Lot 706
Gotthard Graubner (Erlbach/Vogtland 1930 – 2013 Hombroich)
„FARBRAUMKÖRPER (11)“. 1982
Öl auf Leinwand, über Synthetikwatte. 75 x 55 x 9 cm ( 29 ½ x 21 ⅝ x 3 ½ in.). Rückseitig mit Pastellkreide in Rot signiert und datiert: Graubner 82. Ebenda ein Etikett der Galerie Renée Ziegler, Zürich.
[3508]
Provenienz: Privatsammlung, Schweiz (1988 erworben)
Gotthard Graubner studierte in Berlin, Dresden und zuletzt in Düsseldorf. Hier kam er in Kontakt mit Piene, Mack und Uecker, den Gründern der Gruppe „Zero“. Die ,Stunde Null‘ einer neuen Kunst wurde ausgerufen, dem Informel der Kampf angesagt. Noch als Student beteiligte sich Graubner 1958 an der 7. Abendausstellung in den Ateliers von Piene und Mack. Die Idee einer sich vom Tafelbild lösenden und das Licht einschließenden Kunst fand seinen Niederschlag in den frühen Kissenbildern Graubners. Durch den Einfluß Yves Kleins wandte sich der Künstler der Farbe zu. Doch nicht ihre materiellen und spirituellen Qualitäten wollte er ergründen, denn Graubner war durch und durch Maler. Mit Schwämmen, Walzen und Kissen bearbeitete er die Oberfläche seiner über Synthetikwatte gespannten Malgründe. Er malte prozessual, ohne vorgegebene Richtung. Photographien aus Graubners Atelier bezeugen den langwierigen Weg, in dem seine Arbeiten entstanden. Schicht über Schicht wird die Farbe aufgetragen, mal schwer und dicht, ein anderes Mal nur zart getupft.
Der intensiv rot und pink leuchtende „Farbraumkörper“ lockt den Betrachter, tritt ihm entgegen mit seinem in den Raum vortretenden Volumen. Heller im Licht, verschattet in den lichtabgewandten Seiten erzeugen die weichen Rundungen ein Schweben. Auf der Oberfläche sind Bewegungen erkennbar, Farbströme fließen. Verändert der Betrachter seinen Standort, wandelt sich auch der Bildeindruck. Die „Farbraumkörper“ konstituieren selbst einen Raum, in dessen Wirkungsbereich wir eintreten können und der mit seinem Reichtum an Nuancen, dem An- und Abschwellen der Farben, einzigartig ist. 1982, im Jahr als unser Werk entstand, wurde Gotthard Graubner eingeladen, seine Arbeit im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu präsentieren. Auch hier nahmen die Farben den Raum in Besitz. (OH)
Gotthard Graubner (Erlbach/Vogtland 1930 – 2013 Hombroich)
„FARBRAUMKÖRPER (11)“. 1982
Oil on canvas, over synthetic cotton. 75 x 55 x 9 cm ( 29 ½ x 21 ⅝ x 3 ½ in.). Signed and dated with red pastel crayon on the reverse: Graubner 82. Same place a label of Galerie Renée Ziegler, Zurich.
[3508]
Provenienz: Private collection, Switzerland (acquired in 1988)
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente