Lot 48
Hans Uhlmann (1900 – Berlin – 1975) „Stahlskulptur“. 1964 Stahl, schwarz getönt. 53 × 69 × 19,6 cm ( 20 ⅞ × 27 ⅛ × 7 ¾ in.). Auf der Plinthe monogrammiert und datiert: U. 64. Lehmann-Brockhaus 212.– Unikat. [3306] Provenienz: Privatsammlung, Niedersachsen Diese Skulptur ist ein schönes Beispiel dafür, wie es dem Bildhauer Hans Uhlmann immer wieder gelang, aus einfachen geometrischen Elementen Kompositionen von großer Komplexität zu fertigen. Die Grundform der „Stahlskulptur“ bildet eine hochkant gestellte trapezförmige Platte. Die Spitze des Trapezes auf der einen Seite und eine dreieckige Aussparung auf der anderen genügen, um dem Objekt einen Richtungsimpuls zu geben. An diese Platte hat der Künstler dreieckige Faltungen geschweißt. Einer dieser Flügel scheint durch die Öffnung in der Mitte der Platte zu schießen, während die Kante an der Oberseite des Trapezes die Skulptur fasst und den dynamischen Impuls abbremst. Offene und geschlossene Flächen, der Gegensatz zwischen leichten und schweren Elementen: Es macht die Stärke dieses Werkes aus, dass der Betrachter all dies trotz ihrer komplizierten Komposition auf den ersten Blick erfasst. Skulpturen wie diese werden oft mit Analogien zur Musik beschrieben. Bei den Arbeiten Uhlmanns liegt der Vergleich auf der Hand: Der Künstler spielte versiert Geige und wirkte als Student im Universitätsorchester mit. Zweifellos war er es gewohnt, in musikalischen Kategorien zu denken. So wie der Gesamtklang eines Musikstücks den Hörer trifft, ohne dass dieser das kontrapunktische Gefüge der Stimmen dafür im Einzelnen verfolgen muss, so erschließt sich auch der Gehalt dieser abstrakten Plastik dem Betrachter mit überraschender Unmittelbarkeit. Es ist kein Zufall, dass bedeutende Werke Uhlmanns vor der Deutschen Oper und auf dem Dach der Philharmonie in Berlin Platz gefunden haben. Uhlmann war aber auch Ingenieur. Es erscheint daher nur folgerichtig, dass er Stahl als adäquaten Werkstoff für seine Arbeiten erachtete. Und so sind seine Skulpturen stets beides: einerseits von eminenter Musikalität und andererseits Ergebnis einer systematisch strukturierten, mathematisch-physikalischen Vorgehensweise. Das macht unsere „Stahlskulptur“ zu einem abstrakten, aber auch poetischen Spiegelbild unserer Zeit. OH Hans Uhlmann (1900 – Berlin – 1975) „Stahlskulptur“. 1964 Steel, black toned. 53 × 69 × 19,6 cm ( 20 ⅞ × 27 ⅛ × 7 ¾ in.). Monogrammed and dated on the plinth: U. 64. Lehmann-Brockhaus 212.– Unique work. [3306] Provenienz: Private collection, Lower Saxony
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Sculptures et bronzes
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Oeuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/06/2017
Proposé par Grisebach
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