Lot 703
Heinz Mack (Lollar 1931 – lebt in Mönchengladbach)
„JOY“. 1964-65
Stahl, verchromt. 265 x 18 x 6 cm ( 104 ⅜ x 7 ⅛ x 2 ⅜ in.). Unten am Rohr signiert und datiert (eingeritzt): mack 65.
Honisch 28.–
Unikat. [3365]
Provenienz: Sammlung Reinhard Onnasch, Berlin / Privatsammlung, Rheinland-Pfalz
Ausstellung: Heinz Mack. New York, Howard Wise Gallery, 1966 / Mack. Objekte Aktionen Projekte. Berlin, Akademie der Künste, 1972, Kat.-Nr. 135, ganzs. Abb. S. 109
Literatur und Abbildung: Nationalgalerie Berlin (Hrsg): Aspekte der 60er Jahre. Aus der Sammlung Reinhard Onnasch. SMPK, Berlin, 1978, Abb. S. 129
„Joy“ von 1964 ist eine der frühen Stelen, die Heinz Mack erstmalig im Jahr 1966 in der Howard Wise Gallery in New York ausgestellt hat. Die damals „Forest of Light. Manhattan“ (siehe Abbildung unten) genannte Installation begegnete den Besuchern tatsächlich wie ein dicht gewachsener (Häuser-)Wald, durch den sich die Kunstinteressierten vorsichtig hindurchschlängeln mussten, noch dazu von Lichtreflexionen geblendet oder durch Prismen und Spiegelungen innerhalb der Stelen abgelenkt. Diese erste Installation in New York umfasste 20 Stelen.
Im Anschluss hat Heinz Mack seine „Forest of Light“ oder auch „Forest of Sculptures“ genannten Raumarbeiten in anderen, immer raumbezogenen Anordnungen gezeigt: In der Ausstellung „ZERO in Bonn“, auch 1966, arrangierte er in den Städtischen Kunstsammlungen 6 Stelen, auf der 35. Biennale in Venedig waren es 1970 über 20 Stelen, in den Städtischen Kunsthallen in Düsseldorf präsentierte er 1972 etwa 25 Stelen und in der Nationalgalerie in Berlin (West) 1985 einen Wald aus 16 von 1962 bis 1984 entstandenen Stelen, um nur eine Reihe der Ausstellungen zu nennen. Mack hat für die auf die einzelnen Räume abgestimmten „Forests“ nicht nur die Anzahl der Stelen variiert sondern auch die Auswahl angepasst. So waren die Stelen der ersten Präsentation in New York nicht automatisch Bestandteil der weiteren Ausstellungen. Es kamen im Laufe der Jahre immer wieder neue Standobjekte hinzu. Erste Stelen hatte Mack bereits 1952 geschaffen, allerdings tauchte der Gedanke an eine Licht reflektierende Stele erst 1958 im Rahmen seines spektakulären „Sahara-Projektes“ auf.
Gemeinsam mit Otto Piene und Günther Uecker stellte Heinz Mack das deutsche Zentrum der ZERO-Bewegung dar. Ihr künstlerisches Schaffen sahen sie durchaus einer sozialen Verpflichtung gegenüber. Die Begegnung zwischen Werk und Betrachter und damit auch die räumlichen Dimensionen ihrer Arbeiten spielten immer eine wichtige Rolle. Heinz Mack beschreibt treffend: „Nachdem sich die Kunst mit Cezanne ihre Autonomie längst erobert hatte, parallel zur Natur, und nachdem Matisse und Picasso ihre eigene, subjektive Wirklichkeit fast übermächtig der alltäglichen Realität konfrontiert hatten, fühlten wir uns noch im Angesicht der Trümmer einer Weltkatastrophe geradezu berufen, an der Gestaltung einer neuen Wirklichkeit mitzuwirken, in der Mensch, Natur und Technik eine neue, universale Beziehung, ja Versöhnung finden sollten.“ Mit seiner filigranen Stele „Joy“ ist Heinz Mack das in besonders sensibler Weise gelungen. (AGT)
Heinz Mack (Lollar 1931 – lives in Mönchengladbach)
„JOY“. 1964-65
Steel, chrome-plated. 265 x 18 x 6 cm ( 104 ⅜ x 7 ⅛ x 2 ⅜ in.). At the bottom of the tube signed and dated (incised): mack 65.
Honisch 28.–
Unique work. [3365]
Provenienz: Collection Reinhard Onnasch, Berlin / Private collection, Rhineland-Palatinate
Ausstellung: Heinz Mack. New York, Howard Wise Gallery, 1966 / Mack. Objekte Aktionen Projekte. Berlin, Akademie der Künste, 1972, cat. no. 135, full-page ill. p. 109
Literatur und Abbildung: Nationalgalerie Berlin (ed.): Aspekte der 60er Jahre. Aus der Sammlung Reinhard Onnasch. SMPK, Berlin, 1978, ill. p. 129
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