Lot 532
Hans Purrmann (Speyer 1880 – 1966 Basel) „Blick über Florenz“ („Landschaft bei Florenz“). 1935 Öl auf Leinwand. 60,2 × 73,4 cm ( 23 ¾ × 28 ⅞ in.). Unten rechts signiert: H. Purrmann. Auf dem Keilrahmen mit Kreide in Grün betitelt, bezeichnet und signiert: Landschaft bei Florenz Nr. 8 H. Purrmann. Mit Pinsel in Rot datiert: 35. Dort auch ein Etikett der Ausstellung München 1962 (s.u.). Billeter 1935/01.– [3104] Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland Ausstellung: Hans Purrmann. München, Haus der Kunst, 1962, Kat.-Nr. 59 („Landschaft bei Florenz“, datiert: 1938) 1905 zog Hans Purrmann von Berlin nach Paris, und mit diesem Ortswechsel änderte sich auch seine Malerei. Der damals 25-Jährige lernte rasch die farbintensive Kunst der Fauvisten schätzen. Auch Cézanne und Matisse übten nun Einfluss auf ihn aus. Von dem einen sah er Werke in der großen Cézanne-Gedenkausstellung im Herbstsalon 1907, an der vom anderen gegründeten „Académie Matisse“ studierte er. Derart angeregt, bildete Purrmann bald seinen eigenen Malstil aus. Die Werke, speziell die Landschaftsbilder, die danach entstanden, sind Zeugnisse einer bedingungslos optimistischen Weltsicht. Zu den immer wieder aufgesuchten Orten, die ihn nachhaltig inspirierten, gehörte neben Südfrankreich, dem Bodensee, Korsika und Ischia auch Florenz. Die politische Lage in Deutschland bewog Purrmann im Oktober 1935 zur Übersiedlung, um dort die Verwaltung der Deutschen Künstlerstiftung Villa Romana zu übernehmen. An Motiven herrschte in diesem Zentrum der europäischen Hochkultur kein Mangel, und so fand sich Purrmann schon bald nach seinem Umzug auf einem der benachbarten Hügel ein, um die imposante Stadtkulisse seiner neuen Heimat im Ölbild festzuhalten. Das Gemälde „Landschaft bei Florenz“ gehört zu diesen frühen Florentiner Bildern. Betrachtet man den Blickwinkel auf die Domkuppel und Giottos Campanile als einigermaßen verlässlich, so hat es Purrmann direkt im weitläufigen Garten der Villa Romana gemalt. Rechts vom Dom mag man den Turm des Palazzo Vecchio erkennen, doch ist topografische Präzision offenkundig nicht Purrmanns Anliegen. Im Gegenteil: Die eigentliche Stadt wird durch Parks und Gruppen von Bäumen fast vollkommen ausgeblendet. Und die Häuser, die man im Mittelgrund sieht, erwecken mit ihren terrakottafarbenen Dächern und grünen Fensterläden eher den Eindruck einer dörflichen Idylle. Wie in nahezu allen Landschaftsbildern Purrmanns spielt der Mensch, anders als bei den übrigen Expressionisten, hier keine große Rolle. Purrmann malt Landschaften, die sich in Einklang mit den Spuren der Zivilisation befinden, nicht umgekehrt. Die delikate Farbgebung, die Überfülle feinzeichnerischer Akzente sowie eine allgemein kontemplative Grundstimmung im Bild sind dabei eine Hommage – an keinen Geringeren als Purrmanns verehrten Lehrer Matisse. AF Hans Purrmann (Speyer 1880 – 1966 Basel) „Blick über Florenz“ („Landschaft bei Florenz“). 1935 Oil on canvas. 60,2 × 73,4 cm ( 23 ¾ × 28 ⅞ in.). Signed lower right: H. Purrmann. On the stretcher titled, inscribed and signed with green chalk: Landschaft bei Florenz Nr. 8 H. Purrmann. Dated with brush in red: 35. There too a label of the exhibition Munich 1962 (see below). Billeter 1935/01.– [3104] Provenienz: Private collection, Southern Germany Ausstellung: Hans Purrmann. München, Haus der Kunst, 1962, cat. no. 59 („Landschaft bei Florenz“, dated: 1938)
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Modern Art
10719 Berlin - Allemagne
01/06/2018
Proposé par Grisebach
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