Lot 41
Hans Purrmann (Speyer 1880 – 1966 Basel)
„GLADIOLEN UND KAPUZINERKRESSE IN HENKELVASE“. 1926
Öl auf Leinwand. 92 x 73 cm ( 36 ¼ x 28 ¾ in.). Unten rechts signiert: H. Purrmann.
Billeter 1926/16.–
[3222]
Provenienz: Konsul H. Bomke, Dortmund / Privatsammlung, Rheinland
Hans Purrmanns Entwicklung als Künstler kann man nur als Bilderbuchkarriere bezeichnen: Als Sohn eines Malers in Speyer nahm er bereits als 17jähriger ein Studium an der Münchner Akademie der bildenden Künste auf und wurde Schüler von Franz von Stuck, gemeinsam mit Paul Klee und Wassily Kandinsky. In Paris lernte er später Pablo Picasso und Henri Matisse kennen und wurde 1908 Obmann der dortigen „Académie Matisse“. Seine eigene Malerei zeigt zwar deutliche Einflüsse der Franzosen Matisse, Cézanne und Renoir, doch fand Purrmann zu einem individuellen, charakteristischen Malstil mit einer motivischen Vorliebe für lichtdurchflutete Interieurs und mediterrane Landschaften.
Das Ölbild „Gladiolen und Kapuzinerkresse in Henkelvase“ entstand während eines Aufenthalts in Rom von 1923 bis 1928. Wenngleich das Hauptaugenmerk des Malers immer den Pflanzen gilt, die er mit großer Akkuratesse und überlegtem Kolorit wiedergibt, reizt ihn ebenso die freiere Gestaltung der Umgebung mittels lockerem Pinselstrich. Der auffällige Paravent mit Vogel- und Landschaftsmotiven, der in gleich mehreren Stilleben Purrmanns den Hintergrund bildet, sowie der nach vorne gekippte Tisch mit rosafarbenem Tuch belegen den Einfluß des französischen Fauvismus und Kubismus. Sie verleihen dem Gemälde in Kombination mit dem reichen Blumenbouquet eine fast schon barocke Opulenz.
Purrmann betätigte sich neben dem Malen auch als eifriger Sammler von Gemälden, Graphik, Teppichen und Antiquitäten. So verwundert es nicht, daß einige Stücke aus seiner Sammlung wiederholt in seine Blumenstilleben aufgenommen wurden. Die prachtvolle Majolika-Vase im Bildzentrum wird wie die Blumen auch mit feinem, präzisem Pinselstrich wiedergegeben und so in ihrer Bedeutsamkeit hervorgehoben. Sie war vermutlich Teil der Sammlung Purrmanns. Zahlreiche andere Vasen in seinen Blumenstilleben offenbaren die Vorliebe für solch kostbare Keramiken. (AF)
Hans Purrmann (Speyer 1880 – 1966 Basel)
„GLADIOLEN UND KAPUZINERKRESSE IN HENKELVASE“. 1926
Oil on canvas. 92 x 73 cm ( 36 ¼ x 28 ¾ in.). Signed lower right: H. Purrmann.
Billeter 1926/16.–
[3222]
Provenienz: Konsul H. Bomke, Dortmund / Private collection, Rhineland
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