autorin des Werkverzeichnisses Vergleichsliteratur: F. Ch. A. Hasse: Das Leben Gerhards von Kügelgen, Leipzig 1824, S. 92 / Dorothee von Hellermann: Gerhard von Kügelgen (1772– 1820). Das zeichnerische und malerische Werk, Berlin 2001, P 86 Gerhard von Kügelgen (1772 Bacharach – 1820 Loschwitz near Dresden) Dorothea Countess von Lieven, born von Benckendorff (1785–1857). Between 1801–03 Oil on canvas. 140,5 × 104 cm ( 55 ⅜ × 41 in.). Signed lower left: Gerard Kugelgen / On the reverse, handwritten on a label on the stretcher: Kugelgen (Frantz. Gerard von) Peintre d’histoire et de portraits né a Bacharach, mort à Dresden assasiné par uns soldat 1772-1820 école allemande, Etudia à Coblence puis á Rome en même temps que son frère jumeau Karl qui s’adonna au paysage: Travailla à Munich, Riga puis St. Petersbourg. Professeur à l’Academie de Dresden, fit les portraits de Goethe Schiller Wieland etc.... Oeuvres dans les musées de St Petersbourg Dresde, Leipzig. [3565] Provenienz: Private collection, France Related literature: F. Ch. A. Hasse: Das Leben Gerhards von Kügelgen, Leipzig 1824, p. 92 / Dorothee von Hellermann: Gerhard von Kügelgen (1772– 1820). Das zeichnerische und malerische Werk, Berlin 2001, P 86
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Dessins, aquarelles et pastels
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Catalogue
Orangerie. Objets Choisies
10719 Berlin - Allemagne
26/11/2015
Proposé par Grisebach
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